Kunst und Kultur

Bundesverdienstkreuz für Helga Brehme

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Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. (Bild: dpa)

Die Figurenspielerin Helga Brehme hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. Sie hat sich mit der Gründung des „Theaters am Faden“ in Stuttgart vor fünfzig Jahren und ihrem fortwährenden Engagement besonders um die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht.

Staatssekretärin Petra Olschowski hat der Figurenspielerin Helga Brehme das Bundesverdienstkreuz überreicht. Gewürdigt wird damit Brehmes außerordentlicher persönlicher Einsatz für das „Theater am Faden“ in Stuttgart und für die Pflege kultureller Beziehungen in den osteuropäischen Raum und nach Indien.

„Helga Brehme hat sich mit der Gründung ihres Theaters vor fünfzig Jahren und den zahlreichen internationalen Tourneen sowohl um die kulturelle Bildung insbesondere von Kindern und Jugendlichen als auch als Kulturbotschafterin unseres Landes besonders verdient gemacht“, sagte Staatssekretärin Petra Olschowski am 4. Mai 2022 in Stuttgart. „Das kleine Theater am Faden mit seinen 60 Plätzen ist ein kulturelles Juwel in Stuttgart“, so Petra Olschowski weiter.

Das große Engagement von Helga Brehme reiche weit über die Grenzen Stuttgarts hinaus, betonte die Staatssekretärin. So gehe Helga Brehme mit dem Theater am Faden seit vielen Jahren regelmäßig auf internationale Tourneen und bringe damit den internationalen Kulturaustausch voran – insbesondere mit dem osteuropäischen Raum, aber auch bei Vorstellungen in Indien vor bis zu 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

„Helga Brehme ist eine wertvolle Kulturbotschafterin unseres Landes. Gerade in diesen Tagen, in der die europäische Gemeinschaft und ihre Werte durch einen furchtbaren Krieg in Europa bedroht werden, ist der Einsatz von Kulturschaffenden für eine Kultur der Demokratie und der Menschenrechte nicht hoch genug zu schätzen“, so die Staatssekretärin abschließend.

Helga Brehme

Helga Brehme wurde am 13. Juni 1939 in Walsrode geboren und hat in den 1960er-Jahren an der Kunstakademie in Stuttgart und an der Puppenspielhochschule in Prag das Puppenspiel gelernt.

Im März 1972 eröffnete Helga Brehme gemeinsam mit ihrem Mann, Karl Rettenbacher, das „Theater am Faden“. Bis zum Tod ihres Mannes im Jahr 2007 haben beide den Spielbetrieb gemeinsam geleitet und in den Anfangszeiten bis zu drei Vorstellungen am Tag gegeben.

Seit 2007 führt Helga Brehme das Theater allein fort. Obwohl sie im Juni 2019 das 80. Lebensjahr vollendete, hat sie allein im vergangenen Jahr 160 Aufführungen gegeben. Die Stücke mit zum großen Teil selbst gefertigten Holzpuppen, einfachem Bühnenbild, knappem Text und für eigens entwickeltem Ton sind nicht auf eine bestimmte Altersgruppe festgelegt, sie sind für kleine Kinder, große Kinder und Erwachsene gedacht. Das Theater wird eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung geöffnet, so dass Kinder die Möglichkeit haben, mit einfachen Marionetten zu spielen, die umfangreiche Puppensammlung zu besichtigen und sich mit Gewändern und Kopfbedeckungen aus aller Welt festlich zu kleiden.

Helga Brehme geht mit dem Theater bis heute regelmäßig auf internationale Tourneen und pflegt insbesondere mit dem osteuropäischen Raum, aber auch mit Indien einen regelmäßigen Kulturaustausch. 1991 reiste das Ehepaar mit seinen beiden Kindern sowie den Marionetten und Kulissen im Gepäck erstmals nach Tomsk und Moskau, um hier Puppentheater zu spielen. Seit vielen Jahren gastiert das Theater am Faden zudem regelmäßig und schon über 30 Mal in Indien.

Theater am Faden

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