Schienenverkehr

Lösung für den Bahnhalt Aalen-West

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Rollstuhlfahrer steht mit seinem Elektro-Rollstuhl am Bahnhof an einem Gleis. (Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa)

Die neue Bahnstation Aalen-West wird als optimierter Kombibahnsteig ausgebaut. Uwe Lahl, Amtschef im Verkehrsministerium, betonte, dass diese Bauweise in Hinblick auf die Barrierefreiheit optimal sei. 

Die auf der Remstalbahn von Stuttgart nach Aalen geplante neue Bahnstation Aalen-West wird als optimierter Kombibahnsteig ausgebaut. Dies wurde bei einem Treffen am Donnerstag, 23. Januar 2020, von Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Michael Groh, DB Station&Service AG unter Moderation des Amtschefs im Verkehrsministerium, Dr. Uwe Lahl, vereinbart.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass grundsätzlich möglichst umfassende Barrierefreiheit an den Bahnsteigen hergestellt werden soll. Der Bund und die DB Station&Service AG verfolgen dabei bundesweit die Strategie, möglichst alle Bahnsteige auf eine Höhe von 76 Zentimeter zu bringen. Für die Stuttgarter Netze strebt auch das Land langfristig eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimeter an. Allerdings liegt der Bahnhalt Aalen-West im Netz 1, für welches bereits 2014 entschieden wurde, Fahrzeuge mit einer Einstiegshöhe von 55 Zentimeter zu bestellen, da die Mehrzahl der Halte im Netz 1 derzeit eine Bahnsteighöhe von 55 Zentimeter aufweist. Da der zugrundeliegende Verkehrsvertrag noch bis Ende 2032 läuft, wäre hier somit über ein Jahrzehnt lang keine Barrierefreiheiheit möglich gewesen.

Lösung ermöglicht einen optimierten Kombibahnsteig

Bei der nun favorisierten Lösung handelt es sich um einen optimierten Kombibahnsteig. Der Bahnhalt Aalen-West erhält dabei auf beiden Außenbahnsteigen zwei verschiedene Bahnsteighöhen, auf jeder Seite 55 Zentimeter und 76 Zentimeter jeweils über Schienenoberkante, die stufenfrei miteinander verbunden sind. Um die Bahnsteighöhe des Bahnhalts hatte es in der Vergangenheit heftige Diskussionen gegeben. „Im Sinne der Ausweitung und der qualitativen Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ist die nun gefundene Variante eine gute Lösung“, so Lahl. „Wichtig ist, dass wir das Ziel des barrierefreien Reisens erreichen. Zwar wird die Strecke noch lange Zeit von Fahrzeugen mit 60 Zentimeter Fußbodenhöhe befahren, so dass nur Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimeter die Barrierefreiheit gewährleisten. Allerdings sehen aktuelle Planungen des Landes in absehbarer Zeit auch den Einsatz von Fahrzeugen vor, die für den ebenerdigen Zu- und Ausstieg 76 Zentimeter -Bahnsteige benötigen. Unter Berücksichtigung dieser aktuellen Entwicklungen sind Kombibahnsteige im Hinblick auf die Barrierefreiheit optimal.“

Michael Groh, Leiter DB Station&Service AG, ergänzte: „Die Planung trägt auch den ursprünglich von der Stadt Aalen gegen einen Kombibahnsteig vorgebrachten Bedenken Rechnung. Denn sie sieht vor, dass der 55-cm-Bereich des nördlichen Bahnsteigs nahe am barrierefreien Zugang über den Fußweg und am Parkplatz liegt. Am südlichen Bahnsteig liegt der 55 cm-Bereich direkt an den Zugängen. Damit sind für die Reisenden kurze Wege gewährleistet.“

Land mit attraktiven Fördermöglichkeiten für den öffentlichen Personennahverkehr

„Der optimierte Kombibahnsteig und das Zuschussprogramm des Landes ermöglichen uns die rasche Fortführung der Planung. Der Bahnhalt Aalen-West ist Teil des vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen Mobilitätskonzepts aus dem Jahr 2016 zur Förderung des Umweltverbundes,“ so Oberbürgermeister Rentschler. Lahl wies darüber hinaus auf die attraktiven Fördermöglichkeiten des Landes für den öffentlichen Personennahverkehr hin. Die ebenfalls in der Vergangenheit diskutierte Variante, den Bahnsteig zunächst auf 55 Zentimeter auszubauen und später auf 76 Zentimeter zu erhöhen, erwies sich als nicht durchsetzbar. Der Bund genehmige, so Michel Groh, ein solches Verfahren nur, wenn ein Kombibahnsteig nicht genehmigungsfähig sei. Dafür lägen jedoch derzeit bei Aalen West keine Anhaltspunkte vor.

Weitere Meldungen

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Gesamtzahl der Arbeitslosen steigt auf höchsten Wert seit 2007

Freihandel

Kritik an Verzögerungen bei Mercosur-Abkommen

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mobilität

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung für das Graduierten- und Forschungszentrum connAIx in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Künstliche Intelligenz

Gründungsvereinbarung für Graduiertenzentrum connAIx unterzeichnet

Die Altstadt von Meersburg am Bodensee.
Tourismus

Nationale Tourismusstrategie setzt klaren Kurs auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Wirtschaft

Einigung der EU mit Indien auf ein Freihandelsabkommen

Herr Peter S. Krause, Frau Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Frau Barbara Resch bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung
Wirtschaft

Agenda für eine starke Metall- und Elektroindustrie im Land

Spatenstich Elefantenwelt Wilhelma Visualisierung Innenbereich
Vermögen und Bau

Spatenstich für die neue Elefantenwelt in der Wilhelma

Vorschaubild eines Youtube-Videos
Bildung

Förderung virtueller Führungen durch Auschwitz-Birkenau

Landtag, Plenarsaal von oben
Landtagswahl

Zahlen, Daten und Fakten zur Landtagswahl

Seitlich geöffnetes Feuerwehrfahrzeug. Quelle: Gertrud-Luckner-Gewerbeschule Freiburg, Klasse D3FG, Schuljahr 09/10
Kommunen

Land beschafft Löschfahrzeuge für Städte und Gemeinden

Auf dem Bild ist Ministerin Dr. Nicole-Hoffmeister-Kraut mit Herrn Dr. Andreas Zekorn zu sehen. Beide lächeln in die Kamera. Die Ministerin hält eine Urkunde in beiden Händen.
Ehrung

Dr. Andreas Zekorn mit Staufermedaille geehrt

Die Strohgäubahn steht im Bahnhof von Korntal. (Foto: dpa)
Schienenverkehr

Land stärkt kommunale Nebenbahnen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen