Verkehr

Statt Fahrverbote wirksame Maßnahmen für weniger CO2-Ausstoß

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Autos fahren in Stuttgart (Foto: © dpa)
Symbolbild

Der Verkehrssektor hat seine Klimaschutzziele nach Aussage des Expertenbeirats der Bundesregierung erneut verfehlt. Verkehrsminister Winfried Hermann dringt deshalb auf wirksame Maßnahmen und bringt dazu Vorschläge in die Verkehrsministerkonferenz ein.

Der Verkehrssektor hat seine Klimaschutzziele nach Aussage des Expertenbeirats der Bundesregierung erneut verfehlt. Verkehrsminister Winfried Hermann dringt deshalb auf wirksame Maßnahmen und bringt dazu Vorschläge in die Verkehrsministerkonferenz (VMK) am 17. und 18. April 2024 in Münster ein. „Die klimaschonende Elektromobilität muss stärker gefördert und die Privilegien für Verbrenner müssen abgeschafft werden“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

KfZ-Steuer klimaorientiert gestalten

Instrumente zur Förderung der Elektromobilität müssten aufkommensneutral für Staat und Verbraucher gestaltet werden, heißt es in einem Antrag Baden-Württembergs zur VMK. Daher müsse die Kfz-Steuer neugestaltet werden aus, sodass ein höherer Anreiz zum Kauf eines Fahrzeugs mit klimaschonendem Antrieb besteht. Ergänzend sollte die Lenkungswirkung der Besteuerung von Dienstwagen erhöht werden, sodass nur noch klimafreundliche Dienstfahrzeuge einen Steueranreiz erhalten.

Der Expertenbeirat Klimaschutz in der Mobilität (EKM) hatte berechnet, dass die bereits beschlossenen und eingeführten Maßnahmen zu 10,5 Millionen vollelektrischen Pkw im Jahr 2030 führen. Das Koalitionsziel ist aber ein vollelektrischer Bestand von 15 Millionen Pkw in jenem Jahr. Den Berechnungen zufolge wäre dieser erst zwei bis drei Jahre später vorhanden. Deshalb wären Schritte für einen schnelleren Hochlauf der E-Mobilität nötig.

Mehr Geld für regionalen Schienenverkehr erforderlich

Seit der Bahnreform Mitte der 1990er Jahre sind die Länder für den regionalen Schienenverkehr zuständig. Um die Züge bestellen zu können, erhalten die Länder Mittel aus den Gemeinschaftssteuern. Angesichts der drastischen Steigerung der Kosten für Personal und Energie reichen diese sogenannten Regionalisierungsmittel schon in den nächsten Jahren nicht mehr, um das bisherige Angebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu halten, geschweige denn auszubauen.

Bereits die vom Bundesverkehrsministerium beauftragte Studie „Ermittlung des Finanzbedarfs für den ÖPNV bis 2031“ hatte einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von rund 40 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2031 ergeben. Schon auf Grundlage dieser Studie ist die kurzfristige Bereitstellung weiterer Regionalisierungsmittel zwingend erforderlich, um zumindest die Bestandsverkehre ab dem Jahr 2025 weiter finanzieren zu können. „Auf diese Notwendigkeiten ist der Bund bisher nicht eingegangen“, kritisierte Minister Hermann. Er fügte hinzu: „Wenn sich das nicht ändert, werden die Bundesländer gezwungen sein, in naher Zukunft das Angebot im regionalen Bahnverkehr auszudünnen und Züge abzubestellen.“

Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur durch Fondslösung verstetigen 

„Ob Schiene, Straße oder Wasserstraße – bei allen Verkehrsträgern gibt es einen hohen Investitionsbedarf, vor allem für Sanierung und Erhalt. Deshalb unterstütze ich grundsätzlich die Idee, einen Infrastrukturfonds aufzubauen, der über die Legislaturperioden hinausreicht“, erklärte Minister Hermann.

Weitere Meldungen

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Offene Rohrdurchführungen im Kernkraftwerk Philippsburg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Tadeusz Matacz (rechts) stehen vor Fahnen und präsentieren die Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Ehrentitel Professor an Tadeusz Matacz

Renato Gigliotti
Polizei

Neue Leitung für das Polizeipräsidium Ravensburg

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
Nahverkehr

bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg eröffnet

Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht Dr. Edwin Ernst Weber (rechts) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Staufermedaille an Dr. Edwin Ernst Weber

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

links: Behältnis, das am Ostersonntag (5. April 2026) in einem Garten gefunden wurde; rechts: Laboranalyse
Strahlenschutz

Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium-210

Euro-Banknoten
Krankenversicherung

Versicherungsfremde Leistungen endlich aus Bundeshaushalt finanzieren

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Polizei

Bilanz des europaweiten Speedmarathons 2026

Asiatische Hornisse
Artenmanagement

Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse melden

Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Raum Offenburg bei Griesheim (Symbolbild: © dpa).
Wasserwirtschaft

Land unterstützt Wasserwirt­schaft mit 265 Millionen Euro

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald