Land- und Forstwirtschaft

Zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft

Traktor mäht Wiese

Wir geben der bäuerlichen Landwirtschaft in Baden-Württemberg eine Perspektive. Dabei handeln wir nach den zwei Grundsätzen: „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit“ und „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“.

Land- und Forstwirtschaft leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie erzeugen nachhaltig gesunde Lebensmittel, sie pflegen unsere Kulturlandschaft und sie leisten vielfach auch einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Diese gesellschaftlichen Leistungen werden leider vom Markt nicht ausreichend honoriert. Damit sich unsere bäuerlichen Familienbetriebe dennoch auf dem Markt behaupten können, unterstützen wir sie mit dem „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT)“, der „Ausgleichszulage Landwirtschaft“, der „Landschaftspflegerichtlinie“ (LPR) und dem Agrarinvestitionsprogramm (AFP). Das Programm EIP-AGRI ermöglicht es kreative Projektideen umzusetzen und Innovationen in landwirtschaftlichen Unternehmen praxisgerecht zu entwickeln.

Europäische Agrarpolitik muss gerechter, einfacher, und ökologischer werden

Die Landesregierung zielt auf eine ökonomisch starke und gleichzeitig ökologisch nachhaltige Landwirtschaft ab. Deshalb setzen wir uns auch in Brüssel und Berlin dafür ein, dass die bäuerlichen Familienbetriebe und auch die biologische Vielfalt sowie die Umwelt in Baden-Württemberg bestmöglich von der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik profitieren.

Jährlich fließen nach Baden-Württemberg EU-Gelder in Höhe von rund 400 Millionen Euro Direktzahlungen an die Landwirte und 101 Millionen Euro für die Entwicklung des Ländlichen Raumes.

Davon profitieren nicht nur unsere Landwirtinnen und Landwirte, deren landwirtschaftliche Einkommen zu 40 bis 60 Prozent aus diesen Transferleistungen besteht, sondern wir alle. Ein großer Teil der Gelder dient dazu, die Leistungen unserer Landwirte für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, den Vertragsnaturschutz, den Ökolandbau und die Bewirtschaftung in benachteiligten Gebieten im Ländlichen Raum zu honorieren. Nur auf diese Weise können wir die Schönheit unseres Landes und seine Kulturlandschaften erhalten, die über Jahrhunderte entstanden sind.

Die Landesregierung setzt sich auch dafür ein, dass die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der EU für den Zeitraum von 2021 bis 2027 weitere Verbesserungen für unsere heimische Landwirtschaft bringt. Am Ende soll aber auch ein deutliches „ökologisches Plus“ stehen.

Die Landesregierung verbindet mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik große Hoffnungen. Die Kommission möchte sich künftig bei ihren Auflagen und Anforderungen an die Verwaltung stark zurücknehmen. Jetzt gilt es darauf zu achten, dass die angekündigten Spielräume nicht durch technische Details und die erforderlichen Berichterstattungen wieder eingeschränkt werden.

Subsidiarität und Vereinfachung – die EU, die Mitgliedstaaten und wir als Bundesland sind jetzt gemeinsam gefordert, diese neuen Schlagworte der EU-Agrarreform mit Leben zu füllen. Zum einen die auch künftig gesunde heimische Lebensmittel und viele regionale Spezialitäten Erzeugung zu sichern. Zum anderen, dass europaweit hohe Standards bei Lebensmittelsicherheit, Verbraucherschutz sowie Klima-, Tier- und Umweltschutz gelten.

Besonders wichtig ist uns zudem, dass kleinere Betriebe im Vergleich zu Großbetrieben eine bessere Förderung erfahren, um auch künftig die bäuerliche Landwirtschaft erhalten zu können.

Bio und regional: beliebt und chancenreich

Regionale Produkte prägen in besonderem Maße die Identität des Genießerlands Baden-Württemberg. Aufgrund der bäuerlichen Betriebsstrukturen und dem globalen Wettbewerb ist es angesichts eines kaufkräftigen Marktes vor der Haustüre wichtig, dass sich unsere Agrarprodukte durch Qualität und Alleinstellungsmerkmale abheben. Regionalität und Heimat sind sehr angesagt – das ist auch eine große Chance für viele Landwirte und unsere Ernährungswirtschaft.

Die Regionalkampagne Natürlich. VON DAHEIM setzt wichtige Impulse, um heimische Produkte besser in den Märkten zu positionieren. Sie stärkt zudem die Stellung der heimischen Erzeuger am Markt. Die Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen verlässliche Wegweiser für Qualität aus Baden-Württemberg. Hierfür stehen das Qualitätszeichen Baden-Württemberg und das Biozeichen Baden-Württemberg mit ihren entsprechenden Logos.

Erfreulicherweise nimmt auch die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln ständig zu. Die über 10.000 baden-württembergischen Unternehmen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel im Bio-Sektor belegen die stetig wachsende Bedeutung. Die Zahl der Ökobetriebe im Land liegt damit auf einem historischen Höchststand.

Damit das Angebot an heimischen Bio-Lebensmitteln auch zukünftig mit der steigenden Nachfrage mithalten kann, haben wir den erfolgreichen Aktionsplan Bio aus Baden-Württemberg weiterentwickelt. Dafür stehen exemplarisch mittlerweile neun Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg. Das Maßnahmenpaket des Aktionsplans reicht von der Produktion, über die Vermarktung bis hin zu Bildung und Forschung.

Keine Gentechnik auf den Feldern und im Stall

Nach aktuellen Umfragen will die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf den Tellern. Deswegen machen wir uns weiterhin dafür stark, dass Baden-Württemberg im Anbau gentechnikfrei bleibt. Bereits 2012 ist Baden-Württemberg dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Außerdem hat das Land gentechnikfreien Anbau in seinen neuen Pachtverträgen festgelegt: Pächter landeseigener Flächen müssen sich verpflichten, auf diesen nur gentechnikfreie Landwirtschaft zu betreiben. Seit Jahren lassen wir Lebensmittel, Saatgut und Futtermittel regelmäßig auf gentechnische Verunreinigungen untersuchen um Verbraucher und Landwirtschaft zu schützen.

Bildung und Beratung auf dem Weg zur Landwirtschaft 4.0

Ein sparsamer und effizienter Einsatz von Produktionsmitteln trägt dazu bei, wertvolle Ressourcen zu schützen. Die Digitalisierung bietet auch unseren Landwirtinnen und Landwirten gute Chancen, dieses Potenzial besser auszuschöpfen. Mit dem Programm Landwirtschaft 4.0 nachhaltig.digital unterstützt die Landesregierung die Landwirtschaft auf dem Weg ins digitale Zeitalter.

Grundlage für die gute Zukunft der baden-württembergischen Landwirtschaft ist und bleibt die duale Ausbildung. Die Fachschulen vermitteln künftig verstärkt Kenntnisse über die Vermarktung regionaler Produkte, den ökologischen Landbau oder neue digitale Techniken in der Landwirtschaft.

Das Förderprogramm „Beratung.Zukunft.Land.” bietet den landwirtschaftlichen Unternehmen 64 verschiedene Beratungsmodule durch nicht staatliche Beratungsorganisationen an. Das Thema Landwirtschaft 4.0 wird insbesondere durch das Spezialmodul „Digitalisierung und Vernetzung“ aufgegriffen.

Erfolge beim Tierschutz

Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Die Landesregierung hat deshalb den Tierschutz im Land mithilfe zahlreicher Maßnahmen verbessert – so etwa mit der Einsetzung einer unabhängigen Landesbeauftragten für den Tierschutz. Auch wurde das Agrarinvestitionsprogramm novelliert, um landwirtschaftliche Investitionen in tiergerechte Ställe deutlich zu erleichtern und vermehrt zu fördern.

Der Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, die Zahl der Tierversuche weiter zu verringern und die Entwicklung von Alternativmethoden besser zu fördern. Sie setzt sich deshalb mit einem Förderprogramm zur Erforschung von Alternativmethoden sowie einem Forschungspreis dafür ein, dass das erfolgreiche 3R-Prinzip „Replace, Reduce, Refine“ konsequent fortgesetzt wird.

Die Tierschutzvereine in Baden-Württemberg steuern mit ihren Tierheimen einen wertvollen Beitrag für die Allgemeinheit bei. Die Landesregierung hat das Förderprogramm für Tierheime vor kurzem weiter verbessert. Die wichtige Arbeit der Tierheime fördert Baden-Württemberg nun mit einem Landesanteil von 40 Prozent.

Ein wichtiger Meilenstein für den Tierschutz in Baden-Württemberg war das Gesetz über Mitwirkungsrechte und das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen. Dies ist im Ländervergleich das bisher umfangreichste Gesetz seiner Art und bietet den anerkannten Tierschutzorganisationen die Möglichkeit, bereits im Verwaltungsverfahren mitzuwirken.

Tierseuchen vorbeugen

Gesunde und leistungsfähige landwirtschaftliche Nutztiere sind ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Über vorbeugende Tiergesundheitsmaßnahmen sowie Monitoringuntersuchungen versuchen wir die Einschleppung von Tierseuchen zu verhindern. Einen möglichen Tierseuchenausbruch gilt frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen, um Schäden durch Tierseuchen möglichst gering zu halten. Derzeit bereitet sich die Landesregierung mit erheblichem personellem und finanziellem Aufwand auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor. Die Maßnahmen sind im Maßnahmenplan des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) festgelegt. Deren Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Verbänden, der Wirtschaft, Landwirtschaft und Jagd.

Nachhaltigkeit im Forst

Unser Wald ist Produktionsstätte, Erholungs- und Naturraum in einem. Er liefert den wertvollen klimaneutralen Rohstoff Holz, er ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und er dient dem Klimaschutz in besonderem Maße. Der Wald ist für uns Menschen auch ein wichtiger und häufig genutzter Erholungsraum zum Laufen, Radfahren oder Wandern. Und er hat damit große Bedeutung für den Tourismus in Baden-Württemberg.

Die Landesregierung hält auch zukünftig diese vielfältigen Funktionen unserer Wälder in einem fairen Interessenausgleich in Balance. Unser Ziel ist deshalb eine naturnahe Waldwirtschaft. Regionale Kreisläufe in der Forst- und Holzwirtschaft wollen wir stärken und damit die Grundlage schaffen für einen Wald, der Mensch und Umwelt gleichermaßen nutzt.

Mit dem Forstreformgesetz sichert die Landesregierung die hohen Standards der Waldbewirtschaftung im Land auf lange Sicht. Der Gesetz ist zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe von Tübingen in Baden-Württemberg auf einem Feldweg. (Bild: dpa)
  • Flurneuordnung

Neue Wege für Ravenstein-Merchingen

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)
  • Forschung

Bioökonomiekongress zieht positives Zwischenfazit

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
  • Forst

Deutsche Waldtage beleuchten den Wald im Klimastress

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
  • Tiergesundheit

Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest

Schafe stehen in Unterkessbach (Baden-Württemberg) auf einer Wiese. (Foto: © dpa)
  • Naturschutz

Schäferei-Kompetenz-Netzwerk startet

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
  • Tiergesundheit

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern

Ein Mähdrescher erntet ein Weizenfeld ab. (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Land unterstützt Bauern auf dem Weg in die digitale Zukunft

Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.
  • Tierschutz

Tiere auf bundesweiten Warntag vorbereiten

Die Weinberg-Steillagen mit mittelalterlichen Trockenmauern am Neckar bei Lauffen (Baden-Württemberg). (Bild: Bernd Weißbrod / dpa)
  • Weinbau

Herbstpressekonferenz des Weinbauverbandes Württemberg

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Landwirtschaft

Tierwohl-App „fit for pigs“ startet

Winzermeister Martin Behringer trägt zwei Eimer mit reifen Trauben zu einem Bottich (nicht abgebildet) für den Transport in Müllheim. (Bild: picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa)
  • Coronavirus

Änderungen an bestehenden Verordnungen und neue Verordnung für Saisonarbeit

Limpurger Rinder stehen auf einer Weide. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Hauk informiert sich zu Projekt „Schlachtung mit Achtung“

Ein Mann pflückt in einem Weinanbaugebiet Weintrauben von den Reben. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Weinbau

Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbandes

Markierte Holzstämme liegen in einem Wald bei Stuttgart. (Foto: © dpa)
  • Forst

Buchen leiden an Dürreschäden

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe von Tübingen in Baden-Württemberg auf einem Feldweg. (Bild: dpa)
  • Ländlicher Raum

Rund 414.000 Euro für die Modernisierung ländlicher Wege

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Landwirtschaft

Immunokastration im ökologischen Landbau ermöglichen

Grünlandflächen sind landwirtschaftliche Flächen, auf denen überwiegend Gras oder krautige Pflanzen angebaut werden. (Bild: Benjamin Waldmann)
  • Landwirtschaft

Handreichung „Extensives Grünland“ veröffentlicht

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Ökolandbau

Förderlaufzeit der ersten vier Biomusterregionen verlängert

Risse ziehen sich durch ein Feld bei Filderstadt, auf dem im Hintergrund Salatpflanzen stehen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Landwirtschaft

Ökologische Vorrangflächen für Futterzwecke nutzen

Ferkel stehen in einer Box einer Schweinezuchtanlage (Quelle: dpa).
  • Landwirtschaft

EU lehnt Immunokastration im Öko-Landbau ab

Kinder mit Hasen im Stall. (Bild: Christoph Düpper)
  • Tierschutz

Preisträger des Landeswettbewerbs Tierschutz ausgezeichnet

Staatssekretär Dr. Andre Baumann (Bild: Vertretung des Landes beim Bund)
  • Sommertour

Staatssekretär Andre Baumann auf Sommertour

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Landwirtschaft

Mehr Tierwohl durch Planungssicherheit in der Landwirtschaft

Ein Schild an einer Schutzhütte im Wald weist auf die Waldbrandgefahr hin (Bild: © dpa).
  • Forst

Höchste Waldbrandstufe wird Mitte der Woche erreicht

  • Landwirtschaft

„Wir versorgen unser Land“ in Pfrungen