Hochschulen

Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung eröffnet

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eröffnung des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung
Eröffnung des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung

Das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist eine bundesweit einmalige Einrichtung, deren Aufgaben in der landesweiten Sensibilisierung für das Thema Inklusion mit besonderem Schwerpunkt auf der Lehrerbildung liegen.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg eröffnet am Freitag, 16. Oktober 2020, gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung (AW-ZIB), welches bundesweit einmalig in seiner Art ist. Dort bringen sich Menschen, die als kognitiv beeinträchtigt gelten und eine dreijährige Vollzeitqualifizierung erfolgreich abgeschlossen haben, als Bildungsfachkräfte selbst in die Hochschullehre ein.

Echte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

„Das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung ist ein strahlendes Beispiel für echte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Hier kommen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen, um gemeinsam zu forschen, zu lehren und zu lernen. Ich bin stolz, dass uns dieser Pionier in einem so wichtigen Thema wie Inklusion gelungen ist und wir als Land Baden-Württemberg das Hochschulzentrum mit einer halben Million Euro unterstützen können“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Qualifikationsvorhaben für Bildungsfachkräfte gibt es bundesweit derzeit in vier Ländern. Ein Alleinstellungsmerkmal des Zentrums in Baden-Württemberg ist, dass die Bildungsfachkräfte als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhalten.

Einblicke in Inklusions- und Exklusionserfahrungen

Als „Experten in eigener Sache“ bereichern die Bildungsfachkräfte die hochschulische Lehre zur Inklusion durch die Perspektive von Menschen mit Behinderungen. Sie geben Einblicke in ihre Lebenswelten, in Inklusions- und Exklusionserfahrungen und bieten landesweit Lehrveranstaltungen an. Die Nachfrage ist bereits im laufenden Wintersemester sehr hoch. In Zusammenarbeit mit einem Begleitteam am AW-ZIB bereiten die Bildungsfachkräfte die Lehrveranstaltungen vor, insgesamt wird hierbei an drei Forschungsvorhaben gearbeitet: „Untersuchung der Wirkungen der Bildungsarbeit“, „Evaluation und Weiterentwicklung der Bildungsangebote“ sowie „Evaluation und Weiterentwicklung der Qualifizierung“. Das Zentrum wird zudem für die landesweite Organisation, Koordination und Weiterentwicklung der Bildungsarbeit und den Transfer der Bildungsangebote zuständig sein.

„Von der Arbeit des Annelie-Wellensiek-Zentrums erhoffe ich mir weitere Erkenntnisse zum Umgang mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Ich bin überzeugt, dass das Hochschulzentrum im Bereich der inklusiven Bildung hier einen wertvollen Beitrag leisten kann,“ so die Wissenschaftsministerin.

Durch Verschiedenheit voneinander lernen

Namensgeberin für das Zentrum ist die 2015 verstorbene ehemalige Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Annelie Wellensiek. Annelie Wellensiek war der Überzeugung, dass alle Menschen das Recht auf Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft haben. Bildung wiederum bedeutete für sie, sich nicht voneinander abzugrenzen, sondern durch Verschiedenheit voneinander zu lernen und im Austausch neue Antworten zu finden.

Das Land unterstützt das AW-ZIB mit über 500.000 Euro zunächst in den Jahren 2020 und 2021. Der Aufbau des AW-ZIB wird durch eine Geschäftsstelle im Wissenschaftsministerium begleitet. Das von der Fachschule für Sozialwesen der Johannes-Diakonie-Mosbach in Kooperation mit dem Institut für Inklusive Bildung und durch maßgebliche Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung getragene Projekt „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“ wurde durch die Einrichtung des Zentrums an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg nachhaltig verstetigt.

Pädagogische Hochschule Heidelberg: Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung

Weitere Meldungen

Neuer Rettungshubschrauber Christoph Ortenau
Rettungsdienst

Rettungshubschrauber Christoph Ortenau startet in Lahr

Ein Mann wird geimpft.
Gesundheit

Impfen zeigt positive Auswirkungen

Jugendliche halten ein Banner mit der Aufschrift «Ehrenamt» in den Händen.
Ländlicher Raum

Jugendliche fürs Ehrenamt begeistern

links: Behältnis, das am Ostersonntag (5. April 2026) in einem Garten gefunden wurde; rechts: Laboranalyse
Strahlenschutz

Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium-210

Euro-Banknoten
Krankenversicherung

Versicherungsfremde Leistungen endlich aus Bundeshaushalt finanzieren

Businessfrau sitzt an einem PC
Arbeitsmarkt

Mehr Frauen in Beschäftigung

Logo "Turmwärts"
Ländlicher Raum

Kreative Nachnutzung von Trafo­türmen im Ländlichen Raum

Quantum for all
Quantenforschung

Weitere 4,5 Millionen Euro für Graduiertenschule

Ein Mann setzt sich eine Spritze mit Heroin in den Arm.
Sicherheit

Zahl der Drogentoten leicht zurückgegangen

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Ein Ingenieur kontrolliert in einem Labor mit einem Mikroskop einen Chip zum Einsatz in einen Quantencomputer.
Innovation

Land fördert 14 Prototypen für Zukunftstechnologien

Gewinnerteam Regional Cup Tübingen
Start-up BW

ELASTheal gewinnt den Regional Cup Tübingen

Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Innovation

Land fördert Technologie­kooperation mit der Ukraine

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Neuer Studienjahrgang startet an der Hochschule für Polizei

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Verhaltene Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt