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Inklusion in der hochschulischen Bildung

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Eröffnung des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung

Das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zieht nach seiner Eröffnung im Jahr 2020 eine erste Bilanz. Die Arbeitsbereiche des Zentrums sind Lehre und Forschung und Transfer. Die angebotenen Lehrveranstaltungen sind landesweit stark nachgefragt. 

Zum 1. November 2020 öffnete das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung (AW-ZIB) erstmalig als Pilotprojekt seine Pforten – und zieht nun Bilanz. Das AW-ZIB wurde als Einrichtung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit dem Ziel eingerichtet, für das Thema Inklusion in der hochschulischen Bildung mit besonderem Schwerpunkt auf der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu sensibilisieren. Mittlerweile sind sechs Personen mit sogenannten kognitiven Einschränkungen als qualifizierte Bildungsfachkräfte am AW-ZIB dauerhaft beschäftigt; eine weitere Person mit Schwerbehinderung absolvierte am AW-ZIB ein Inklusives Freiwilliges Soziales Jahr.

„Inklusion muss gelebt werden – das zeigt das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung als herausragendes Beispiel ganz deutlich! Hier kommen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zusammen, um gemeinsam zu forschen, zu lehren und zu lernen. Mit diesem bundesweit einmaligen Konzept ermöglichen wir echte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Nach nun knapp zwei Jahren bin ich stolz, dass dieser Pionier in einem so wichtigen Thema wie der Inklusion gelungen ist und stetig weiterwächst und sich entwickelt“, teilte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Montag, 26. September 2022 in Stuttgart mit.

Das erste Zentrum seiner Art

Das AW-ZIB nimmt eine Vorreiterrolle ein: Es ist – national wie international – das erste Zentrum seiner Art, das als wissenschaftliche Einrichtung und Inklusionsabteilung an einer Hochschule verortet wurde.

Erstmalig haben Bildungsfachkräfte als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhalten. Die Bildungsfachkräfte geben im Rahmen von Lehrveranstaltungen als Menschen, die selbst als kognitiv beeinträchtigt gelten, Einblicke in ihre Lebenswelten und ihre Erfahrungen zum Thema Inklusion und Exklusion. Die vom AW-ZIB angebotenen Lehrveranstaltungen werden landesweit von Hochschulen stark nachgefragt. Die Hochschulen und die Studierenden im Land profitieren von den Lehrveranstaltungen der Bildungsfachkräfte.

Allein im vergangenen Semester hat das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung an 15 Standorten in ganz Baden-Württemberg 28 Bildungsveranstaltungen ausgebracht und 850 Studierende erreicht. Diese Angebote sowie deren Wirkung werden zudem wissenschaftlich erforscht.

Große Nachfrage für angebotene Veranstaltungen

Mit der dauerhaften Verankerung des AW-ZIB ab dem Landeshaushalt 2022 konnte die Verstetigung dieser erfolgreichen Einrichtung erreicht werden. Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag, um das Thema Inklusion in der hochschulischen Bildung nachhaltig voranbringen zu können. Darüber hinaus unterstützt das Wissenschaftsministerium die Inklusionsforschung am AW-ZIB bis 2028 durch Bereitstellung einer Juniorprofessur und durch die Abordnung von insgesamt vier Lehrkräften mit dem Ziel einer Promotion zum Thema Inklusion. Deutschlandweit gibt es aktuell in fünf Ländern weitere Einrichtungen für Inklusive Bildung, deren Arbeit auf dem gleichen Qualifikationsprinzip gründet.

„Dass das AW-ZIB der großen Nachfrage zu den angebotenen Veranstaltungen kaum noch nachkommen kann, zeigt deutlich das Interesse am Thema Inklusion. Ich freue mich, dass sich auf diesem so wichtigen Gebiet viel bewegt und wir einen entscheidenden Teil dazu beitragen können, dass Menschen mit Behinderung als fester Teil unserer Gesellschaft angesehen werden“, so Bauer weiter.

Lehre und Forschung und Transfer sind die drei Arbeitsbereiche des AW-ZIB zur nachhaltigen und breiten gesellschaftliche Verankerung, Auseinandersetzung und Förderung des Themas Inklusion in Baden-Württemberg. Zu den Transferaufgaben des AW-ZIB zählt auch die Unterstützung der landesweiten Vernetzung vieler Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft. Seit Bestehen des Zentrums sind daraus Kooperationen mit anderen Fakultäten nicht nur der eigenen Hochschule entstanden, sondern es wurden auch Angebote für Hochschulen landesweit eingerichtet sowie auch die Zusammenarbeit mit Kommunen in den Blick genommen.

Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung

Namensgeberin für das Zentrum ist die 2015 verstorbene Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Frau Professorin Dr. Annelie Wellensiek. Annelie Wellensiek war der Überzeugung, dass alle Menschen das Recht auf Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft haben. Bildung wiederum bedeutete für sie, sich nicht voneinander abzugrenzen, sondern durch Verschiedenheit voneinander zu lernen und im Austausch neue Antworten zu finden.

In den Jahren 2020 und 2021 wurden vom Land für den Aufbau des AW-ZIB insgesamt rund 530.000 Euro für Personal und Sachmittel zur Verfügung gestellt. Mit dem Staatshaushaltsplan 2022 konnte das AW-ZIB verstetigt werden. Um die Inklusionsforschung am AW-ZIB zu unterstützen, stellt das Wissenschaftsministerium darüber hinaus dem AW-ZIB für die Dauer von sechs Jahren eine W 1-Juniorprofessur und insgesamt vier Lehrkräfteabordnungen zur Verfügung (jeweils zwei Lehrkräfte für die Dauer von drei Jahren zur Promotion im Bereich der Inklusionsforschung).

Meldung: Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung eröffnet

Instagram-Kanal des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusiver Bildung

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