Kunst und Kultur

Dialogprozess zur Popkultur geht in die zweite Runde

Der landesweite Dialogprozess zur Popkultur geht in die zweite Runde. Beim POPLÄND-Dialog in Freiburg haben verschiedene Akteure aus der Kultur- und Musikszene über die Zukunft von Popmusik und Popkultur in Baden-Württemberg beraten.

Zum zweiten Mal treffen sich Musik- und Kunstschaffende, Veranstaltende, Kulturinstitutionen, Popbegeisterte, Kulturpolitik und Kulturverwaltungen, um über die Zukunft von Popmusik und Popkultur in Baden-Württemberg zu beraten. Im Kulturpark-Areal in Freiburg findet in drei großen Arbeitsforen ein Austausch über Nachhaltigkeit und Green Culture, Awareness und Safer Nightlife sowie Diversität und Machtstrukturen statt.

„Pop in Baden-Württemberg – das ist viel Kreativität, viel Knowhow, viel Leidenschaft. Und das in vielen verschiedenen Sparten und Genres, von der Musik über Film und Games hin zu Spoken Word und Graffiti. Diese Kunstformen verdienen unsere Wertschätzung und auch unsere Aufmerksamkeit – wir wollen ihnen noch mehr Sichtbarkeit verleihen“, sagte Staatssekretär Arne Braun am 30. November 2023 in Freiburg. „POPLÄND ist deshalb unsere offene Einladung an alle Akteurinnen und Akteure – an die Kunstschaffenden und die Veranstaltenden ebenso wie die Popkultur-Rezipierenden: Ergreift die Initiative, äußert euch, gestaltet mit!“

Vierteiliger Dialogprozess

Initiiert wurde der insgesamt vierteilige Dialogprozess unter dem Stichwort POPLÄND vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Ziel ist sowohl der Erfahrungs- und Wissensaustausch untereinander als auch das Erarbeiten konkreter Handlungsempfehlungen für die Popkultur und Kulturpolitik des Landes.

„Die Themen des zweiten POPLÄND-Dialogs haben sich im Laufe der vergangenen Monate in vielen Gesprächen mit der Branche herauskristallisiert. Die Schwerpunkte zeigen, dass Kunst selten im luftleeren Raum stattfindet, dass sie sich selbst reflektiert und in Bezug setzt zu ihrem Umfeld und den aktuellen gesellschaftlichen Diskursen. So fragen wir uns in Freiburg: Wie kann die Popkultur zu mehr Nachhaltigkeit beitragen? Wie sichern wir die Räume der Popkultur als ‚safe spaces‘ für alle? Und wie gewährleisten wir, dass in der Popkultur Geschichten erzählt und gehört werden, die die große Lebens- und Erfahrungsvielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln?“, so Kunststaatssekretär Arne Braun.

Gesprächsanstöße und Impulse aus der Praxis geben Felix Grädler (Geschäftsführer halle02 in Heidelberg, Green Culture Index BW, Vorstand LiveKomm), Kristina Mühlbach (Nachtkulturbeauftragte im Kulturamt Freiburg), Jamila Al-Yousef (Sängerin, Kulturwissenschaftlerin, Festivalkuratorin und Antirassismus-/Empowermenttrainerin), Ella Stracciatella (DJ und Gründerin FINTA-Netzwerk LocArtista Freiburg), Zora Brändle (Nachhaltigkeitsexpertin und zweite Vorsitzende von Clubkultur Baden-Württemberg e.V.), Kenny Joyner (Sänger der Band FATCAT), Julia Lauber und Felix Birsner (Duo WILLLMAN) und Lea Dorn (Landeskampagne „nachtsam. Mit Sicherheit besser feiern“ / Koordinierungsstelle Nachtleben).

Wichtiges kulturpolitisches Vorhaben dieser Legislaturperiode

Mit dem Dialogprojekt setzt das Kunstministerium ein wichtiges kulturpolitisches Vorhaben des Koalitionsvertrages um: die Kulturpolitik des Landes stärker der populären Kultur zu öffnen und zur besseren Vernetzung der Akteurinnen und Akteure beizutragen. Bis Sommer 2024 werden Musikerinnen und Musiker, Popszene, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturinstitutionen, Veranstalterinnen und Veranstalter und Kulturfördernde in Arbeits- und Beteiligungsformaten die Entwicklung, Bedarfe und Förderleitlinien in dieser Sparte diskutieren und bewerten.

Der Dialog zur Popkultur knüpft damit an den erfolgreichen, von 2018 bis 2020 durchgeführten Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft (PDF) an, den die damalige Staatssekretärin und heutige Ministerin Petra Olschowski geleitet hat. POPLÄND vertieft dessen Ergebnisse, um neue Ideen und Strategien der Popförderung zu entwickeln. Die Impulse, Beiträge und Diskussionsergebnisse sollen die Grundlage für die zukünftigen Leitlinien der Kulturförderung bilden.

„Wir wollen auch alte Vorurteile überwinden: Pop ist keine Qualitätskategorie, sondern eine wertvolle Kulturform und bereichernde Ergänzung zu den klassischen Künsten. Wenn beide Formen zusammenkommen, entsteht nochmal etwas Neues – eine solche Erfahrung kann beflügeln“, so Kunststaatssekretär Arne Braun. 

POPLÄND

Unter dem Titel „POPLÄND“ kommen in vier Veranstaltungen von Mai 2023 bis Mai 2024 Kultureinrichtungen, Musikerinnen und Musiker, Veranstalterinnen und Veranstalter, Popbegeisterte und Kulturfördernde zusammen. Der Prozess wird zudem von einem Beratungskreis aus Branchenakteurinnen und -akteuren begleitet.

Der Auftakt fand im Mai 2023 anlässlich des 20. Jubiläums der Popakademie in Mannheim statt. Schwerpunktthemen waren Identifikation durch Pop, die Zukunft des Pop und Räume für die Popkultur. Im Rahmen der weiteren Veranstaltungen in Freiburg und im Regierungsbezirk Tübingen stehen die Themen Nachhaltigkeit und Green Culture, Awareness, Safer Nightlife sowie Diversität und Pop in ländlichen Räumen auf dem Programm. Zum Abschluss kooperiert POPLÄND im Mai 2024 mit der Festival-Convention ABOUT POP in Stuttgart.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Dialog Popkultur Baden-Württemberg

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