Mobilität

Sieben Millionen Euro für Forschungsprojekt „RABus“

Verkehrsminister Winfried Hermann und Prof. Dr. Hans-Christian Reuss vom Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) vor dem autonomen Shuttlebus
Verkehrsminister Winfried Hermann und Prof. Dr. Hans-Christian Reuss vom Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) vor dem autonomen Shuttlebus

Mit dem Forschungsprojekt „RABus“ soll der automatisierte Busbetrieb im öffentlichen Nahverkehr in der Stadt und auf dem Land erprobt werden. Das Verkehrsministerium fördert das Projekt mit sieben Millionen Euro.

Verkehrsminister Winfried Hermann hat in einer Videokonferenz den Startschuss für die erste Phase eines historischen Forschungsprojektes auf dem Weg zum autonomen Nahverkehr in Baden-Württemberg gegeben. Im Rahmen des Projektes „Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb im öffentlichen Nahverkehr in der Stadt und auf dem Land“ (RABus) wird der Einsatz großer, vollautomatisierter Busse wissenschaftlich erforscht und auch real erprobt. Es entstand aus dem Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg. Die Entwicklung, Umsetzung und Erprobung eines wirtschaftlichen und zuverlässigen Fahrbetriebs mit vollautomatisierten Fahrzeugen ist von großer Relevanz für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehr. Mit dieser Technologie kann die Einführung eines attraktiven, bezahlbaren und umweltfreundlichen 24-Stunden-, von Haus zu Haus Busshuttleangebotes im Land, angeboten werden.

Das Projekt soll im Ergebnis eine Beurteilung einer landesweiten Übertragbarkeit und Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen für die technische Umsetzung und die betriebliche Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit umfassen. Außerdem sollen rechtliche Belange und verkehrliche Wirkungen des landesweiten Einsatzes eines weitgehend fahrerlosen Busshuttlebetriebes mit „Normal“-Geschwindigkeiten berücksichtigt werden. Der Konsortialführer des Projektes am Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) an der Universität Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Reuss sagte: „Ich freue mich mit dem Konsortium sehr über die bislang einmaligen Projektinhalte, die wir nun angehen, und natürlich über die Förderung des Landes“.

Großer Innovationsschritt im Busverkehr

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Wir wollen einen großen Innovationsschritt im Busverkehr hin zu einem bedarfsgerechten und flächenhaften Busangebot. Die Entwicklung hin zum vollautomatisierten und dann fahrerlosen Busshuttleverkehr ist hierzu einer der vielversprechendsten Wege. Ich sehe unsere Förderung als gute Investition für die Zukunft und freue mich sehr über die Zusammensetzung einer kompetenten Projektgruppe.“ Derzeit sind in Deutschland automatisierte Busse vereinzelt und nur mit vielen Einschränkungen unterwegs, wie zum Beispielextrem niedriger Geschwindigkeit, mit Sicherheitsfahrer, kleinste Busse, kurzer Demonstrationsbetrieb. Dies führt zu unattraktiven Fahrzeiten und damit zu einer geringen Akzeptanz und wenig Nutzung. Ein weitgehend flächenhaftes und ganztägiges Angebot gibt es heute nicht mal in Ansätzen.

Im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung hat Verkehrsminister Winfried Hermann den Förderbescheid an das Konsortium, bestehend aus dem Forschungsinstitut für Kraftwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart, dem Karlsruher Institut für Technologie, der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, dem Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH mit DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH und ZF Friedrichshafen übergeben. Das „Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb im Nahverkehr in der Stadt und auf dem Land (RABus)“ ist eine der präferierten Maßnahmen der strategischen Landesziele zur automatisierten und vernetzten Mobilität in Baden-Württemberg. Das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart FKFS zählt zu den namhaften deutschen Entwicklungsdienstleistern und kooperiert eng mit dem Institut für Fahrzeugsysteme IFS der Universität Stuttgart. Das FKFS beschäftigt etwa 180 hoch qualifizierte Mitarbeiter und betreibt eine Vielzahl an modernsten Prüf- und Testeinrichtungen, darunter einen hochmodernen Fahrzeugwindkanal, einen Fahrzeugdynamikprüfstand, einen Fahrsimulator sowie diverse Verbrennungs- und Elektromotorenprüfstände.

Elektrifizierten und automatisierten Nahverkehr etablieren

Heute erhältliche Busse mit Assistenzfunktionen (Level zwei) sollen aufgerüstet werden (bis Level vier). Hier unterstützt die Fa. ZF Friedrichshafen AG. Mannheim und Friedrichshafen fungieren mit Unterstützung der Verkehrsunternehmen als Reallabore, also unter anderem der praktische Einsatz über mehrere Monate, Geschwindigkeiten, die ein Mitschwimmen im Verkehr erlauben und auch mit Fahrgästen. In Gebieten beider Städte soll bis zum Ende des Jahres 2023 ein weitgehend wirtschaftlicher Nahverkehrs-Betrieb mit elektrifizierten und automatisierten Fahrzeugen probeweise etabliert werden. Im Reallabor Mannheim liegt der Schwerpunkt auf dem automatisierten Betrieb im Mischverkehr in einem neuen Stadtquartier, im Reallabor Friedrichshafen dagegen steht der automatisierte Überlandbetrieb im Mittelpunkt der Aktivitäten. Um im jeweiligen Umfeld ein angepasstes und gleichzeitig sicheres Fahrverhalten zu erreichen, sollen die Fahrzeuge im regulären Verkehr „mitschwimmen“ können – innerorts mit mindestens 40 Kilometer pro Stunde und außerorts mit mindestens 60 Kilometer pro Stunde. Über eine Begleitforschung zu verkehrlichen Wirkungen. Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit und technischen Lösungsansätzen ist auch die Wissenschaft intensiv in das Projekt eingebunden.

Verkehrsministerium: Bilder zum Herunterladen

Quelle:

Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren / Verkehrsministerium Baden-Württemberg
Ein roter Diesel-Personenzug fährt auf einem Gleis entgegen.
  • Bahn

Längere Züge und neues Fahrplankonzept auf der Allgäubahn

Auf einem Tisch liegt ein Anschreiben zu den Rundfunkgebühren und ein Überweisungsschein.
  • Rundfunkbeitrag

Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag

Ministerin Thekla Walker, MdL
  • Klimaschutz

Sommertour 2021 von Thekla Walker und Andre Baumann

An einem Tisch großen Tisch in einer Kunstwerkstatt arbeiten Künstler an Bildern.
  • Kunst und Kultur

Mehr „FreiRäume“ für die Kultur

Besuch der Osiandersche Buchhandlung GmbH in Tübingen im Rahmen der Ausbildungsreise am 5. August 2021
  • Ausbildung

Wirtschaftsministerin auf Ausbildungsreise

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
  • Verkehrsunfallbilanz

So wenig Getötete und Verletzte wie noch nie

Eine Weiche an einem Gleis.
  • Schiene

Studie zur Reaktivierung von Nebenbahnen im Landkreis Göppingen

Die baden-württembergische Ministerin der Justiz Marion Gentges und der bayerische Staatsminister für Justiz Georg Eisenreich sitzen mit aufgeklappten Laptops an einem Brunnen.
  • Digitalisierung

Digitaloffensive der Justiz aus dem Süden

Freiwillige Helfer reinigen einen Innenhof der Boeselager-Realschule, die durch die Flutkatastrophe stark beschädigt wurde.
  • Flutkatastrophe

Schulpsychologen aus dem Land helfen in Rheinland-Pfalz

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Fahrradstraße. (Bild:  Daniel Bockwoldt / dpa)
  • Kreativwettbewerb

Initiative RadKULTUR sucht kreative Ideen mit Erlebnis-Charakter

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. (Foto: © dpa)
  • Wasserversorgung

Land bezuschusst Neubau des Wasserwerks in Neudenau-Siglingen

Mehrere Kinder stehen nebeneinander in einem Kindergarten. (Bild: © Christian Charisius/dpa)
  • Armutsbekämpfung

Land fördert weitere acht Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe von Tübingen in Baden-Württemberg auf einem Feldweg. (Bild: dpa)
  • Flurneuordnung

Rund 588.000 Euro für Schwarzwaldverfahren Hinterzarten

FM BW,  Ingeborg F. Lehmann Fotodesign
  • Hochbau

Kollegiengebäude II der Uni Freiburg wird weiter saniert

Sommertour 2021: Staatssekretär Andre Baumann besichtigt Hochwasserschutzmaßnahmen
  • Sommertour 2021

Zweiter Tag der Sommertour von Andre Baumann

Touristen steigen mit Fahrräder in eine Bahn.
  • Mobilität

Vier neue Mobilitätszentralen im Land

Schüler warten auf ihr Mittagessen, im Vordergrund stehen Teller mit geschnittenem Gemüse. (Foto: dpa)
  • Ernährung

Projekt „Gutes Schulessen mit kommunalem Konzept“ startet

Eine Patientin wird in einem Krankenhaus in Stuttgart in einem Computertomographen (CT) untersucht (Bild: © dpa)
  • Innovation

Innovationscampus in der Rhein-Neckar-Region stellt sich vor

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
  • Ausbildung

Ausbildungsoffensive „Restart Ausbildung“

Die renaturierte Rems in Winterbach (Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg)
  • Hochwasserschutz

Walker besucht Hochwasservorsorge in Betzingen

Ein kleines Mädchen sitzt an einem Holztisch und malt ein Bild. Neben ihr stehen Ernst Steinmann (links), Generalkonsul der Schweiz, und Elke Zimmer (rechts), Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr, und zeigen einen Daumen hoch in die Kamera.
  • Bahn

Malwettbewerb für die längste rollende Galerie

Eine Frau wirft am in einen Gelben Sack in einen gelben Abfallbehälter. (Foto: © dpa)
  • Abfallwirtschaft

Land auf dem Weg zu einer klimaschützenden Kreislaufwirtschaft

Hochwasserrückhaltebecken in Reichenbach an der Fils
  • Hochwasserschutz

Land fördert Sanierung von Hochwasser-Rückhaltebecken

Ministerin Theresia Bauer
  • Hochschulen

Aufruf zur Rückkehr an die Hochschulstandorte

Straßenbegleitgrün
  • Artenvielfalt

Modellprojekt zur ökologischen Pflege des Straßenbegleitgrüns