Reiseland

Nur leichte Erholung für die Tourismusbranche

Mädchen mit Rucksack

Baden-Württemberg ist eines der beliebtesten Reiseziele. Durch die Corona-Krise ist die Zahl der Übernachtungen stark eingebrochen. 2021 stieg die Zahl der Übernachtungen gegenüber 2020 wieder leicht um gut vier Prozent an, lag aber noch knapp 38 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

Baden-Württemberg erfreute sich in den Jahren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie als Reiseziel stetig wachsender Beliebtheit. Seit 2010 stiegen die Gäste- und Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben im Südwesten kontinuierlich an. 2019 erreichte die Tourismusbranche im Land zuletzt mit über 57 Millionen Übernachtungen ein Rekordergebnis.

Diese langjährige Entwicklung konnte aufgrund der fortdauernden Pandemie auch im Jahr 2021 noch nicht wieder aufgenommen werden. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, lag die Zahl der Gästeankünfte 2021 in den rund 6.200 geöffneten Beherbergungsbetrieben mit 12,0 Millionen nur geringfügig über dem Vorjahresergebnis: Gegenüber 2020 kamen rund 92.200 oder 0,8 Prozent mehr Gäste in den Betrieben an. Die Zahl der Übernachtungen stieg auf 35,6 Millionen, das waren 1,4 Millionen oder 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp erklärte anlässlich der Veröffentlichung der Tourismusbilanz 2021 für Baden-Württemberg: „Das Jahr 2021 war für den Tourismus weiterhin stark durch die Krise geprägt. Das war leider zu erwarten. Es stimmt mich aber zuversichtlich, dass die Zahl der Übernachtungen trotz des langen Lockdowns im Vergleich zu 2020 leicht angestiegen ist – insbesondere bei Jugendherbergen und Hütten sowie der Hotellerie. Klar ist jedoch, dass das Vorkrisenniveau noch weit außer Reichweite bleibt.“

Erholung erst ab April 2021

Relative Tiefstwerte bei den Übernachtungen wurden 2021 in den Monaten Januar, Februar und März erreicht (-72,5 Prozent, -70,7 Prozent und -33,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr). In allen folgenden Monaten ab April 2021 lag die Zahl der Übernachtungen dann durchgehend über den schwachen Vorjahresergebnissen – insbesondere im April und zum Jahresende.

Auch 2021 hat die Bedeutung inländischer Gäste für den Tourismus im Land zugenommen: Die große Mehrheit der Gäste (rund 10,1 Millionen bzw. 84,1 Prozent) hatte ihren Wohnsitz im Inland und buchte 30,8 Millionen Übernachtungen (86,6 Prozent). 2021 ergab sich für dieses wichtige Kundensegment bei den Ankünften gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,7 Prozent und bei den Übernachtungen ein Plus von 5,1 Prozent.

„Die steigenden Ankünfte inländischer Gäste zeigen uns hingegen, dass Baden-Württemberg nach wie vor ein attraktives und sicheres Reiseziel für Urlauberinnen und Urlauber ist“, so Staatssekretär Rapp weiter. „Mit dem Mittleren Schwarzwald, der Schwäbischen Alb und dem Nördlichen Baden-Württemberg konnten drei Reisegebiete in 2021 ein wenig aufatmen. Nichtsdestotrotz ist uns bewusst: Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir blicken jedoch optimistisch auf das Jahr 2022 und hoffen neben vielen inländischen Gästen auch wieder vermehrt auf Gäste aus dem Ausland.“

Deutlich weniger Gäste aus dem Ausland

Beim Auslands-Tourismus hingegen zeigen sich weiterhin besonders gravierende Auswirkungen der Corona-Pandemie: Seit 2010 hatte der Anteil ausländischer Gäste nahezu kontinuierlich zugenommen und lag im Jahr 2019 bei 23,3 Prozent mit 21,4 Prozent der Übernachtungen. Im Jahr 2021 ging die Zahl der Ankünfte aus dem Ausland gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr 2020 um weitere 4,0 Prozent oder rund 79.200 zurück. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent und betrug nur mehr rund 4,8 Millionen, so dass der Anteil ausländischer Gäste im Jahr 2021 nur noch bei 15,9 Prozent lag, deren Anteil an den Übernachtungen bei 13,4 Prozent.

Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, erklärte: „Die nun vorliegenden Zahlen belegen noch einmal schmerzlich, wie stark der Tourismus insgesamt von der Corona-Pandemie betroffen ist. Trotz allem überwiegt in der Branche Zuversicht für die kommenden Monate. Denn die Nachfrage nach Urlaubsreisen ist nach zwei Pandemiejahren groß, und viele Menschen werden zunächst im eigenen Land bleiben. Wir nehmen daher das 70-jährige Jubiläum Baden-Württembergs zum Anlass und werben mit dem Themenschwerpunkt ‚Zeitreisen im Süden‘ für Ausflüge in die spannende Geschichte unseres Landes.“

Leichte Erholungstendenzen in der Hotellerie

Zieht man für 2021 anhand der Übernachtungszahlen im Vergleich zum schwachen Vorjahr Bilanz für die verschiedenen Betriebsarten, dann zeigen sich Erholungstendenzen unterschiedlichen Ausmaßes: Die Spitzenreiter aus dem Jahr 2020 „Campingplätze“ und „Ferienzentren, Ferienhäuser und Ferienwohnungen“, die im ersten Corona-Jahr gegenüber dem Vorkrisenniveau „nur“ 16,5 Prozent bzw. 19,7 Prozent verloren hatten, verbuchten 2021 gegenüber dem Vorjahr leichte Verluste bzw. moderate Zugewinne (Campingplätze: -3,1 Prozent; Ferienzentren, Ferienhäuser und Ferienwohnungen: +2,6 Prozent).

Die von der Corona-Pandemie am stärksten getroffenen „Jugendherbergen und Hütten“ (2020: -71,1 Prozent) konnten 2021 mit einem Übernachtungsplus von 20,7 Prozent wieder Boden gutmachen – dies allerdings ausgehend von überaus schwachen Vorjahresergebnissen. Und auch die Hotellerie (Hotels, Hotel garnis, Gasthöfe und Pensionen) mit dem traditionell größten Marktanteil, die 2020 stark vom Corona-Abwärtssog erfasst worden war, zeigte 2021 gegenüber dem Vorjahr mit einem Übernachtungsplus von 4,3 Prozent leichte Erholungstendenzen.

Regionaler Tourismus

Die drei baden-württembergischen Reisegebiete mit den ausgeprägtesten Erholungstendenzen bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr waren der Mittlere Schwarzwald (+11,2 Prozent), die Schwäbische Alb (+10,0 Prozent) und das Nördliche Baden-Württemberg (+5,3 Prozent). Und auch die von der Pandemie hart getroffene Region Stuttgart verbuchte 2021 ein leichtes Übernachtungsplus von 1,2 Prozent. Auch hier sind allerdings die sehr niedrigen Bezugswerte aus dem Vorjahr zu bedenken.

Unter den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs zeigen zum Abschluss des Tourismusjahrs 2021 der Stadtkreis Stuttgart (-60,1 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau Übernachtungen im Jahr 2019), der Landkreis Esslingen (-57,6 Prozent) und der Rems-Murr-Kreis (-52,8 Prozent) derzeit noch den größten Aufholbedarf. In den genannten Kreisen waren 2021 zugleich nur relativ geringfügige Erholungstendenzen zu beobachten. In der Gesamtschau zeigt sich allerdings, dass Ende 2021 auch alle anderen Stadt- und Landkreise weiterhin deutlich unterhalb ihrer im Jahr 2019 erreichten Übernachtungsergebnisse firmieren. Im besten Fall – beim Landkreis Konstanz – beläuft sich das Defizit immer noch auf 20,9 Prozent.

Quelle:

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