Marktüberwachung

Internethandel mit Chemikalien und Bioziden ist mangelhaft

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)

Die Marktüberwachung im Land hat den Internethandel mit Chemikalien überprüft. Rund 80 Prozent der Angebote wiesen hierbei Mängel auf. Die extrem hohe Beanstandungsquote zeige, dass Internethändler beim Thema Verbraucherschutz offenbar noch einen sehr großen Nachholbedarf haben, so Umweltminister Franz Untersteller.

In einer Schwerpunktaktion hat die im Regierungspräsidium Tübingen angesiedelte Marktüberwachung Baden-Württemberg den Internethandel mit Chemikalien und Bioziden überprüft. Hierzu hat die Marktüberwachung bei insgesamt 113 Onlineshops und Verkaufsplattformen die Angebote für 260 Chemikalien, davon 70 Biozide, unter die Lupe genommen. Bei den Produkten handelt es sich zum Beispiel um Reinigungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Schimmelentferner oder Holzschutzmittel.

Rund 80 Prozent der Angebote wiesen hierbei Mängel auf. Am häufigsten fehlten Hinweise auf die Gefahreneigenschaften, zum Beispiel das notwendige Gefahrenpiktogramm, oder die vorgeschriebenen Gefahrenhinweise für die Verbraucherinnen und Verbraucher waren beim Kauf nicht sichtbar.

Internethändler müssen auf die möglichen Gefahren hinweisen

„Aus gutem Grund müssen Internethändler beim Vertrieb von gefährlichen Chemikalien bereits im Angebot auf die möglichen Gefahren hinweisen“, sagte Umweltminister Franz Untersteller. „Die extrem hohe Beanstandungsquote zeigt, dass Internethändler hier noch einen sehr großen Nachholbedarf haben.“

Beim Kauf im Internet könnten die Kunden die Ware nicht oder nur ausschnittsweise auf Fotos betrachten, so der Minister. „Ohne die vorgeschriebenen Warnhinweise können die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erkennen, ob die Produkte zum Beispiel eine ätzende Wirkung haben oder bei Hautkontakt gesundheitsschädlich sein können.“ Außerdem werde den Kunden dadurch die Möglichkeit genommen, gegebenenfalls auf ungefährlichere Produkte auszuweichen, betonte Untersteller.

Die Marktüberwachung des Regierungspräsidiums Tübingen hat bei ihrer Aktion auch knapp 70 Biozidprodukte auf die sogenannte Verkehrsfähigkeit überprüft. Hierzu gehört die Registrierung nach der Biozid-Meldeverordnung oder die Zulassung nach der EU-Biozidprodukteverordnung. Bei mehr als zehn Prozent lag ein Verstoß oder zumindest der Anfangsverdacht vor, dass diese Biozidprodukte in Deutschland gar nicht vertrieben werden dürfen. „Dies belegt ebenfalls, wie wichtig es ist, dass unsere Marktüberwachung auch den Internethandel kontrolliert“, sagte Umweltminister Untersteller.

Die festgestellten Mängel wurden von Seiten der Unternehmen freiwillig und in der Regel sehr schnell behoben. Im Einzelfall waren hierzu größere Programmierarbeiten nötig. Die betroffenen Internetseiten wurden hinsichtlich der Werbevorschriften überarbeitet und die nicht verkehrsfähigen Biozidprodukte aus dem Angebot genommen. Waren Händler aus anderen Bundesländern betroffen, so hat das Regierungspräsidium Tübingen außerdem die vor Ort zuständigen Behörden informiert.

In Anbetracht der sehr hohen Beanstandungsquoten wird das Regierungspräsidium Tübingen auch künftig in Schwerpunktaktionen die chemikalienrechtlichen und biozidspezifischen Anforderungen überprüfen.

Regierungspräsidium Tübingen: Marktüberwachung

Umweltministerium: Marktüberwachung

Weitere Meldungen

Eingangspavillon Wilhelma Stuttgart
Vermögen und Bau

Eröffnung des restaurierten Eingangspavillons in der Wilhelma

In einem Stuttgarter Kindergarten gibt es Lasagne zum Mittagessen. (Bild: dpa)
Ernährung

Tag der Kitaverpflegung im Kindergarten „Elisabeth Ding“

Zahlreiche Menschen sind auf einem Radweg bei Sonnenschein auf ihren Fahrrädern und E-Roller unterwegs.
Radverkehr

STADTRADELN 2026 startet

Ein Messegast lässt sich eine so genannte ORC-Anlage erläutern.
Klimaschutz

Land fördert Energiefahrpläne für Unternehmen und Einrichtungen

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

links: Behältnis, das am Ostersonntag (5. April 2026) in einem Garten gefunden wurde; rechts: Laboranalyse
Strahlenschutz

Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium-210

Asiatische Hornisse
Artenmanagement

Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse melden

Wengenviertel in Ulm
Städtebau

Städtebauförderprogramm 2027 startet

Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Raum Offenburg bei Griesheim (Symbolbild: © dpa).
Wasserwirtschaft

Land unterstützt Wasserwirt­schaft mit 265 Millionen Euro

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet