Menschen mit Behinderungen

Simone Fischer zieht nach einem Jahr im Amt Bilanz

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Porträt Simone Fischer

Die Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Simone Fischer, hat nach einem Jahr im Amt eine Bilanz ihrer Arbeit gezogen.

Im Oktober 2021 wurde Simone Fischer von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Beauftragten der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen ernannt. Sie ist seit einem Jahr im Amt und zieht Bilanz. Simone Fischer sagte: „Es ist eine sehr bereichernde und schöne Aufgabe, für die selbstverständliche Chance zur Teilhabe, Barrierefreiheit und das Recht auf Selbstbestimmung von Menschen, die mit einer Behinderung leben, zu arbeiten. Zweifellos ist es auch ein herausfordernder Job. Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderungen sind keine Selbstläufer. Sie gelingen dann, wenn viele mithelfen. Um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens herzustellen, konkrete Maßnahmen anzupacken und bestehende Barrieren abzubauen, helfen neben guten Gesetzen, offene Türen und zupackende Hände. Denn wenn wir gute Bedingungen sicherstellen und etwas bewegen wollen, geht das nur gemeinsam.“

Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, der Simone Fischer im vergangenen Jahr für das Amt vorgeschlagen hatte, sagt: „Ich danke Simone Fischer für ihre erfolgreiche Arbeit und ihr entschlossenes Engagement. Für die Einwohnerinnen und Einwohner in Baden-Württemberg, die Landesregierung und Ministerien ist sie eine kompetente und verlässliche Ansprechpartnerin. Sie setzt sich freundlich, unaufgeregt, gleichzeitig überzeugend und nachdrücklich für die Belange der Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in unserem Land ein. Unser Ziel bleibt eine Gesellschaft, in der alle Menschen gut teilhaben können.“

Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion selbstverständlich werden lassen

In ihrer Bilanz geht Simone Fischer auf die Chancen, Herausforderungen und Bemühungen ein, auf die es ankommt, damit Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion selbstverständlich sind. „Das Recht auf Arbeit, Barrierefreiheit, Bildung, Mobilität und Teilhabe im Alltag ist gesetzlich verankert, kein Akt der Gnade und Barmherzigkeit. Dass wir Voraussetzungen schaffen, die ermöglichen, dass Menschen mit Behinderungen barrierefrei wohnen, leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen können, ist letztlich auch eine Frage von Qualität und Professionalität.“, so die Landes-Beauftragte.

Um in den kommenden Jahren Verbesserungen für diese Bevölkerungsgruppe zu erreichen, wurden im grün-schwarzen Koalitionsvertrag (PDF) der aktuellen Landesregierung zahlreiche Maßnahmen festgelegt, an deren Umsetzung gearbeitet werde. Der Landes-Aktionsplan UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg wird aktuell fortgeschrieben. An diesem Prozess arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und alle Ministerien involviert sind. Zum Jahresende werden die Zwischenergebnisse auf die Online-Beteiligungsplattform des Landes gestellt, so dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg beteiligen können. Die finalen Ergebnisse sollen bis zum zweiten Quartal 2023 zusammengestellt und beschlossen werden. Dies seien wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem barrierefreien und inklusiven Baden-Württemberg.

Weitere Verbesserungen für gleichwertige Lebensverhältnisse

Hingegen sähe beispielsweise das aktuelle Infektionsschutzgesetz erneut tiefe Einschnitte im Lebensalltag und im sozialen Umfeld von Menschen mit Behinderungen vor, wo sie strengere Regelungen erfahren, als der Rest der Bevölkerung. Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Baden-Württemberg könne noch nicht zufriedenstellen. Ein inklusiver Arbeitsmarkt, Barrierefreiheit bei Bauwerken, der Digitalisierung und der Mobilität, ein barrierefreies Gesundheitswesen, inklusive Bildung und Erziehung – an vielen Stellen wurden Verbesserungen angestoßen, jetzt müsse man weiter vorankommen, um mehr gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen.

Es sei zentral, dass die Belange von Beginn an mitbedacht und berücksichtigt sind. Die Landes-Beauftragte Simone Fischer sagt: „Beteiligung schafft Sichtbarkeit, Akzeptanz und Normalität. Menschen, die mit einer Behinderung leben, brauchen Chancen. Wir alle tragen einen Teil dazu bei, ein barrierefreies und inklusives Land zu sein. Ich danke den Menschen mit Behinderungen, dem Ministerpräsidenten, den Ministerinnen und Ministern mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Landesverwaltung, den Landtagsabgeordneten sowie vielen engagierten Kooperationspartnern auf Landesebene und in den Kommunen, die diese Belange unterstützen und Verantwortung übernehmen.

UN-Behindertenrechtskonvention

Bereits vor 13 Jahren, am 26. März 2009, hat Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) unterschrieben. Sie verpflichtet alle staatlichen Ebenen und die Gesellschaft dazu, gezielte Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, ihre Rechte und Pflichten gleichwertig mit anderen in Anspruch nehmen zu können. Dabei schafft sie keine Sonderrechte für einzelne Gruppen. Sie konkretisiert die jedem Menschen zustehenden Rechte, ausgehend der Lebenssituation, um gleichberechtigt in der Gesellschaft zu leben.

In Baden-Württemberg lebten Ende 2021 insgesamt 957.415 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis, davon sind 490.300 männlich, 467.115 weiblich. Dies sind rund zehn Prozent der Bevölkerung. Mehr als 93 Prozent gehen auf eine Krankheit zurück. Bei 3,6 Prozent handelt es sich um eine angeborene Behinderung, bei 1,6 Prozent gilt ein Unfall als Ursache.

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: Bilanz nach 365 Tagen – Simone Fischer ein Jahr im Amt

Quelle:

Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Weitere Meldungen

Gruppenfoto auf Bühne: Minister Oliver Hildenbrand mit den Gründungsmitgliedern des Landesbündnis gegen Einsamkeit.
Zusammenhalt

Baden-Württemberg gründet Bündnis gegen Einsamkeit

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen erproben verbesserte Zusammenarbeit im Krisenfall

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

In einer Wohngemeinschaft sitzen Studierende um den Küchentisch und unterhalten sich (Bild: © dpa).
Wohnraumförderung

Land fördert im Neubau bundesweit die meisten Wohnheimplätze

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Auswahlprozess für neuen Jugendberaterkreis gestartet

Start-up WOW Challenge
Start-up BW

BLACKPIN.IOT im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Erzieherin und Kind beim Lesen
Literatur

Frederick Tag 2026 gestartet

Vordere Reihe (von links nach rechts): Julia Hellmann, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt und Petra Klein  Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Sarah Straub, Michael Kühn, Anne Stöhr, Panajotis Neuert und Claudia Österle
Justiz

Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer 2026

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Ministerin Theresa Schopper (rechts) spricht zur Eröffnung der Netzwerkkonferenz Baukultur
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur 2026

Logo er Frauenwirtschaftstage 2026
Gleichstellung

22. Frauenwirtschaftstage eröffnet