Schienenverkehr

Land plant deutliche Angebotsverbesserungen auf und zu der Gäubahn

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RE zwischen Singen und Stuttgart (Gäubahn) - hier zwischen Aistaig und Sulz, im Vordergrund der Neckar (Bild: Deutsche Bahn AG/ Georg Wagner)

Aufgrund der Teilunterbrechung der Gäubahn im Zuge der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 hat das Land ein verbessertes Zugangebot auf dem Teil der nicht unterbrochenen Gäubahn und einigen Zulaufstrecken vereinbart.

Im Zuge der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 wird die Gäubahn von und nach Singen sowie Zürich im Stuttgarter Stadtgebiet unterbrochen werden. Nach aktuellem Stand wird dies Mitte 2026 der Fall sein. Bis zur Inbetriebnahme des geplanten Pfaffensteigtunnels zur Verbindung der Gäubahn mit dem Flughafen und dem neuen Hauptbahnhof werden die Züge in Stuttgart-Vaihingen enden und starten. Die Fahrgäste müssen zum Hauptbahnhof auf die Stadtbahn und die S-Bahn umsteigen. Während der Unterbrechung plant das Land ein verbessertes Zugangebot auf der Gäubahn und einigen Zulaufstrecken.

Verkehrsminister Winfried Hermann stellte das Kompensationspaket am Freitag in Rottweil vor. Er sagte: „Die Fahrgäste werden als Ausgleich für die Kappung der Gäubahn und den Umstieg in Stuttgart-Vaihingen deutlich bessere Angebote auf der Strecke zwischen Stuttgart und Singen bekommen. Zugleich appelliere ich an Bund und Bahn, die Planung und den Bau des Pfaffensteigtunnels zügig voranzutreiben und die Finanzierung abzusichern. Denn die Gäubahn ist nicht nur für den regionalen Schienenverkehr, sondern auch als internationale Nord-Süd-Verbindung von großer Bedeutung.“

Fernverkehrsverbindung bleibt – Metropolexpresszüge kommen dazu

Nach dem Konzept wird das Fernverkehrsangebot mit stündlichen Intercity-Verbindungen und die Nutzbarkeit mit Nahverkehrstickets fortbestehen. Zusätzlich werden im Großraum Stuttgart sogenannte Metropolexpresszüge (MEX) eingesetzt, wie sie auf den anderen Zulaufstrecken nach Stuttgart schon seit einigen Jahren im Einsatz sind. Mit den MEX-Zügen werden die Kapazitäten erhöht und die Anzahl an Fahrten im Regionalverkehr im Vergleich zum heutigen Fahrplan deutlich verbessert: Die heutigen Linien von Freudenstadt und von Rottweil werden in Zukunft (ohne Verflechtung) separat nach Stuttgart geführt. Weil das bisherige Trennen und Kuppeln von Zügen in Eutingen wegfällt, wird eine größere Fahrplanstabilität erwartet. Die Fahrzeit zwischen Rottweil und Böblingen verkürzt sich um zwölf Minuten. Die Fahrten der Metropolexpresszüge werden gleichmäßiger über den Tag verteilt sein. Zwischen Horb und Stuttgart-Vaihingen werden die MEX-Züge in einem Halbstundentakt verkehren. Zusätzlich verkehrt der MEX Stuttgart-Horb in der Hauptverkehrszeit bis nach Rottweil. 

S1 wird von Herrenberg nach Horb verlängert

Als weiteres Angebot im regionalen Schienenverkehr soll an Werktagen tagsüber die S-Bahnlinie 1 von Herrenberg stündlich nach Horb verlängert werden. Damit wird es weiterhin eine durchgehende, umsteigefreie Verbindung von Horb bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof geben. Es halten – zusammen mit den MEX-Zügen – mindestens drei Züge pro Stunde an den Stationen zwischen Horb und Stuttgart-Vaihingen. Mit dem Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart müssten hierfür noch Absprachen getroffen werden.

Zusätzliche Angebote auch im Süden der Gäubahn geplant

Auch für den südlichen Teil der Gäubahn und die weiterführenden Bahnlinien sieht das Konzept Verbesserungen vor. Zwei zusätzliche Expresszugpaare werden das Fahrtenangebot zwischen Stuttgart und Singen am Morgen und am Abend verbessern. Das Angebot soll in Tagesrandlagen auch auf dem Ringzug zwischen Rottweil und Tuttlingen, auf der Verbindung Tuttlingen-Engen-Singen, sowie auf der Seehas-Strecke zwischen Singen und Konstanz verbessert werden. Auf der Schwarzwaldbahn wird ein zusätzliches Zugpaar verkehren. Dadurch sind spätere Fahrten möglich, außerdem kann ein Zug am Morgen nach Konstanz beschleunigt fahren. In der Gegenrichtung am Abend wird ein späteres Heimkommen vom Bodensee ermöglicht werden. Verbesserungen sind auch auf der Donaubahn geplant.

Horb, Rottweil und IG Gäubahn begrüßen Kompensationspaket

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn, Guido Wolf, sagte: „Seitens des Interessenverbandes bedauern wir die Kappung der Gäubahn bis zur Fertigstellung des Pfaffensteigtunnels. Fakten und Argumente dazu wurden vom Interessenverband mit Unterstützung des Verkehrsministeriums und mit den Projektpartnern von Stuttgart 21 in einem umfangreichen Faktencheck durch externe Gutachter geprüft. Die vom Land heute vorgestellten Verbesserungen in der Taktdichte, aber auch auf den Zulaufstrecken begrüßt der Interessenverband und dankt dem Land Baden-Württemberg für dieses zusätzliche Engagement.

Auch der Interessenverband fordert die zügige Weiterplanung und den Bau des Pfaffensteigtunnels, um einen möglichst raschen Anschluss an den Tiefbahnhof zu ermöglichen. Der Bund und die Deutsche Bahn bleiben aber auch aufgefordert, die weiteren Planungen auf der Gäubahn südlich von Böblingen zügig voranzutreiben.“

Der Horber Oberbürgermeister, Peter Rosenberger, sagte: „Mit der Metropolexpress-Strategie verbessert das Land den Schienenstandort Horb am Neckar deutlich. Ein möglich erscheinender S-Bahn-Halt kann die Kompensationen während der Interimsphase verbessern. Danke schon heute allen Beteiligten für ihre Bemühungen in dieser Richtung.“

Der Rottweiler Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf sagte: „Ohne eine direkte Anbindung der Gäubahn an den Hauptbahnhof in Stuttgart droht uns eine jahrelange Durststrecke. Vor diesem Hintergrund ist es gut und richtig, dass das Land Baden-Württemberg zumindest eine Verbesserung des bestehenden Zugangebots erreicht hat. Für Rottweil ist das auch mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 wichtig, denn wir wollen möglichst viele Menschen zu einer Anreise mit der Bahn motivieren.“

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