Verbraucherschutz

Vorweihnachtliche Lebensmittelkontrollen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Stuttgarter Weihnachtsmarkt (Foto: © dpa)

Zimtsterne, Glühwein, Feuerzangenbowle und andere Produkte, die zur Advents- und Weihnachtszeit begehrt sind, stehen derzeit im Fokus der Lebensmittelüberwachung.

„Vor Weihnachten ist das Angebot an besonderen Leckereien zum Fest fast unüberschaubar. Glühwein und Weihnachtsgebäck prägen die adventliche Vorfreude, am Fest soll neben Klassikern wie Würstchen mit Kartoffelsalat auch gerne einmal etwas Besonderes auf den Tisch kommen. Daher untersucht die Lebensmittelüberwachung im Land derzeit verstärkt auch Produkte, die in der Adventszeit und an Weihnachten begehrt sind. Aufgrund der Ergebnisse bei Glühweinen aus den vergangenen Jahren nehmen unsere Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter auch in der nun laufenden Wintersaison 2019/2020 Glühweine und andere alkoholhaltige Heißgetränke besonders unter die Lupe“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich aktueller vorweihnachtlicher Lebensmittelkontrollen.

Untersuchung von Heißgetränken

Dabei wurden zu Beginn der Saison überwiegend fertig abgefüllte Erzeugnisse in Flaschen, Getränkekartons und Kanistern aus dem Handel überprüft, während im Dezember schwerpunktmäßig offen an Marktständen abgegebene Heißgetränke untersucht werden. Die aktuell laufende Aktion umfasst rund 100 Proben Glühwein, Feuerzangenbowle, Punsch und ähnliches. „Während bei der vorverpackten Handelsware verstärkt der vorhandene Alkoholgehalt und die Kennzeichnungsprüfung im Fokus stehen, werden die offen abgegebenen Getränke auf spezielle Parameter, die durch die Standzeit und Temperatur beeinflusst werden, untersucht. Hierzu zählen etwa die Einhaltung des Mindestalkoholgehaltes und die Abwesenheit von sogenannten Kochnoten. Da in den letzten Jahren ein Trend zur Verwendung von nostalgischen Metallgefäßen zur Erhitzung der Getränke beobachtet und einzelne Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden, werden auch in dieser Saison die Gehalte der Schwermetalle Blei, Zinn, Kupfer und Zink sowie Aluminium bestimmt. Die ersten Untersuchungen zeigen das erfreuliche Ergebnis, dass fast keine Kessel zur Erhitzung des Glühweins, sondern weit überwiegend Durchlauferhitzer verwendet wurden. Auch wurden bisher noch keine Grenzwertüberschreitungen von Schwermetallrückständen in den Glühweinproben nachgewiesen. Somit zeigen die letztjährigen Untersuchungsaktionen der Chemischen- und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Wirkung“, betonte der Minister.

Untersuchung von 140 Proben Weihnachtsgebäck

Backwaren gehören zu den häufiger beanstandeten Produktgruppen, so dass auch dieses Jahr saisonales Gebäck wie zum Beispiel Zimtsterne, Lebkuchen, Spekulatius, Spritzgebäck, Butterplätzchen und Vanillekipferl untersucht wird. Die Aktion umfasst rund 140 Proben Weihnachtsgebäck. „Bei Zimtsternen steht Cumarin im Fokus der Untersuchungen - ein bei übermäßiger Aufnahme potenziell leberschädigender Aromastoff. Besonders der sogenannte Cassiazimt kann erhöhte Mengen an Cumarin aufweisen, während Ceylonzimt geringere Mengen enthält. Erfreulicherweise lag der Cumaringehalt bei den bisherigen Untersuchungen von Zimtsternen aus handwerklicher Herstellung bis auf eine Probe weit unter dem Grenzwert“, sagte Peter Hauk.

Wildfleisch aus dem Handel und der Gastronomie auf die Echtheit geprüft

Feiner Rehrücken, saftiges Wildschwein oder kräftiges Hirschgulasch sind die Klassiker für das Weihnachtsessen. Besonders Wildfleisch aus heimischer Jagd ist bio und regional zugleich. Wildfleisch aus dem Handel und der Gastronomie wurde daher besonders auf die Echtheit geprüft. Besonders, wenn verwandte Arten zu deutlich unterschiedlichen Preisen gehandelt werden oder die Verfügbarkeit nur begrenzt vorhanden ist, ist die Gefahr der Verfälschung groß. „Bei acht von insgesamt 62 untersuchten Proben stimmte bei den aktuellen Untersuchungen die deklarierte Tierart nicht mit den Analysenergebnissen überein. Beispielsweise wurde bei einer Probe Rehragout neben Reh- auch Hirschfleisch vorgefunden. In einer Wildsalami aus Hirsch, Reh und Wildschwein wurde neben Wildschwein auch Hausschwein nachgewiesen, jedoch keine Anteile von Reh oder Hirsch.

Diese Ergebnisse haben gezeigt, dass die Überprüfung von Lebensmitteln mit deklariertem Wildanteil im Hinblick auf Falschangaben ein Aufgabengebiet darstellt, bei dem es sich im Sinne einer zutreffenden Information der Verbraucher lohnt, sowohl von Seiten der Hersteller als auch im Rahmen der Überwachung genauer hinzuschauen. Die Qualität und richtige Kennzeichnung unseres regional erzeugten Wildfleisches und der daraus hergestellten Erzeugnisse sollte den Verbrauchererwartungen entsprechen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Absatzes von Wildfleisch, insbesondere vor dem Hintergrund der Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinpest in unsere Wildbestände“, betonte Minister Hauk.

Chemische- und Veterinäruntersuchungsämter: Nostalgie mit Folgen – Glühweine aus Metallkesseln können zu viel Blei, Kupfer und Zinn enthalten

Chemische- und Veterinäruntersuchungsämter: Positiver Trend hält an – Nur wenig unerwünschte Stoffe in Weihnachtsgebäck

Chemische- und Veterinäruntersuchungsämter: Merkblatt „Glühwein und andere alkoholhaltige Heißgetränke im offenen Ausschank – Hinweise für Standbetreiber“ (PDF)

Chemische- und Veterinäruntersuchungsämter: Wildgerichte – immer echt?

Weitere Meldungen

Eingangspavillon Wilhelma Stuttgart
Vermögen und Bau

Eröffnung des restaurierten Eingangspavillons in der Wilhelma

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

In einem Stuttgarter Kindergarten gibt es Lasagne zum Mittagessen. (Bild: dpa)
Ernährung

Tag der Kitaverpflegung im Kindergarten „Elisabeth Ding“

Eine Autofahrerin fährt durch einen Autobahntunnel.
Straßenverkehr

Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Blick über Baden-Württemberg
Landwirtschaft

Fristende für Gemeinsamen Antrag 2026 am 15. Mai 2026

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Quartiersentwicklung

Land fördert 16 Quartiersprojekte

Arbeiter in einem Lager.
Tag der Arbeit

Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Sozialminister Manne Lucha steht vor Publikum und spricht in Mikrofon.
Soziales

Land prämiert Ideen gegen Einsamkeit

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde

Maimarkt Mannheim 2026
Landwirtschaft

Mannheimer Maimarkt 2026 eröffnet

Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Staufermedaille an Hubertus Nimsch

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Eine Rollstuhlfahrerin fährt in einer Wohnanlage zu ihrer Wohnung.
Konferenz

Behindertenbeauftragte kritisieren Leistungskürzungen

Teilnehmende der Integrationsministerkonferenz 2026 sitzen in großer Runde an Konferenztisch, das Logo der IntMK ist auf eine große Leinwand projiziert.
Integration

Land setzt Impulse bei der Integrationsministerkonferenz