Nahverkehr

Kostensteigerungen in der Busbranche gedämpft

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Zwei Busse der Dachmarke bwegt
Symbolbild

Die Kostensteigerungen in der Busbranche werden durch fallende Dieselkosten gedämpft. Dies geht aus dem Baden-Württemberg-Index für den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Straße für das Jahr 2023 hervor.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat den Baden-Württemberg-Index für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Straße für das Jahr 2023 (BW-Index) veröffentlicht. Der BW-Index spiegelt die Veränderung der Kosten für die Busverkehre des ÖPNV im Vergleich zum Vorjahr wider. Damit erfüllt das Verkehrsministerium seine Zusage im Pakt für den Mittelstand, für Kostentransparenz zu sorgen.

Der Index verdeutlicht, dass die Kosten im ÖPNV weiter angestiegen sind. Während die Kosten für Dieselkraftstoffe um 8,7 Prozent zurückgegangen sind, kann bei den Kosten für Strom ein starker Anstieg von 16 Prozent verzeichnet werden. Weiter konnte auch ein Anstieg bei den anderen vier Vergleichsparametern beobachtet werden, so stiegen beispielsweise die Kosten für die Instandhaltung um 5,2 Prozent. Insgesamt sind im Vergleich zum Vorjahr die Kosten um 2,7 Prozent im Ballungsraumverkehr und um 3,0 Prozent im Überlandverkehr gestiegen. Als Hauptgrund hierfür sind die Tarifabschlüsse im privaten Omnibusbereich und der allgemeine Preisanstieg im Energiesektor zu benennen.

Verkehrsminister Winfried Hermann sieht die Busunternehmen von den Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung betroffen: „Die massiven Preissteigerungen in vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens machen auch vor dem ÖPNV nicht halt. Der BW-Index verdeutlicht dies. Die Busunternehmen leiden unter diesem Preisdruck sehr. Immerhin gibt es bei Treibstoffkosten Entspannung. Deswegen ist der BW-Index ein wichtiges Instrument und mit dessen Anwendung können die Busunternehmen finanziell gestärkt und dieser Druck vermindert werden.“

Bündnis für den Mittelstand und BW-Index ÖPNV Straße

Bereits im November 2020 wurde eine Vereinbarung zum „Bündnis für den Mittelstand“ zwischen dem Verkehrsministerium, den kommunalen Landesverbänden und dem Verband der privaten Busunternehmen in Baden-Württemberg (WBO) geschlossen. Das Hauptziel dieses Bündnisses ist es, die Marktbedingungen für mittelständische Unternehmen zu verbessern, wofür verschiedene Maßnahmen ergriffen wurden. Eine dieser Maßnahmen ist die Einführung des BW-Index ÖPNV Straße, der jährlich veröffentlicht wird und eine einheitliche Kostenfortschreibung von Verkehrsleistungen im Land ermöglicht. Dies trägt dazu bei, einen qualitativen öffentlichen Personennahverkehr flächendeckend zu fördern.

Hintergrund dieser Maßnahmen ist die oft nicht kostendeckende Organisation der Busverkehre vor Ort, die sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste orientiert und daher häufig Zuschüsse erfordert. Diese Zuschüsse werden in öffentlichen Dienstleistungsaufträgen zwischen Aufgabenträgern und Busunternehmen vereinbart. Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklungen müssen die Zuschüsse an die Busunternehmen mit der Kostenentwicklung fortschreiten. Während des Auftrags wird diese Fortschreibung mithilfe des BW-Index ÖPNV Straße vorgenommen. Die Anwendung dieses Index soll ein fester Bestandteil der Dienstleistungsaufträge bei der Vergabe von Verkehrsleistungen sein. Die Gewichtung der einzelnen Kostengruppen kann vor Ort von den Aufgabenträgern festgelegt werden.

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