Kunst und Kultur

Dialogprozess zur Popkultur geht in die dritte Runde

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Kunst und Kultur Dialogprozess zur Popkultur geht in die dritte Runde

Der landesweite Dialogprozess zur Popkultur geht in die dritte Runde. Beim dritten POPLÄND-Dialog in Reutlingen stehen die Bedarfe von Pop in Ländlichen Räumen besonders im Fokus.

Zum dritten Mal treffen sich Musik- und Kunstschaffende, Veranstaltende, Kulturinstitutionen, Popbegeisterte, Kulturpolitik und Kulturverwaltungen, um über die Zukunft von Popmusik und Popkultur in Baden-Württemberg zu beraten. Im Kulturzentrum franz.K in Reutlingen diskutieren die Teilnehmenden in Arbeitsforen die Herausforderungen in den drei Handlungsfeldern: Pop MACHEN (Was braucht die Kunst?) – Pop VERANSTALTEN (Festivals, Clubs, Live-Spielstätten stärken) – Pop FÖRDERN (Netzwerkstrukturen & Ansprechpartner). Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal auf den Bedarfen von Pop in LÄNDLICHEN RÄUMEN.

„Natürlich ziehen urbane Zentren wie Mannheim oder Stuttgart viele Popschaffende an. Aber in einem Flächenland wie Baden-Württemberg gibt es auch im ländlichen Raum sehr viel kreatives Potenzial – das hat der Kulturdialog unseres Hauses eindrucksvoll aufgezeigt und davon konnte ich mich auch bei meiner Tour de Länd 2023 überzeugen“, sagte Staatssekretär Arne Braun am 29. Februar 2024 in Reutlingen. „Wir zeigen heute, wie viel Pop in ländlich geprägten Regionen wie Oberschwaben oder kleineren Städten wie Biberach zuhause ist. Hier leisten Vereine, soziokulturelle Zentren und unsere dezentral organisierten Popbüros wertvolle Arbeit. Das wollen wir weiter unterstützen und ausbauen. Dabei bleiben die vielen Ehrenamtlichen und die Kommunen unsere wichtigsten Partner.“

Erfahrungs- und Wissensaustausch in der Popkultur

Initiiert wurde der insgesamt vierteilige Dialogprozess zur Populären Kultur unter dem Stichwort POPLÄND vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Ziel ist sowohl der Erfahrungs- und Wissensaustausch untereinander als auch das Erarbeiten konkreter Handlungsempfehlungen für die Popkultur und Kulturpolitik des Landes. Die Stärkung der populären Kultur ist im Koalitionsvertrag festgehalten und nicht nur von künstlerischem Interesse: Mit rund sechs Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2021, davon rund 559 Millionen in Baden-Württemberg, hat die Musikwirtschaft auch aus ökonomischer Sicht eine hohe Bedeutung. Ein Großteil des Umsatzes wird über die Musikrichtungen Pop und Deutsch-Pop, Hip-Hop, Rock und Dance erzielt.

„Das kreative Herz der Branche sind die Musikerinnen und Musiker. Ihre Kunst hat die Kraft, uns zu berühren und zusammenzubringen. Deshalb fragen wir ganz explizit: Was brauchen Künstlerinnen und Künstler, um ihre Kreativität frei entfalten zu können? Mit der Popakademie in Mannheim verfügen wir bereits über den bundesweiten Leuchtturm der popmusikalischen Ausbildung“, betonte Braun. Hinzu kommen die vielen Musikhochschulen, Akademien und Musikschulen in Baden-Württemberg. Entscheidend sind zudem Weiterbildungs- und Mentorship-Programme, gerade für das musikwirtschaftliche Knowhow, und natürlich Auftrittsmöglichkeiten in Clubs und auf Festivals – „damit die Kunst auch ihr Publikum findet und Baden-Württemberg als POPLÄND hör- und sichtbar wird“, so Kunststaatssekretär Arne Braun.

Vielfältige Impulse beim dritten Popdialog

Impulse beim dritten Popdialog in Reutlingen geben Christian „Crada“ Kalla (Grammy-nominierter Musikproduzent für Drake, Alicia Keys, Kendrick Lamar, Sido, Tim Bendzko, Rea Garvey, Kool Savas uvm., Gewinner des „Deutschen Musikautor*innenpreises“ der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) in der Kategorie HipHop 2019, Gründer und Geschäftsführer des Independent Musiklabels und -verlags PLYGRND), Nils Max (Projektleiter Regionet an der Popakademie BW und Vorstandsmitglied von pop.bw), Eva Sauter (Singer-Songwriterin, Frontfrau der Band ok.danke.tschüss), Christa Dziallas (Bundesverband für Popularmusik, Projektleiterin „Pop To Go“), Chriss Fakler (Kulturhalle Abdera in Biberach), Maximiliane Vilser (Verband für Popkultur in Bayern, Projekt „Pop in ländlichen Räumen“), Eva Weissmüller (Geschäftsführerin Landesmusikverband und Landesmusikjugend BW) und Michael Wielath (Popbüro Oberschwaben-Bodensee).

„Für mich gehen Popförderung und die Förderung der Breitenmusik Hand in Hand“, so Arne Braun. „Wir ermöglichen durch unsere Förderung das Erlernen von Kulturtechniken, mehr denn je durch die neuen Breitenkultur-Richtlinien und insbesondere für junge Menschen und den Ländlichen Raum. Mit den Kenntnissen und aus der Lust am gemeinsamen Musizieren heraus werden vielerorts Bands gegründet. Auf dem weiteren Weg in die Professionalität wollen wir den Nachwuchs künftig noch besser unterstützen.“

Wichtiges kulturpolitisches Vorhaben dieser Legislaturperiode

Mit dem Dialogprojekt setzt das Kunstministerium ein wichtiges kulturpolitisches Vorhaben des Koalitionsvertrages um: die Kulturpolitik des Landes stärker der populären Kultur zu öffnen und zur besseren Vernetzung der Akteurinnen und Akteure beizutragen. Bis Mai 2024 werden Musikerinnen und Musiker, Popszene, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturinstitutionen, Veranstalterinnen und Veranstalter und Kulturfördernde in Arbeits- und Beteiligungsformaten die Entwicklung, Bedarfe und Förderleitlinien in dieser Sparte diskutieren und bewerten.

Der Dialog zur Popkultur knüpft damit an den erfolgreichen, von 2018 bis 2020 durchgeführten Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft an, den die damalige Staatssekretärin und heutige Ministerin Petra Olschowski geleitet hat. POPLÄND vertieft dessen Ergebnisse, um neue Ideen und Strategien der Popförderung zu entwickeln. Die Impulse, Beiträge und Diskussionsergebnisse sollen die Grundlage für die zukünftigen Leitlinien der Kulturförderung bilden.

POPLÄND

Unter dem Titel „POPLÄND“ kommen in vier Veranstaltungen von Mai 2023 bis Mai 2024 Kultureinrichtungen, Musikerinnen und Musiker, Veranstalterinnen und Veranstalter, Popbegeisterte und Kulturfördernde zusammen. Der Prozess wird zudem von einem Beratungskreis aus Branchenakteurinnen und -akteuren begleitet.

Der Auftakt fand im Mai 2023 anlässlich des 20. Jubiläums der Popakademie in Mannheim statt. Schwerpunktthemen waren Identifikation durch Pop, Künstliche Intelligenz (KI) und die Zukunft des Pop und Räume für die Popkultur. Im November 2023 beschäftigte sich die zweite Veranstaltung in Freiburg mit den Rahmenbedingungen und dem Transformationspotential der Branche mit Blick auf Nachhaltigkeit, Awareness/sicheres Nachtleben und Diversität. Der Abschluss findet am 17. Mai 2024 in Kooperation mit der Festival-Convention ABOUT POP in Stuttgart statt.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Dialog Popkultur Baden-Württemberg

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