INFRASTRUKTUR

Land stimmt Planungsbeschleunigungsgesetz zu

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)

Das Land hat im Bundesrat dem Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich zugestimmt. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist Grundlage für eine effiziente Beförderung von Menschen und Gütern und damit für eine starke Wirtschaft im Land.

Das Land hat im Bundesrat dem Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich zugestimmt. In der Bundesratssitzung vom 23. November hat sich Minister Hermann, für eine Verabschiedung des Planungsbeschleunigungsgesetzes ausgesprochen, trotz Kritik an einzelnen Punkten und an Unzulänglichkeiten. „Eine Beschleunigung der Planung und Realisierung von Infrastrukturvorhaben ist dringend nötig. Ich werde mich weiter für ein verbessertes Konzept zur Planungsbeschleunigung einsetzen,“ betonte Verkehrsminister Hermann.

Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist Grundlage für eine effiziente Beförderung von Menschen und Gütern und damit für eine starke Wirtschaft im Land. Sie ist darüber hinaus Voraussetzung für die Förderung von nachhaltiger Mobilität. Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem vor, dass künftig vorbereitende Maßnahmen oder Teilmaßnahmen eines Gesamtvorhabens (zum Beispiel artenschutzrechtliche Maßnahmen) schon vor Vorliegen eines Planfeststellungsbeschlusses durchgeführt werden dürfen. So kann zügig nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses mit dem eigentlichen Bau der Infrastruktur begonnen werden. Das Gesetz enthält zudem Regelungen zur Optimierung des Ablaufs von Genehmigungsverfahren.

Minister Hermann für Ergänzungen im Planungsbeschleunigungsgesetz

Das Verkehrsministerium wird sich dafür einsetzen, dass dieses Gesetz um bislang fehlende wichtige Regelungen ergänzt wird. Mit einer verpflichtenden frühzeitigen und transparenten Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturvorhaben können Interessen ausgeglichen und Widerstände gegen Projekte vermieden werden. Überflüssige Doppelprüfungen in verschiedenen Phasen der Planungs-und Genehmigungsverfahren müssen vermieden werden. Besonders wichtig sind auch gesetzliche Vorschriften, welche den Ausbau des ÖPNV sowie Ersatzneubauten beschleunigen. So sollten Ersatzneubauten von Brücken wie Sanierungen und nicht wie Neubauten eingestuft werden. Damit kann ein zeitraubendes Planfeststellungsverfahren einfach vermieden werden. Gleichwohl müssen europäische Natur- und Umweltstandards vor allem bei echten Neubauprojekten eingehalten werden.
   
Der Bund hat in der Bundesratssitzung zugesagt, die Umsetzung der fehlenden Regelungen zusammen mit den Ländern in Angriff zu nehmen. Ziel weiterer Bemühungen zur Beschleunigung der Verfahren muss auch die Optimierung der Verwaltungsabläufe sein. Zwischen den verschiedenen Behörden der staatlichen Ebenen geht nach Hermanns Erfahrung am meisten Zeit verloren. “Da müssen wir schneller und effizienter werden“, so Minister Hermann. Außerdem sprach sich Hermann für einen deutlichen Personalausbau bei Genehmigungsbehörden und Gerichten aus.

Weitere Informationen

Das im Jahr 2016 vom BMVI ins Leben gerufene Innovationsforum Planungsbeschleunigung, zusammengesetzt aus Beteiligten an Planungs- und Bauprozessen im Infrastrukturbereich (Vertreter von Baufirmen, Vorhabenträgern, Behörden, Verbänden) hat sich intensiv mit den Hindernissen auseinandergesetzt, die einer zügigen Umsetzung von Projekten entgegenstehen und hat mögliche Maßnahmen zur Beseitigung dieser Hindernisse zusammengetragen. Der Abschlussbericht des Innovationsforums wurde im März 2017 vorgelegt. Aus dem Abschlussbericht mit seiner Vielzahl an Vorschlägen hat das BMVI eine „Strategie Planungsbeschleunigung“ extrahiert, die 12 Maßnahmenvorschläge zur Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode vorsieht. Auf Grundlage dieser Strategie wurde der Entwurf des Gesetzes zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich erstellt.

Das Planungsbeschleunigungsgesetz ist ein erster Schritt zur Umsetzung dieser „Strategie Planungsbeschleunigung“, weitere Maßnahmen auch außerhalb von Gesetzgebungsverfahren sollen folgen.

Weitere Meldungen

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheitssystem

Hildenbrand kritisiert Umsetzung der GKV-Reform

Ein Mitarbeiter scannt den Barcode eines Artikels für den Paketversand. (Bild: © dpa)
Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut begrüßt Maßnahmen zum Bürokratieabbau

von links nach rechts: Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Ministerpräsident Cem Özdemir und Staatssekretär Rudi Hoogvliet
Politisches Sommerfest

Stallwächterparty 2026 zum Thema Exportschlager

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise

Elektrischer Zug in schwarz-gelbem Design fährt durch eine grüne Landschaft.
Öffentlicher Nahverkehr

SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Landgericht Ulm
Justiz

Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch auf der Kippe

Ein Ingenieur der Porsche AG vermisst für die Digitalisierung einen Panamera (Bild: © dpa).
Automobilwirtschaft

Wirtschaftsministerin lädt zu Spitzengespräch ein

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Hochschulen

Schnellbau-Initiative bringt zusätzlichen Investitionsschub

Staatssekretär Florian Haßler spricht beim Festakt zum Donauraum
Europa

Der Donauraum gehört zu unserer europäischen Identität

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
EU-Donauraumstrategie

Europäische KI-Netzwerke stärken Witschaft

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
Radverkehr

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Eine Person erntet eine Traube bei der Weinlese.
Weinbau

Neue Verwaltungsvorschrift unterstützt Weinbau

Ein Mitarbeiter einer Straßenschilderfirma befestigt in Freiburg ein Verkehrsschild, das auf eine Umweltzone in der Innenstadt hinweist (Bild: dpa).
Digitalisierung

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

Labor-Utensilien bei einem Drug-Checking-Projekt
Suchthilfe

Land bereitet Drug-Checking-Verordnung vor

Eine Frau und ein Mann bei der Weinlese.
Weinbau

Förderprogramm für den Weinbau gestartet