Kreislaufwirtschaft

Sammlung von Bioabfällen nun im ganzen Land

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zwei Biotonnen (Foto: © dpa)

Der Landkreis Sigmaringen hat als letzter Kreis in Baden-Württemberg beschlossen, Bioabfälle aus Haushalten getrennt einzusammeln. Damit können die Abfälle optimal stofflich und energetisch verwertet werden.

Als letzter Kreis in Baden-Württemberg hat der Kreis Sigmaringen beschlossen, Bioabfälle aus Haushalten getrennt einzusammeln. Damit können die Abfälle optimal stofflich und energetisch verwertet werden. Mit dem Kreistagsbeschluss entspricht Sigmaringen den bundesgesetzlichen Vorgaben zur Getrenntsammlung.

Getrenntsammlung ist Voraussetzung für hochwertige Verwertung von Bioabfällen

„Den Sigmaringer Kreisräten ist dieser Beschluss nicht leichtgefallen, umso mehr freut es mich, dass sie am Ende eine Entscheidung der Vernunft getroffen haben“, sagte Umweltminister Franz Untersteller. Die Getrenntsammlung sei nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern sie schaffe die Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung von Bioabfällen: „Indem sie in einer Vergärungsanlage zuerst energetisch genutzt und die dabei anfallenden Gärrückstände anschließend kompostiert werden, lässt sich ein ökonomischer und ein ökologischer Mehrwert erzielen. Kurzum: Bioabfall ist eine Ressource, die nicht in den Restmüll gehört“, so der Umweltminister.

Dem Sigmaringer Kreistagsbeschluss waren intensive und oft kontroverse Gespräche vorangegangen. Grund für die Skepsis gegenüber der Getrenntsammlung war vor allem die Sorge vor deutlich steigenden Müllgebühren.
Auch einige andere Kreise standen der Einführung der Biotonne oder eines Bringsystems für Bioabfälle zunächst ablehnend gegenüber. Es sei viel Überzeugungsarbeit nötig gewesen, so Untersteller: „Es ist den Kreisen nicht leichtgefallen, ihr jeweiliges System in Frage zu stellen, aber ich bin sicher, die Getrenntsammlung macht die Abfallwirtschaft unterm Strich besser. Und die Erfahrung zeigt, dass die Müllgebühren deswegen nicht unbedingt steigen müssen.“

Nachdem jetzt die politischen Voraussetzungen für die flächendeckende Erfassung von Bioabfällen geschaffen worden seien, gehe es jetzt darum, die Infrastruktur für die Verwertung von Bioabfällen zu verbessern, führte der Umweltminister weiter aus. „Derzeit werden etwa 40 Prozent der häuslichen Bioabfälle in kombinierten Vergärungs- und Kompostierungsanlagen verwertet. Um alle häuslichen Bioabfälle hochwertig zu verwerten, brauchen wir noch mehr dieser kombinierten Vergärungsanlagen. Einige sind bereits in der Planung oder sogar im Bau. Aber um dieses Thema müssen wir uns weiter kümmern.“

Weitere Meldungen

Chemisches Symbol für Polonium
Strahlenschutz

Fundstück enthält kein Polonium-210

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Polizisten kontrollieren ein Auto.
Verkehrssicherheit

Autoposerszene bundesweit im Fokus

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Wirtschaft

Land fördert innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion

Bescheidübergabe am 31. März 2026
Wirtschaft

Land stärkt Automotive-Standort im Rems-Murr-Kreis

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schienenverkehr

Grundlage für Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenbau

500 Millionen Euro für Straßenerhalt im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Verkehr

Landesmobilitätsgesetz macht gute Mobilität einfacher

Gruppenbild bei Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall
Landwirtschaft

Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 in Bad Reichenhall

Siegerehrung Start-up BW Elevator Pitch Vorentscheid Rems-Murr
Start-up BW

Fibryx GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch"

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Leckage im Kernkraftwerk Philippsburg

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms