Nahverkehr

Land bringt 365-Euro-Jugendticket im Nahverkehr voran

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Eine Frau mit Mundschutz steht an einer Haltestelle der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Bei der Einführung des landesweiten 365-Euro-Jugendtickets im Nahverkehr geht es voran. Jetzt hat das Land erste Eckpunkte für das neue Bus- und Bahnticket vorgestellt. Nicht nur Kinder und Jugendliche sollen von dem Angebot profitieren.

Die Qualitätsoffensive für den öffentlichen Verkehr in Baden-Württemberg geht in die nächste Runde. Neben einem konsequenten Ausbau und dichteren Fahrplänen ist auch der Preis für den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsträger wie Bus und Bahn entscheidend. Deswegen haben die Koalitionspartner im Land in ihrem Koalitionsvertrag „Jetzt für morgen“ die Einführung eines attraktiven Jugendtickets zum Preis von 365 Euro pro Jahr mit landesweiter Fahrtmöglichkeit vorgesehen. Die Landesregierung arbeitet mit Hochdruck daran, dass das Ticket bereits im September 2022 in möglichst allen Verkehrsverbünden angeboten werden soll.

Eckpunkte des Tickets vorgestellt

Die vorgesehenen Eckpunkte des Tickets wurden am Dienstag, 23. November, in einer digitalen Informationsveranstaltung den Spitzen der Land- und Stadtkreise sowie der Verkehrsverbünde im Detail vorgestellt.

  • Neben dem attraktiven Preis von 365 Euro pro Jahr soll das landesweite Jugendticket rund um die Uhr in allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Baden-Württemberg gelten.
  • Bezugsberechtigt sind alle Personen bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres ohne Ausbildungsnachweis
  • Auch alle Personen bis zum Alter von einschließlich 27 Jahren, die studieren, in Aus- oder Weiterbildung sind oder einen Freiwilligendienst leisten, sind bezugsberechtigt.
  • Ob und wann das Jugendticket in einem Verbund eingeführt wird, entscheiden die örtlichen Gremien. Es ist jedoch das Ziel der Landesregierung sowie der Koalitionsfraktionen, dass das landesweite Jugendticket flächendeckend in jedem Verbund eingeführt wird.
  • Das Land wird die anfallenden Kosten mit 70 Prozent fördern, die verbleibenden 30 Prozent müssen von den Stadt- und Landkreisen als Eigenanteil aufgebracht werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte bei der Informationsveranstaltung: „Das landesweite Jugendticket ist das Projekt der Landesregierung auf dem Weg zu mehr nachhaltiger Mobilität und Klimaschutz! Wir wollen mit dem neuen Angebot mehr junge Leute für Bus und Bahn begeistern und sie zu den Stammkundinnen und Stammkunden des ÖPNV von morgen machen. Gleichzeitig entlasten wir mit dem günstigen Angebot den Geldbeutel der Familien und jungen Leute mit wenig Einkommen“.

Bundesweit einmaliges Jugendticket

Das Jugendticket Baden-Württemberg wird bundesweit die erste landesweit gültige Zeitkarte für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Freiwilligendienstleistende. Für die Finanzierung des Jugendtickets stehen für die nächsten vier Jahre im Landeshaushalt 327 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch die Vorsitzenden der beiden Regierungsfraktionen im Landtag, Andreas Schwarz (GRÜNE) und Manuel Hagel (CDU) sind vom Erfolg des Jugendtickets überzeugt.

Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, sagte: „Ich freue mich, dass das Jugendticket endlich kommt! Damit sind junge Menschen bis 21 Jahre über Verbundgrenzen hinweg im ganzen Land mobil – und dies für einen Euro am Tag! Diese Flatrate für Busse und Bahnen entlastet nicht nur die Familienkasse, auch das Elterntaxi kann nun in der Garage bleiben. Denn mit der Mobilitätsgarantie bauen wir den ÖPNV so aus, dass Busse und Bahnen von frühmorgens bis Mitternacht mindestens einmal pro Stunde fahren, in Städten alle 30 Minuten. Das ist ein wesentlicher Beitrag, um unser Klima zu schützen.“

Manuel Hagel, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, sagte: „Mit dem 365-Euro-Jugendticket haben wir eine win-win-win Situation geschaffen. Familien werden finanziell entlastet, der ÖPNV wird für junge Menschen besonders attraktiv und gleichzeitig leisten wir damit einen Beitrag zu mehr Klimaschutz. Mit dem Ticket sind Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende im ganzen Land mobil und haben einen echten Anreiz auch in Baden-Württemberg Urlaub zu machen. Um die junge Generation mit diesem innovativen Angebot anzusprechen, wollen wir den Aufwand für die Nutzung mit digitalen Bestellmöglichkeiten möglichst gering halten.“

Start des Jugendtickets im September 2022

Um einen reibungslosen Start des Jugendtickets im September 2022 für alle Bezugsberechtigten zu gewährleisten, muss der Verkauf des Jugendtickets rechtzeitig im Frühsommer 2022 starten. Hierfür werden, so das Resümee der Veranstaltung, kommunale Aufgabenträger, Verkehrsverbünde und das Ministerium für Verkehr weiterhin eng zusammenarbeiten, um die notwendigen rechtlichen Grundlagen für die Einführung des Jugendtickets zu schaffen.

In seinem Schlusswort betonte Minister Hermann: „Das Jugendticket ist ein ambitioniertes Projekt. Ich bin aber davon überzeugt, dass das 365-Euro-Jugendticket ein Booster für den öffentlichen Nahverkehr in Baden-Württemberg ist und langfristig zukünftige ÖPNV-Projekte inspirieren wird. Wir hoffen mit einer breiten kommunalen Unterstützung.“

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Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
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