Pflege

Fachtag zur Zukunft der Kurzzeitpflege

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Teilnehmende einer Veranstaltung sprechen mit Projekt-Ausstellern in Veranstaltungssaal.

Auf Einladung von Sozialminister Manne Lucha haben sich mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Stuttgart über die Zukunft der Kurzzeitpflege ausgetauscht. Zahlreiche Pflegeeinrichtungen stellten innovative Angebote und Projekte vor.

Die meisten Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg werden zuhause von Angehörigen betreut. Sind Angehörige aber beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Urlaub verhindert, kann die Kurzzeitpflege für Entlastung sorgen. Auf Einladung von Sozialminister Manne Lucha haben sich am 27. Juli 2023 mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Fachtag im Hospitalhof in Stuttgart getroffen, um über die Zukunft der Kurzzeitpflege zu diskutieren und sich zu vernetzen.

„Die Kurzzeitpflege ist für Pflegebedürftige und Angehörige enorm wichtig – leider gibt es nach wie vor zu wenig Plätze“, sagte Minister Lucha. „Das Land kommt hier seiner Aufgabe nach, wir fördern zusätzliche Plätze nach Kräften. Gefragt ist aber auch der Bund – er muss endlich die Bedingungen für Kurzzeitpflege verbessern und sicherstellen, dass sie sich für die Anbieter auch finanziell rechnet.“

Auf dem Fachtag stellten zahlreiche Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg ihr Engagement und ihre Kreativität für die Entwicklung innovativer Kurzzeitpflegeangebote unter Beweis. „Kurzzeitpflege ist weit mehr als nur intensive Pflege auf Zeit“, erläuterte Lucha. „Wir wollen den Menschen auch eine Perspektive geben, möglichst für eine Rückkehr in die eigene Häuslichkeit – und vergessen dabei auch nicht, die pflegenden Angehörigen mitzunehmen.“

Innovationsprogramm Pflege

Seit Jahren ist das „Innovationsprogramm Pflege“ ein wichtiges Instrument der Landespolitik, um die Versorgung pflegebedürftiger Menschen weiterzuentwickeln und um passgenaue Angebote zu erweitern. Die Stärkung der häuslichen Pflege ist dabei ein wichtiges Ziel. Erst vergangene Woche hat das Sozialministerium weitere 14 Projekte in die Förderung mit aufgenommen und dafür insgesamt 6,2 Millionen Euro bereitgestellt.

Auch die heute vorgestellten Projekte bekamen Geld aus dem „Innovationsprogramm Pflege“. „Das ist richtig gut investiertes Geld. Allen Engagierten bin ich dankbar für ihre innovativen Ideen“, so Minister Lucha.

Weiterentwicklung der Pflegereform

Insbesondere der Bund müsse jetzt noch seinen Teil dazu beitragen, dass sich Kurzzeitpflege für die Anbieter auch rechnen wird. „Der Bundesgesetzgeber hat jetzt zwar eine Pflegereform auf den Weg gebracht, ist aber bei der Kurzzeitpflege viel zu kurz gesprungen, obwohl eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Pflegereform unter Federführung Baden-Württembergs wichtige Impulse für die Kurzzeitpflege in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht hatte. Da bleiben wir dran“, versprach Minister Lucha.

Kurzzeitpflege kann verschiedene Ausprägungen haben, sollte aber nach Auffassung von Lucha immer mit einem „Case Management“ gekoppelt sein. Hierbei begleiten die entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gäste in Kurzzeitpflege sicher durch den Aufenthalt und kümmern sich darum, wie es anschließend weitergeht – beispielsweise in einer Reha-Klinik. Die auf dem Fachtag vorgestellten Projekte zeigten dies auf und wiesen auf eine aktuelle Schwachstelle in der Kurzzeitpflege hin. „Auch Case Management ist nicht umsonst. Der Bund muss dessen Finanzierung regeln“, forderte der Minister. „Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, dass der von den Ländern getragene Vorschlag zu einer verbesserten Finanzierung des Case Managements in einem der nächsten Reformschritte zur Umsetzung kommt. Dafür werde ich mich weiterhin stark machen.“

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