Schienenverkehr

Dritter Schienengipfel zur Hochrheinbahn

Unterwegs in Baden-Württemberg, IRE 3259 als Dieseltriebwagen der Baureihe VT 612. (Bild: © Deutsche Bahn AG / Georg Wagner)

Der dritte Schienengipfel zur Hochrheinbahn hat zum ersten Mal in digitaler Form getagt. Im Fokus standen die Betriebsqualität sowie der Ausbau der Hochrheinbahn.

Der dritte Schienengipfel zur Hochrheinbahn hat zum ersten Mal in digitaler Form getagt. Der Einladung von Felix Schreiner (Mitglied des Bundestags) und Sabine Hartmann-Müller (Mitglied des Landtags) folgten Dr. Uwe Lahl, Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums, Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg und David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio in Baden-Württemberg mit weiteren DB-Vertretern, sowie weitere Abgeordnete und zahlreiche Spitzenvertreter aus den Kommunen und dem Landkreis Waldshut-Tiengen. Im Fokus des Schienengipfels standen die Betriebsqualität sowie der Ausbau der Hochrheinbahn.

Deutliche Qualitätsverbesserung durch Doppelstockzüge

Im Jahr 2020 konnte die Zuverlässigkeit im Regionalverkehr im Vergleich zu den Vorjahren gesteigert werden. Im Durchschnitt waren 85,7 Prozent der Regionalexpresszüge (Netz 5) und 91,7 Prozent der Regionalbahnen (Netz 16c) pünktlich, also weniger als vier Minuten verspätet. Im Jahr 2019 lagen die Werte noch bei 79,2 Prozent (Netz 5) und 88,8 Prozent (Netz 16c). Auch die Zahl der ausgefallenen Züge ging in beiden Netzen leicht von 895 auf 824 zurück. Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl, Amtschef im Landesministerium für Verkehr: „Die Kennzahlen haben sich zwar verbessert. Das Land Baden-Württemberg als Besteller der Zugleistungen ist aber mit der gelieferten Qualität noch nicht zufrieden. Die Zahl der Zugverspätungen und Ausfälle ist noch zu hoch. Die Zuverlässigkeit muss sich noch entscheidend verbessern. Aus diesem Grund halten wir Wort und passen die Verkehre Ende 2021 grundlegend an.“

Vom Fahrplanwechsel im Dezember 2021 an ändert sich der Fahrzeugeinsatz bei den durchgehenden Regionalexpresszügen von Basel nach Friedrichshafen. Anstatt der Neigetechnik-Triebwagen (VT 612) werden alle zwei Stunden Lok-Wagen-Züge mit Doppelstockwagen auf der Hochrheinbahn unterwegs sein. Die restlichen Regionalexpresszüge verkehren weiterhin mit Fahrzeugen der Baureihe VT 612. Durch den neuen Fahrzeugeinsatz werden die Fahrpläne entspannt, der gesamte Betrieb im Netz „Donau-Alb“ stabilisiert, sowie die Kapazitäten auf der Hochrheinbahn deutlich ausgeweitet. Auch für Fahrräder steht in den neuen Zügen deutlich mehr Platz zur Verfügung. „Mit dem Einsatz der Doppelstockzüge erreichen wir eine deutliche Qualitätsverbesserung. Unsere Fahrgäste profitieren dann von Ende diesen Jahres an insbesondere von dem höheren Platzangebot“, so der DB-Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz.

Elektrifizierung der Hochrheinbahn

Deutliche Verbesserungen werden dann der Ausbau und die Elektrifizierung der Hochrheinbahn mit sich bringen. „Es ist unser erklärtes Ziel, dass schon ab Ende 2025 eine neue Zeit auf der Hochrheinbahn beginnt. Hierfür ziehen wir mit allen Beteiligten an einem Strang“, betont Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl, Amtschef im Landesministerium für Verkehr. Der Grundstein ist gelegt, im Dezember 2020 wurden die Planfeststellungsunterlagen für das Projekt beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl: „Es freut mich besonders, dass wir den engen Zeitplan bis zum 6. Dezember 2020 einhalten konnten. Dadurch ist das Regierungspräsidium Freiburg die zuständige Anhörungsbehörde.“ Das Land Baden-Württemberg kann das Projekt mit zusätzlich geschaffenen Stellen weiter unterstützen und die Prüfung der Unterlagen wird beschleunigt. Bei einer Einreichung nach dem 6. Dezember 2020 wäre das Eisenbahnbundesamt aufgrund einer Gesetzesänderung für das gesamte Verfahren, also auch für Anhörung, zuständig gewesen.

Der DB-Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg Thorsten Krenz: „Die Deutsche Bahn hat mit allen Kräften daran gearbeitet, die Planfeststellungsunterlagen pünktlich beim Eisenbahn-Bundesamt einzureichen, und ich bin stolz auf die Leistung unserer Mannschaft. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg, den Landkreisen Waldshut und Lörrach, dem Kanton Basel-Stadt und den weiteren Projektpartnern ist der Schlüssel zu einer zielstrebigen und effizienten Umsetzung des Projekts.“

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