Kulturerbe im Osten

Preisträger für Russlanddeutschen Kulturpreis 2022 stehen fest

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Symbolbild: Eine Studentin liegt bei schönem Wetter auf einer Wiese und liest ein Buch. (Bild: Mohssen Assanimoghaddam / dpa)
Symbolbild

Die Preisträger für den Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2022 stehen fest – der Hauptpreis wird an den Podcast Steppenkinder verliehen, der Förderpreis geht an den Podcast Ostklick.

Baden-Württemberg vergibt den Russlanddeutschen Kulturpreis im zweijährigen Turnus für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet. In diesem Jahr wurde der Kulturpreis für den Bereich „Darstellende Kunst: Theater, Film, Medien, Podcast“ ausgeschrieben. Der Kulturpreis besteht aus einem mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis und bis zu zwei Förderpreisen in Höhe von jeweils 2.500 Euro. Die Förderpreise sind insbesondere für jüngere Kulturschaffende vorgesehen, welche noch am Anfang ihrer künstlerischen Entwicklung stehen. Die Preise sind zugleich Ausdruck der seit 1979 bestehenden Patenschaft Baden-Württembergs über die Landmannschaft der Russlanddeutschen, die der Bewahrung und Förderung des Kulturerbes der Russlanddeutschen dient. Daher werden die Preise in erster Linie russlanddeutschen Kulturschaffenden verliehen, deren Werk das Kulturgut der Russlanddeutschen repräsentiert.

Kulturpreis als Symbol der Völkerverständigung

„Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat gezeigt: Frieden und Demokratie in Europa sind keine Selbstverständlichkeit. Der Aggressor Putin handelt wie ein Terrorist, es geht ihm darum, die Menschen gegen unseren Staat und unsere Demokratie aufzubringen. Putin darf sein Ziel nicht erreichen, die Bevölkerung in Deutschland gegen Staat und Demokratie aufzuwiegeln. Hier sind wir alle gefragt, unserer Demokratie den Rücken zu stärken. In diesem Sinne steht die Verleihung des russlanddeutschen Kulturpreises in diesem Jahr noch mehr im Zeichen eines guten, friedlichen Miteinanders und als Symbol der Völkerverständigung“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen, Thomas Strobl, der zugleich Landesbeauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Baden-Württemberg ist, anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger.

Aus einer Vielzahl eingegangener qualifizierter Bewerbungen hat die Jury, deren Mitglieder von Seiten des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg, der Künstlergilde e.V. Esslingen und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland benannt wurden, die Preisträger im Jahr 2022 ausgewählt.

Die Preisträger

Den Hauptpreis sprach die Jury dem Podcast Steppenkinder zu, der von Ira Peter und Edwin Warkentin geschaffen wurde. Ira Peter ist Medien- und Kulturschaffende, Edwin Warkentin Kulturreferent für Russlanddeutsche. Beide sind als Kind mit ihren Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingewandert. Die Jury begründete ihre Entscheidung unter anderem mit dem grundständigen Charakter des Podcasts. Ein Ziel des Podcasts sei es, eine Verstehenshilfe zu leisten, um gesamtgesellschaftliche aber auch binnengesellschaftliche Aspekte rund um das Thema „russlanddeutsch“ in einen Diskurs zu bringen. „Verstehen“ bedeutet in diesem Fall, dass immer wieder Rückbezüge im Sinne eines Geschichtsbewusstseins gesetzt werden. Eine enorme Themenvielfalt wie „Wie Erinnerung uns Würde verleiht“, „Identität als Strategie“, „Das sprachliche Gepäck der Russlanddeutschen“ oder auch „Russlanddeutsche in den Medien“ ermöglichen es, Selbst- und Fremdwahrnehmungen von Aussiedlern ins Gespräch zu bringen, aber auch einen Konsens anzubahnen.

Als Förderpreis für den Nachwuchs wurde der Podcast Ostklick ausgewählt. Ostklick wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie durch die Robert Bosch Stiftung gefördert. Weitere Partner sind gesellschaftspolitische Akteure, unter anderem das Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen. Der Podcast Ostklick, der von einem jungen fünfköpfigen Projektteam betreut wird, schafft es aus Sicht der Jurymitglieder in besonderer Weise, gesamtgesellschaftliche Themen mit denen russlanddeutscher Aussiedler in Verbindung zu bringen. Dabei geht es um das Aufgreifen aktueller soziologischer Debatten in den Themenbereichen „Identität“, „Gesellschaft und Engagement“, „Geschichte“ sowie „Werte und Perspektiven“. Es werden vertiefende Veranstaltungsformate zum Themenbereich angeboten und medial aufbereitet.

Der Russlanddeutsche Kulturpreis wird an die Preisträgerinnen und Preisträger am 2. Dezember 2022 im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen verliehen.

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