Verbraucherschutz

Starke Verbraucherinnen und Verbraucher

Menschen auf Wochenmarkt

Verbraucherinnen und Verbraucher können im täglichen Leben nur dann die richtigen Entscheidungen treffen und nachhaltige Lösungen finden, wenn sie gut informiert sind und sich auf die Arbeit der Überwachungsbehörden verlassen können. Die Landesregierung setzt deshalb auf mehr Transparenz und verbesserte Informationsangebote.

Eine weitere Verbesserung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in seiner gesamten Vielfalt ist für uns von besonderer Bedeutung. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten nicht nur gesunde Tierbestände und sichere Lebensmittel, sondern auch sichere kosmetische Mittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs. Die Landesregierung hat deshalb die Lebensmittelüberwachung und die Veterinärverwaltung weiter gestärkt. Leitmotiv ist dabei die Sicherheit der Lebensmittel über die gesamte Herstellungskette – vom Acker bis auf den Teller. Gemeinsam mit den Stadt- und Landkreisen haben wir die Anzahl der Amtstierärzte und Lebensmittelkontrolleure deutlich erhöht. Außerdem hat die Landesregierung auch die Untersuchungsämter und die Regierungspräsidien in diesem Aufgabenbereich personell verstärkt.

Seit Oktober 2015 unterstützt außerdem das interdisziplinäre Landeskontrollteam Lebensmittelsicherheit Baden-Württemberg (LKL-BW) die zuständigen Behörden.

Im Dialog mit Tierhaltern und Tierärzten wollen wir zudem erreichen, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung weiter reduziert wird.

Ziel des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ist außerdem der Schutz vor Irreführung und Täuschung, etwa durch falsche Informationen auf Lebensmittelverpackungen, aber auch durch betrügerische Praktiken.

Für ein gentechnikfreies Baden-Württemberg

Nach aktuellen Umfragen will die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf den Tellern. Deswegen machen wir uns weiterhin dafür stark, dass Baden-Württemberg im Anbau gentechnikfrei bleibt. Seit Jahren lassen wir Lebensmittel, Saatgut und Futtermittel regelmäßig auf gentechnische Verunreinigungen untersuchen, um Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Landwirtschaft zu schützen.

Bereits 2012 ist Baden-Württemberg dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Außerdem hat das Land gentechnikfreien Anbau in seinen neuen Pachtverträgen festgelegt: Pächter landeseigener Flächen müssen sich verpflichten, auf diesen nur gentechnikfreie Landwirtschaft zu betreiben.

Schutz vor Abzocke und Betrügereien – digital und analog

Ob beim Einkauf im Internet, bei der Wahl eines Smartphone-Tarifs oder beim Abschluss einer privaten Altersvorsorge – Verbraucherinnen und Verbraucher sind jeden Tag mit zahlreichen Entscheidungen konfrontiert. Die Digitalisierung, Globalisierung und Liberalisierung der Märkte machen Konsumentscheidungen komplexer. Verbraucherrechte zu stärken und an die Veränderungen der Märkte anzupassen, ist ein zentrales Ziel der baden-württembergischen Verbraucherpolitik.

Beim Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor finanziellen Risiken sowie vor Täuschung setzt sich die Landesregierung für das Recht auf Information und für hohe Standards ein. Schwerpunkte unserer Arbeit liegen beim Verbraucherschutz in der digitalen Welt, der Energiepolitik und der Finanzmärkte. Auf Europa-, Bundes- und Landesebene setzen wir uns aktiv für die Belange der Verbraucherinnen und Verbraucher ein.

Daten gelten als zentraler Rohstoff für die Digitalwirtschaft. Damit rücken auch immer mehr Fragen des Verbraucherschutzes in der digitalen Welt, wie etwa der Missbrauch sensibler Verbraucherdaten im Internet, in den Vordergrund. Wir wollen sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über starke Rechte an ihren persönlichen Daten verfügen und frei über deren Verwertung entscheiden können. Wir wollen verhindern, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durch intransparente Algorithmen diskriminiert und zu Objekten automatisierter Entscheidungen werden.

Mit der Informationskampagne „Wir rechnen mit Ihnen. Andere auch. #seiunberechenbar“ informiert die Landesregierung über Algorithmen und persönliche Daten im Netz.

Wir stärken die Verbraucherrechte

Verbraucherbildung ist ein lebenslanger Prozess, der bereits bei Kindern und Jugendlichen beginnt. Konkret geht es um die Vermittlung von Wissen und Information über die Ernährung, die Lebensmittel und die Gesundheit, über die Finanzen, das Marktgeschehen und die Rechte als Verbraucherin und Verbraucher, über die Medien und den sicheren Umgang mit dem Internet sowie über den nachhaltigen Konsum. Ziel dabei ist, ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Verbraucherverhalten zu ermöglichen. Das Land Baden-Württemberg stärkt die Verbraucherbildung in den Schulen sowie für Erwachsene und Familien.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. und das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. leisten wichtige Beiträge zur Information und Beratung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die von der Landesregierung geförderte Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. bietet zu Fragen des privaten Konsums anbieterunabhängig fachliche Informationen und eine individuelle Beratung an. Bei Verbraucherfragen mit grenzüberschreitendem Bezug zu Frankreich können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. in Kehl wenden, das ebenfalls von der Landesregierung gefördert wird.

Aktuelle Informationen und Verbrauchertipps finden Sie auf dem Verbraucherportal Baden-Württemberg.

Nachhaltig gut essen

Gutes, ausgewogenes Essen und Trinken für alle ist der Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Dabei geht es um Gesundheit, Genuss und Nachhaltigkeit, daheim und außer Haus. Um alle Bereiche und Akteure einzubinden, hat das Land im November 2017 die bundesweit erste Ernährungsstrategie formuliert. Neun Leitsätze bilden die Grundlage für die Umsetzung. Das im Frühjahr 2019 gegründete  Landeszentrum für Ernährung ist dabei Ansprechpartner und begleitet Aktivitäten im Rahmen der Ernährungsstrategie. Es baut  unsere Tätigkeiten in den Bereichen Ernährungsinformation, Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung noch weiter aus und setzt Impulse im ganzen Land. Mit der Durchführung von Modellprojekten zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung in verschiedenen Lebenswelten konnte z.B. das Kantinen- und Mensenangebot in 35 Einrichtungen und Betrieben im Land optimiert und wertvolle Good-Practice-Beispiele generiert werden. Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Lebensmittel, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die stärkere Wertschätzung von Lebensmitteln sind ebenfalls zentrale Themen unserer Arbeit. Mit dem aktuellen Maßnahmenplan „Reduzierung von Lebensmittelverlusten 2018 bis 2021“ werden in einem ersten Schritt die Zielgruppen Privatverbraucher, Großverbraucher (Außer-Haus-Verpflegung) und der Lebensmitteleinzelhandel in den Fokus der Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung genommen.

Kunde im Supermarkt
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Politik für guten Verbraucherschutz

Ein Winzer schüttet Trollinger-Trauben in einen großen Behälter. (Foto: dpa)
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Für eine nachhaltige Landwirtschaft

Ein Admiral (Vanessa atalanta) sitzt bei Bergatreute auf einer Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia). (Foto: © dpa)
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Lebensgrundlagen schützen

Bauarbeiten in der Kläranlage Eriskirch. (Bild: © Staatsministerium Baden-Württemberg)
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Aktiver Umweltschutz in Baden-Württemberg