Strukturpolitik

Starker ländlicher Raum

Paar wandert in der Natur (© Hohenlohe und Schwäbisch Hall Tourismus)

Der Ländliche Raum ist das Rückgrat Baden-Württembergs. Er zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität aus und punktet auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir halten den ländlichen Raum stark und attraktiv.

In Baden-Württemberg zählen rund 70 Prozent der Landesfläche zum Ländlichen Raum. Dort leben 34 Prozent der Bevölkerung, die 30 Prozent der Wirtschaftskraft unseres Landes erbringen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern stehen die ländlichen Räume in Baden-Württemberg auf Augenhöhe mit den Ballungsräumen – bei der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, bei den Arbeitsplätzen und bei den Einrichtungen der Daseinsvorsorge vor Ort. Zu verdanken ist das den vielen innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Ländlichen Raum, die ganz vorne in der Weltliga mitspielen und attraktive Arbeitsplätze bieten. Aber auch das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger gestaltet in ehrenamtlichen Tätigkeiten den Ländlichen Raum wegweisend mit. Gleichzeitig erfüllen die ländlichen Regionen wichtige Aufgaben als naturnaher Erholungs- und Ausgleichsraum.

Vorausschauende Strukturpolitik

Mit einer vorausschauenden Strukturpolitik sorgen wir dafür, dass der Ländliche Raum auch weiterhin als Wohnort und Arbeitsstätte attraktiv bleibt – gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der drohenden Abwanderung insbesondere junger Menschen in städtische Gebiete. Unsere „hidden champions“ im Ländlichen Raum spüren den harten Wettbewerb um Fachkräfte und brauchen das richtige Umfeld, um auch weiterhin für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiv zu bleiben. Dabei spielt die soziale und kulturelle Infrastruktur eine immer wichtigere Rolle. Wir schaffen und stärken die notwendigen Rahmenbedingungen, damit attraktive Arbeitsplätze, eine hohe Wertschöpfung und vielfältige Einrichtungen der Daseinsvorsorge auch weiterhin das Markenzeichen unserer ländlichen Regionen bleiben.

Um den Ländlichen Raum in Baden-Württemberg fit für die Zukunft zu machen, hat die Landesregierung die notwendigen Weichen gestellt. Sie setzt dabei auf regionale und an die Gegebenheiten vor Ort angepasste Strategien und Lösungen. Eine wichtige Initiative ist die Einrichtung eines Kabinettsauschusses Ländlicher Raum. Er arbeitet ministerienübergreifend an kreativen Lösungsansätzen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Ländlichen Raumes und erprobt diese in Modellprojekten. Eine kluge Strukturpolitik benötigt eine Gesamtstrategie für den Ländlichen Raum sowie Lösungen aus einem Guss. Genau hier setzt der Kabinettsausschuss an. Damit füllt die Landesregierung den Verfassungsauftrag der Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse im gesamten Land mit Leben.

Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen erhalten

Die Stärken des Ländlichen Raums auszubauen und gleichzeitig nachteiligen Folgen des Strukturwandels entgegenzuwirken, ist Aufgabe und Ziel verschiedener Förderprogramme, die zum Teil mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union in Baden-Württemberg realisiert werden.

Wir stärken die Lebensqualität und die Wirtschaftskraft der Gemeinden und Dörfer in ländlichen Gegenden und gehen dabei sorgsam mit den natürlichen Lebensgrundlagen um. Mit dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), dem zentralen Instrument unserer baden-württembergischen Strukturpolitik, fördern wir Projekte, die lebendige Ortskerne erhalten, zeitgemäßes Leben und Wohnen ermöglichen, eine wohnortnahe Versorgung sichern und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. So unterstützt das Land im Rahmen des ELR 2019 mit Landesmitteln in Höhe von rund 75 Millionen Euro über 1.250 Projekte in 440 Gemeinden. Hinzu kommt die Förderung von innovativen Firmen mit Sitz im Ländlichen Raum. In der Förderlinie „Spitze auf dem Land“ werden seit 2014 pro Jahr durchschnittlich 18 potenzielle Weltmarktführer mit rund sechs Millionen Euro unterstützt.

Mit unserem Engagement wollen wir vor allem die innerörtlichen Potenziale aktivieren. So stärken wir Ortskerne als bedeutende Lebensmittelpunkte und vermeiden einen weiteren Flächenverbrauch im Außenbereich. Damit unterstützen wir zudem die Pflege und zeitgemäße Weiterentwicklung der örtlichen und regionalen Baukultur im Ländlichen Raum. Durch flächendeckend verfügbare und aktuelle Geodaten fördern wir zudem wichtige Wertschöpfungsprozesse im ganzen Land.

Darüber hinaus ist es uns wichtig, unsere einzigartigen Kulturlandschaften für unsere Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln und zu erhalten. Mit der Flurneuordnung steht ein zukunftsfähiges Instrument mit großer struktureller Bedeutung für den Ländlichen Raum und seine Entwicklung zur Verfügung. Wir verbessern nicht nur die Agrarstruktur, sondern unterstützen auch Infrastrukturprojekte und fördern die ökologische Vielfalt. Aktuell werden landesweit 325 Flurneuordnungsverfahren durchgeführt, die im Jahr 2018 14,5 Millionen Euro Förderung bekamen. Ein Grundsatz der Flurneuordnung ist die weitreichende Beteiligung der Bürgerschaft bei der Umsetzung der Maßnahmen. Denn nur mit Herzblut, Leidenschaft und Kreativität engagierter Bürgerinnen und Bürger vor Ort lässt sich unsere Heimat zukunftsfähig gestalten.

Zukunft Ländlicher Raum

Die ländlichen Räume in Baden-Württemberg entwickeln sich unterschiedlich. Deshalb müssen auch differenzierte Antworten auf anstehende Zukunftsfragen gefunden werden. Mit unseren Modellprojekten und Studien, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Erreichbarkeit, Nahversorgung, Digitalisierung und Gesundheit, bestellen wir die für den Ländlichen Raum wichtigen Zukunftsfelder. Eine gute Nahversorgung, ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot, eine leistungsfähige und flächendeckende medizinische Versorgung, aber auch eine bürgerfreundliche Mobilität und die Sicherung einer guten Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge und Arbeitsplätzen sind dabei nur einige unserer Ziele. Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort werden so die richtigen regionalen Weichen für eine nachhaltige und maßgeschneiderte regionale Entwicklung gestellt.

Die Versorgung mit schnellem Internet ist für Firmen sowie Bürgerinnen und Bürger so wichtig wie die Versorgung mit Strom und Wasser. Die Landesregierung hat 2018 den Breitbandausbau erneut mit über 100 Millionen Euro gefördert. Die Landesregierung investiert weiter in die Förderung des Breitbandausbaus. In den kommenden Jahren stehen jeweils vergleichbare Beträge zur Verfügung. Wir setzen bei der Förderung dabei ausschließlich auf die zukunftssichere Glasfasertechnologie.

Wolf
  • Artenschutz

Wolfsverdacht in der Gemeinde Münstertal

Wir versorgen uns Land! (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Landwirtschaft

Vor-Ort-Kampagne ‚Wir versorgen unser Land‘

Obst und Gemüse liegen auf einem Tablett mit der Aufschrift „Natürlich. VON DAHEIM“
  • Regionalkampagne

Auch Ferienhöfe ab sofort in „Von Daheim BW“-App vertreten

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Erneut Wolf im Südschwarzwald nachgewiesen

Herbstlich gefärbte Blätter umranken die Fenster eines historischen Hauses. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Ländlicher Raum

Jahresprogramm im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ausgeschrieben

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Ländlicher Raum

Land fördert Modernisierung ländlicher Wege

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
  • Ländlicher Raum

Lokale Online-Marktplätze bewähren sich in Corona-Zeiten

Eine Frau steigt aus dem Bürgerbus. (Bild: © Wolfram Kastl/dpa)
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Entwicklung kooperativer Mobilitätskonzepte im Ländlichen Raum

Herbstlich gefärbte Blätter umranken die Fenster eines historischen Hauses. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Coronavirus

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum als flexibler Stabilitätsfaktor

Drei Mädchen fahren mit einer kleinen Kutsche über einen Bauernhof. (Foto: dpa)
  • Tourismus

Urlaub auf dem Bauernhof ab 18. Mai wieder möglich

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Wolf reißt zwei Ziegen in Münstertal

Der Ideenwettbewerb „Gemeinsam:schaffen“ startet (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Zivilgesellschaft

Ideenwettbewerb „Gemeinsam:schaffen“ startet

Eine Mopsfledermaus. (Bild: picture alliance/Stefan Thomas/zb/dpa)
  • Artenschutz

Bundesweites Schutzprojekt zur Mopsfledermaus startet

Luchs (Bild: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg)
  • Artenschutz

Luchs im Nordschwarzwald mit Halsbandsender ausgestattet

Eine Mitarbeiterin demonstriert im 3D-Druck-Applikationszentrum des Maschinenbauers Trumpf in Ditzingen die Bedienung einer 3D-Druck-Maschine per Tablet. (Foto: © dpa)
  • Technologieförderung

Vier Millionen Euro für Unternehmen im Ländlichen Raum

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Wolfsverdacht in der Gemeinde Wald

Die Weinberg-Steillagen mit mittelalterlichen Trockenmauern am Neckar bei Lauffen (Baden-Württemberg). (Bild: Bernd Weißbrod / dpa)
  • Weinbau

Biotechnische Schädlings­bekämpfung für umwelt­schonenden Weinbau

Symbolbild: Ein Biotopbaum liegt im Wald. (Bild: Marius Becker/dpa)
  • Forstwirtschaft

Neuerungen in der forstlichen Förderung

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
  • Forstwirtschaft

Internationaler Tag des Waldes am 21. März

Symbolbild: Kisten mit Gemüse und Obst. (Bild: Christoph Soeder / dpa)
  • Verbraucherschutz

Kein Grund für Hamsterkäufe

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Streuobstbestände im Land erhalten und pflegen

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
  • Landwirtschaft

Starke Nachfrage nach einzelbetrieblicher Investitionsförderung

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
  • Artenschutz

90.000 Unterschriften für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft

Flyer, die Fotos der Flutkatastrophe in Braunsbach zeigen, stehen im Gasthof Zum Löwen in Braunsbach auf der Theke. (Bild: dpa)
  • Ländlicher Raum

Hauk besucht Dorfgasthof zum Löwen in Braunsbach

Ein Jäger steht mit seinem Gewehr am Waldrand. (Bild: Felix Kästle / dpa)
  • Afrikanische Schweinepest

Schwarzwild von Schonzeit im März und April ausgenommen