Kunst und Kultur

Rückgabe von Witbooi-Bibel und Peitsche

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Familienbibel von Hendrik Witbooi, erbeutet von deutschen Eroberern beim Sturm auf Hornkranz 1893 (© Linden-Museum Stuttgart, Dominik Drasdow).

Die Republik Namibia hat um Rückgabe der „Witbooi-Bibel“ und Peitsche gebeten. Für das Wissenschaftsministerium sind derzeit keine verfassungsrechtlichen Gründe erkennbar, die der von der Republik Namibia beantragten Rückgabe entgegenstehen.

Die Republik Namibia hat sich über die deutsche Botschaft in Berlin an das baden-württembergische Wissenschaftsministerium gewandt und um Rückgabe der „Witbooi-Bibel“ und Peitsche gebeten. Zur Vorbereitung der Rückgabe von Bibel und Peitsche hat eine baden-württembergische Delegation unter der Leitung von Staatssekretärin Petra Olschowski im Herbst 2018 Namibia besucht und Gespräche mit offiziellen Regierungsvertretern wie auch mit Angehörigen der Familie Witbooi geführt.

„Unser erster Ansprechpartner ist der Staat. Gleichwohl haben wir uns von Anfang an große Mühe gegeben, auch mit der Familie Witbooi in Kontakt zu treten. Vertreter der Familie haben bei den Gesprächen mit Staatssekretärin Olschowski ausdrücklich erklärt, dass sie angesichts der nationalen Bedeutung Hendrik Witboois mit einer Abgabe der Objekte in staatliche Obhut einverstanden sind. Wir freuen uns über die Einigkeit von Regierung und Familie in dieser Frage. Auch die Briefe Hendrik Witboois werden im Nationalarchiv aufbewahrt. Die Objekte aus dem Linden-Museum sollen nach Auskunft der namibischen Stellen weiterhin öffentlich zugänglich bleiben. Die Übergabe der Objekte wird zudem nicht in der Landeshauptstadt, sondern in Gibeon im Süden Namibias, dem Stammsitz der Witbooi und Siedlungsgebiet vieler Nama-Gruppen, stattfinden“, sagte eine Sprecherin . Für das Ministerium seien derzeit keine verfassungsrechtlichen Gründe erkennbar, die der von der Republik Namibia beantragten Rückgabe entgegenstehen.

Innerhalb der Nama gebe es offenbar unterschiedliche Positionen: „Nama-Verbände wie die NTLA protestieren gegen die Rückgabe, andere bitten uns darum, unbedingt an den besprochenen Plänen festzuhalten, da viele ältere Angehörige der Witbooi und Nama die Bibel noch sehen möchten“, so die Sprecherin.

Hendrik Witbooi war während der deutschen Kolonialzeit Anführer der Nama-Gruppen. Heute wird er in Namibia jedoch weit darüber hinaus als eine der zentralen Persönlichkeiten der gesamten namibischen Geschichte angesehen und als nationales Symbol im Kampf gegen den Kolonialismus verehrt. „Wir halten die beiden Objekte aus dem Linden-Museum für nationale Kulturgüter, die von hervorgehobener kultureller Bedeutung für den Gesamtstaat sind. Die Frage, wo Bibel und Peitsche verbleiben, muss aber letztlich in Namibia geklärt werden“, sagte die Sprecherin abschließend.

Pressemitteilung: Land gibt „Witbooi-Bibel“ und Peitsche an Namibia zurück

Weitere Meldungen

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

DEHOGA Cup
Start-up BW

Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Ziel bereits vorab erreicht

Ein Clown der Narrenzunft Rottenburg läuft beim großen Umzug des Weißnarrentreffens in Villingen-Schwenningen durch die Innenstadt (Quelle: dpa).
Verbraucherschutz

Produktkontrollen für ein unbe­schwertes Feiern des Faschings

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
Digitale Infrastruktur

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt

Holger Neinhaus und Arne Braun
Kunst und Kultur

Holger Neinhaus bleibt geschäftsführender Vorstand am ZKM

Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Außenwirtschaft

Wirtschaftsrepräsentanz in Japan neu besetzt und gestärkt

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Ländlicher Raum

Flurneuordnung in Furtwangen bewilligt