Corona-Impfung

Arztpraxen und Impfzentren üben Schulterschluss

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Fachärztin für Allgemeinmedizin impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.

Bei einem gemeinsamen Austausch zogen die Beteiligten ein positives Fazit zum Impfstart in den Arztpraxen. Bislang konnten in über 4.500 Praxen im Land bereits rund 300.000 Impfungen verabreicht werden.

Sozialministerium und Arztpraxen gehen gemeinsam in die nächste Phase der Impfkampagne. „Wir schreiben zur Zeit Rekordzahlen beim Impfen im Land. Noch diese Woche überschreiten wir vielleicht die Marke von 500.000 Impfungen pro Woche. Ab Mai könnten es eine Million werden“, sagte der Amtschef des Ministeriums für Soziales und Integration, Prof. Uwe Lahl. Am Vorabend hatte ein Stakeholder-Treffen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) stattgefunden, an dessen Ende beide Seiten übereinstimmten: „Wenn mehr Impfstoff ins Land kommt, werden wir alle Kapazitäten brauchen.“

Dank Vorbereitung gelungener Impfstart in den Praxen

Beim Landesimpfgipfel vor wenigen Tagen wurden eine Reihe von Dialogveranstaltungen zwischen Gesundheitsministerium und verschiedenen am Impfen beteiligten Akteurinnen und Akteuren angekündigt. Den Auftakt zu dieser Reihe bildete nun eine Dialogveranstaltung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, an der neben deren Delegierten zur Vertreterversammlung auch die Pandemiebeauftragten der KVBW teilnahmen. Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit über die Zusammenarbeit und zum Impfstart in den Praxen.

„Wir ziehen beim Impfen an einem Strang, das hat dieser sehr gute Austausch noch einmal deutlich gemacht. Die Hausärztinnen und Hausärzte sind engagiert und motiviert gestartet, sie verimpfen die von ihnen bestellten Mengen sehr zügig an ihre berechtigten Patientinnen und Patienten. Durch das gemeinsame Modellprojekt von KVBW und Ministerium zum Impfen in Praxen war der Start gut vorbereitet und viele Fragen geklärt“, sagte Lahl nach der digitalen Informationsveranstaltung. „Fragen, die sich in der konkreten Praxis ergeben haben, konnten wir im Dialog direkt miteinander klären. Leider machen die Praxen jetzt die gleichen leidvollen Erfahrungen mit den Herstellern und den Liefermengen, die das Land und die Impfzentren bereits seit Dezember regelmäßig machen müssen: es kommt weniger Impfstoff als angekündigt oder Lieferungen fallen ganz aus. Deshalb setzen wir uns gemeinsam gegenüber dem Bund und vor allem den Herstellern für deutlich wachsende Mengen und mehr Planbarkeit ein“, so Lahl weiter.

Bereits rund 300.000 Impfungen in über 4.500 Arztpraxen

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg Dr. Norbert Metke zieht ein positives Fazit aus der Veranstaltung. „Es ist deutlich geworden, dass die Impfungen eine entscheidende Rolle in der Bewältigung der Pandemie spielen und dass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, und zwar Haus- und Fachärzte, hier eine besondere Rolle spielen. Jetzt müssen wir gemeinsam die Herausforderung stemmen und dafür sorgen, dass jeder verfügbare Impfstoff auch unmittelbar verabreicht wird.“

Sein Kollege Dr. Johannes Fechner ergänzt: „Jede vorgenommene Impfung ist gut. Bislang konnten in über 4.500 Arztpraxen bereits rund 300.000 Impfungen verabreicht werden. Wir müssen die Patientinnen und Patienten aber weiter um Geduld bitten und vor allem auffordern, die Praxen nicht mit Anfragen nach Terminen zu belasten. Nach wie vor ist der Impfstoff begrenzt, so dass pro Praxis nur eine beschränkte Anzahl an Impfungen nach der vorgegebenen Priorisierungsliste möglich ist.“

Niedergelassene Praxen erhalten Impfstoff über Pharmagroßhandel direkt vom Bund

Die Impfzentren der Länder erhalten vom Bund seit Ostern zusammen rund 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche, die anhand des Bevölkerungsschlüssels auf die Länder verteilt werden. Alle weiteren Impfdosen werden direkt vom Bund über den Pharmagroßhandel und die Apotheken an die niedergelassenen Praxen geliefert. Die Praxen bestellen den Impfstoff dabei im Rahmen einer vorgegebenen Maximalbestellmenge bei ihrer Apotheke. Wie viel die einzelne Praxis erhält, hängt dabei sowohl von den konkreten Liefermengen durch die Hersteller als auch von der Anzahl der bestellenden Praxen ab. Je mehr Praxen bestellen, desto weniger Impfdosen kommen in den einzelnen Praxen an. Die Apotheken, die den Impfstoff bestellen, bitten die niedergelassenen Praxen daher, die Impftermine erst dann zu vereinbaren, wenn der Praxis eine Bestellbestätigung über die bestellte Menge vorliegt.

Ministerium plant weitere Dialogveranstaltungen

Bei einem Stakeholder-Dialog mit Unternehmen sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzten am 28. April will das Ministerium im direkten Dialog offene Fragen von Unternehmen und Betriebsärzten zu Impfungen durch Betriebsärzte in Unternehmen klären und wird dazu breit einladen. Ein weiterer Stakeholder-Dialog mit Sozialverbänden, Landesbehindertenbeauftragter, Landesseniorenrat und anderen Vertreterinnen und Vertretern ist derzeit in Planung und wird in Kürze bekannt gegeben.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung in Baden-Württemberg

Weitere Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Mit unserem Messenger-Service bekommen Sie immer alle Änderungen und wichtige Informationen aktuell als Pushnachricht auf Ihr Mobiltelefon.

Weitere Meldungen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 in Stuttgart verliehen

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Promotionsfahrzeug Mehr Leben im Eigenheim
Wohnraumoffensive

Online-Dialog zu „Mehr Leben im Eigenheim“ am 25. Juni

Organspendeausweis
Organspende

Zahl der Organspenden im Land steigt leicht

Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Stechmückensaison hat begonnen

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Eine Frau befestigt einen „Rauchen-Verboten“-Aufkleber an einer Scheibe (Bild: © dpa).
Nichtraucherschutz

Neue Regeln für Raucherinnen und Raucher vom 1. Juni an

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Moderate Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Logo von Start up BW
Start-up BW

OSORA medical im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheitsschutz

Temperaturanstieg und hohe UV-Strahlung am Pfingstwochenende