Kinderland

Starke Familien – starke Kinder

Familie auf Sofa

Kinder sind unsere Zukunft und Familien das Fundament unserer Gesellschaft. Deshalb stärkt die Landesregierung Familien mit Kindern. Unsere plurale Gesellschaft ist durch vielfältige Familienmodelle und unterschiedliche Lebensweisen geprägt.. Mit einer modernen Familienpolitik unterstützen wir diese, stärken die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und prägen Baden-Württemberg als Kinderland.

Niemand soll sich zwischen Familie und Beruf entscheiden müssen. Unsere Familienpolitik orientiert sich deshalb an der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Menschen. Wir unterstützen Familien dabei, die Erziehung der Kinder und den Beruf oder auch die Pflege von Angehörigen und den Beruf zu verbinden. Dafür sind innovative Arbeitszeitmodelle und eine familienbewusste Personalpolitik wichtig.

Die Kinder in den Mittelpunkt stellen

Familienförderung beginnt bei uns schon vor der Geburt. Wir möchten in Baden-Württemberg ein Klima schaffen, das es jungen Familien erleichtert, Kinder zu bekommen. Die Begleitung und Unterstützung durch Hebammen vor, während und nach der Geburt ist dafür unverzichtbar. Darum setzen wir uns für die Absicherung freiberuflicher Hebammen ein.

Eltern neugeborener Kinder wollen wir in einer frühen Phase unterstützen und treten für eine Stärkung der Frühen Hilfen sowie gezielter Präventionsangebote ein.

Mit unserem Landesprogramm „STÄRKE“ unterstützen wir Familien durch unterschiedliche Familienbildungsangebote und tragen die Familienbildung in die Fläche. „STÄRKE“ ermöglicht und erleichtert Familien die Teilnahme an Familien- und Bildungsveranstaltungen sowie einen niederschwelligen Zugang zu Offenen Treffs als Orten der Begegnung und des Austauschs.

Bei der frühkindlichen Bildung stehen das Wohl und die Entwicklung unserer Kinder im Mittelpunkt. Daran wird sich die Politik der Landesregierung in den kommenden Jahren orientieren. Wir unterstützen Familien, die ihre Kinder oder zu pflegende Angehörige selbst betreuen möchten, genauso wie diejenigen, die private und öffentliche Betreuungsangebote nutzen.

Beste Qualität bei der frühkindlichen Bildung

In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung die Investitionen in die frühkindliche Bildung deutlich erhöht. Damit hat sie Städte und Gemeinden bei der Schaffung ausreichender und qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze unterstützt. Auch in den kommenden Jahren verbessern wir die frühkindliche Bildung und bauen sie weiter aus. Dabei sollen Eltern die Wahlfreiheit zwischen Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege haben. Kitas fördern wir bei der Weiterentwicklung zu Kinder- und Familienzentren, die niederschwellige Unterstützung, Förderung und Vernetzung anbieten. Und wir bauen die Sprachförderung in den Kindergärten weiter aus.

Neben der Quantität ist auch die Qualität der Betreuungsangebote entscheidend. Dabei spielt der Betreuungsschlüssel eine zentrale Rolle. Baden-Württemberg bietet Kita-Kindern bundesweit die besten Personalschlüssel. Eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft ist hier durchschnittlich für 3 ganztags betreute Krippen- oder 7 Kindergartenkinder zuständig. In beiden Altersgruppen liegt Baden-Württemberg damit deutlich unter dem Bundesschnitt.

Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Ganztagsschulen sind nicht nur wichtig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Darum bauen wir die Ganztagsschulen qualitativ und quantitativ aus. Durch Verlässlichkeit gepaart mit Flexibilität sorgen wir dafür, dass der Lebensalltag von Familien und schulische Planung zueinander passen.

Um die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium zu verbessern, fördern wir Teilzeitstudienmodelle und andere Formen flexibler Studiengestaltung.

Kinderrechte stärken

Kinder brauchen besonderen Schutz. Deshalb haben wir bereits in der vergangenen Legislaturperiode die Kinderrechte in der Landesverfassung verankert. Auf Bundesebene wirken wir aktiv an der Vorbereitung einer Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz mit.

Unser Ziel ist weiterhin, für alle Kinder – unabhängig von deren sozialer Herkunft und ihrer ökonomischen Situation – im Land ein kindgerechtes, sicheres Lebensumfeld zu schaffen, in dem sie sich bestmöglich entwickeln können. Die Maßnahmen im BereichFrühe Hilfen werden wir daher sichern und ausbauen.

Kinderarmut zurückdrängen – Familien fördern

Knapp jedes fünfte Kind im Land ist armutsgefährdet. Ein Ziel der Familienpolitik der Landesregierung ist daher die Prävention und Verringerung von Kinderarmut. Damit Kinder unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten. Deshalb haben wir 2020 zum Schwerpunktjahr gegen Kinderarmut ausgerufen und die Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ gegen Kinderarmut entwickelt. Unser Ziel ist es, mit Maßnahmen dazu beizutragen, Kindern und ihren Eltern in allen Lebenslagen gute Angebote der Förderung und Unterstützung bereitzustellen. Unter anderem fördern wir Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut an verschiedenen Standorten im Land. Wir setzen uns für die Einführung einer Kindergrundsicherung ein, die das Existenzminimum für Kinder und ihre gesellschaftliche Teilhabe verlässlich sichert und die Leistungen für Familien mit Kindern zusammenführt. Im Rahmen der Allianz für Wohnungsbau prüfen wir Maßnahmen, damit Wohnraum auch in Städten und Ballungszentren für Familien mit mehreren Kindern erschwinglich bleibt.

Auf Bundesebene werden wir uns dafür einsetzen, wie steuerliche Anreize und Erleichterungen Familien mit Kindern und Alleinerziehende zielgenau unterstützen können. Außerdem ist eine Initiative zur Einführung einer an jungen Familien orientierten sozial gestaffelten Eigenheimzulage geplant und wir setzen uns dafür ein, dass die sozialen Transferleistungen vor dem Hintergrund steigender Kosten für Wohnen überprüft und angepasst werden.

Jugendarbeit mit Zukunft

Die Landesregierung will nicht nur Politik für Kinder und Jugendliche machen, sondern sie auch konkret beteiligen. Im Fokus stehen dabei die enge Verzahnung von Kinder- und Jugendarbeit mit der Jugendsozialarbeit sowie eine stärkere politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Die politische Bildung der Jugendlichen in Baden-Württemberg stärken wir weiter.

In der vergangenen Legislaturperiode hat die Landesregierung die Schulsozialarbeit massiv ausgebaut. Das Landesprogramm für Schulsozialarbeit führen wir fort und fördern weiter die Jugendsozialarbeit.

Unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche brauchen unsere besondere Unterstützung. Sie sollen entsprechend ihrer spezifischen Schutzbedürfnisse ausgewogen und gerecht verteilt werden. Dabei unterstützt die Landesregierung die öffentlichen und privaten Jugendhilfeträger bei deren wichtiger Integrationsarbeit.

Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Landesregierung hat es sich in dieser Legislaturperiode zur Aufgabe gemacht, ombudschaftliche Beratungsstrukturen in der Kinder- und Jugendhilfe aufzubauen.

Sie sollen Jugendhilfeempfänger dabei unterstützen, ihre Interessen darzulegen und diese von sich aus in die Prozesse der Kinder- und Jugendhilfe einzubringen. Im Zentrum des Ombudssystems stehen daher Beteiligung und die aktive Teilnahme der betroffenen Personen am Prozess der Leistungsgewährung. Gleichzeitig soll die Ombudsstelle den Dialog zwischen Anspruchs- und Leistungsberechtigten auf der einen Seite und den Fachkräften der öffentlichen und freien Jugendhilfeträger auf der anderen Seite fördern. Bei Streifragen soll sie unter Berücksichtigung der Interessen von Personen, deren Belange infolge eines fehlenden Sprachrohrs ansonsten wenig beachtet würden, unparteiisch vorgehen und durch Vermittlung eine gerechte Einigung herbeiführen.

Besondere Schutzbedürfnisse anerkennen

Die Landesregierung übernimmt Verantwortung für die Verbesserung des Schutzes für gewaltbetroffene Frauen und ihrer Kinder, die häuslicher Gewalt oft schutzlos ausgeliefert sind. Hilfe und Schutz finden die von Gewalt betroffenen Frauen in den Fachberatungsstellen und in Frauen- und Kinderschutzhäusern. Wer Schutz und Hilfe sucht, darf nicht abgewiesen werden. Baden-Württemberg bekennt sich klar zur Istanbul-Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (PDF). Daher sichert die Landesregierung die Finanzierung der Frauen- und Kinderschutzhäuser und führt den bereits aufgelegten Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen fort. Für Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat betroffen sind, soll es spezifische Notaufnahmeplätze in ausreichender Zahl geben.

Um die Strukturen im Kinderschutz weiter zu verbessern, hat der Ministerrat im September 2018 eine „Kommission Kinderschutz zur Aufarbeitung des Missbrauchsfalls in Staufen und zur Weiterentwicklung des Kinderschutzes“ eingerichtet. Das interministerielle Expertengremium unter Vorsitz des Ministeriums für Soziales und Integration hatte die Aufgabe, eine vorbehaltslose und umfassende Analyse des Handelns aller beteiligten Institutionen und der rechtlichen Bestimmungen auf mögliche Lücken im Kinderschutz im Land vorzunehmen. Die Kommission hat ihren Abschlussbericht im Februar 2020 veröffentlicht.

Das Land und der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) haben ein gemeinsames Konzept zur Weiterentwicklung des Kinderschutzes vereinbart, das aus vier Bausteinen besteht. Neben der Durchführung von Regionalkonferenzen für Fach- und Leitungskräfte der Jugendämter wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Weiter erhielten alle Jugendämter das Angebot, ihre Strukturen und Prozesse im Kinderschutz mithilfe eines wissenschaftlichen Expertenteams vor Ort zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren. Schließlich bauen wir das bestehende zentrale Fortbildungsangebot des KVJS zum Thema Kinderschutz speziell für Fachkräfte der Sozialen Dienste aus und entwickeln es weiter.

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