Radverkehr

Radschnellwege im Land erhalten Bundesförderung

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Der Bund unterstützt mit insgesamt rund 6,4 Millionen Euro die Planung von drei weiteren Radschnellwegen in Baden-Württemberg, und zwar im Ortenaukreis, im Landkreis Göppingen und in Mannheim. Bis zum Jahr 2030 soll es im Land insgesamt 20 Radschnellwege geben.

Radschnellwege bieten durch direkte Streckenführung und größere Breite für den Radverkehr ein neues Qualitätsniveau. Im Land Baden-Württemberg sollen zahlreiche schnelle Routen entstehen. Die Planung von drei Radschnellwegen wird nun durch den Bund finanziell unterstützt. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur steuert für die Planungen rund 6,4 Millionen Euro bei.

Bund steuert für Planungen rund 6,4 Millionen Euro bei

Gefördert werden die geplanten Radschnellverbindungen Offenburg – Gengenbach, Ebersbach – Göppingen – Süßen sowie ein Teilabschnitt der Verbindung Mannheim – Viernheim – Weinheim – Darmstadt. Mit dem geförderten Teilabschnitt soll eine Radschnellwegeverbindung zwischen der Mannheimer Innenstadt und dem Gelände der Bundesgartenschau hergestellt werden. Der Bund beteiligt sich mit je 75 Prozent an den Planungskosten.

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): „Das BMVI unterstützt drei weitere Radschnellwege-Projekte in Baden-Württemberg mit über 6 Millionen Euro. Mit Radschnellwegen können wir mehr Pendlerverkehr auf den Sattel verlagern. Auf den breiten Strecken fahren Radler schnell, sicher und bequem über große Distanzen. Damit sind sie eine echte Alternative, besonders für Berufspendler.“

Verkehrsminister Winfried Hermann begrüßte die Förderung des Bundes: „Ich bin dem Bund dankbar, dass wir für drei weitere Projekte in den Genuss von Fördermitteln kommen. Damit befinden sich nun insgesamt 15 Radschnellwegeprojekte in der vertiefenden Planung. Unser Ziel, insgesamt 20 Radschnellwege bis ins Jahr 2030 zu realisieren, rückt in greifbare Nähe. Im bundesweiten Vergleich liegen wir bei der Planung von Radschnellwegen an der Spitze. Vor allem für Pendlerinnen und Pendler stellen die neuen Wege eine gute Alternative dar, schnell und sicher an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Das Interesse am Bau von Radschnellstrecken ist überwältigend groß.“

Geplante Verbindungen:

Offenburg – Gengenbach (RS12)

Die Planungskosten für den elf Kilometer langen Korridor im Kinzigtal belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Neben der Förderzusage vom Bund über etwa 1,5 Millionen Euro (75 Prozent) fördert das Land die Planung zusätzlich mit knapp 253.000 Euro (12,5 Prozent). Die restlichen Planungskosten von 12,5 Prozent teilen sich der Ortenaukreis und die Stadt Offenburg.

Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreis: „Ich freue mich sehr, dass wir die ersten Schritte auf dem Weg zur Realisierung des Radschnellwegs gehen können. Die Radschnellverbindung ist ein Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft und das erste Pilotprojekt dieser Art im Ortenaukreis. Ich danke dem Regionalverband Südlicher Oberrhein für die tatkräftige Unterstützung – gemeinsam können wir noch mehr Menschen fürs Radfahren begeistern und einen wichtigen Beitrag zum Ausbau klimafreundlicher Mobilität leisten. Ich bin mir sicher, dass dieser Radschnellweg nicht der einzige bleiben wird“.

Die Vorschläge zum Trassenverlauf verbinden die Städte Offenburg und Gegenbach und bieten direkte Anschlüsse sowohl für die Wohnorte wie auch die Gewerbe- und Industriegebiete. Die zwei Standorte der Hochschule Offenburg werden ebenfalls berücksichtigt. Mit den Finanzmitteln des Bundes kann jetzt die Planung beginnen. Der voraussichtliche Baubeginn ist für 2026 geplant.

Ebersbach – Göppingen – Süßen (RS14)

Der geplante Radschnellweg im Filstal zwischen Ebersbach und Süßen soll zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung für Radfahrende beitragen und einen Teil des Kfz-Verkehrs auf den Radverkehr verlagern.

Edgar Wolf, Landrat des Landkreis Göppingen: „Für den ‚fahrradfreundlichen Landkreis‘ Göppingen ist es wichtig, den Fokus jetzt auch stärker auf den Alltagsradverkehr zu lenken. Auf der zentralen Achse im Filstal erhalten wir jetzt die Chance, mit der Radschnellverbindung die Infrastruktur deutlich zu stärken und ein zeitgemäßes, umweltgerechtes Mobilitätsangebot zu schaffen. So können wir dem Ziel der Verdoppelung des Radverkehrs bis 2030 Nachdruck verleihen.“

Das ermittelte Potential liegt auf der gesamten Strecke durchgehend bei 2.000 Radfahrten pro Tag. Auf Teilstrecken sind voraussichtlich bis zu 3.000 Radfahrerinnen und Radfahrer täglich unterwegs. Die Planungskosten für den ca. 23 Kilometer langen Korridor belaufen sich auf rund 4,25 Millionen Euro. Der Bund stellt Finanzmittel von knapp 3,2 Millionen Euro (75 Prozent) bereit. Für die verbleibenden 25 Prozent tragen das Land und der Landkreis die Kosten (circa 1 Million Euro).

Mannheim – Viernheim – Weinheim – Darmstadt / Bundesgartenschau 2023 (RS15)

Der geplante Radschnellweg 15 soll in Zukunft zentrale Orte in der länderübergreifenden Metropolregion verbinden. Auch das Gelände der Bundesgartenschau 2023 in Mannheim soll an das Radschnellwegenetz und an die Mannheimer Innenstadt angebunden werden. Dafür wird die rund sechs Kilometer lange sogenannte BUGA-Trasse gebaut. Sie soll an den rund 20 Kilometer langen Radschnellweg Heidelberg – Mannheim anschließen. Dieser ist Teil des bundesländerübergreifenden Radschnellwegekorridors.

Ralf Eisenhauer, Bürgermeister Stadt Mannheim: „Weite Teile des Mannheimer Nordostens erhalten durch die Radschnellverbindung Mannheim-Viernheim-Weinheim eine zusätzliche, neue und komfortable Route Richtung Innenstadt sowie in andere Stadtgebiete wie Neuostheim oder die Oststadt. Die Anzahl von Radfahrenden zwischen Innenstadt und Mannheimer Nordosten soll durch die attraktive neue Verbindung gesteigert und die Kfz-Belastung entsprechend reduziert werden.“

Prof. Dr. Diana Pretzell, Bürgermeisterin Stadt Mannheim: „Der Radschnellweg Mannheim-Viernheim-Weinheim ist ein weiterer großer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Verkehrswende. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ermöglicht mit seiner Förderung des Radschnellwegs diesen für uns so wichtigen Schritt. Damit schließen wir Mannheim auch konsequent im Norden an das Radschnellwegesystem an, das bereits die genehmigte Strecke Mannheim-Heidelberg umfasst.“

Für die BUGA-Trasse wurde ein Potential von 2.900 Radfahrten pro Tag ermittelt. Die Planungskosten für den Anschlussabschnitt belaufen sich auf knapp 2,3 Millionen Euro. Der Bund finanziert diesen mit 1,7 Millionen Euro. Die Planung im Bereich der BUGA ist bereits in vollem Gange. Der Baubeginn ist für Sommer 2021 geplant und wird durch die Stadt Mannheim und die Gesellschaft zur Planung und Durchführung der Bundesgartenschau (BUGA gGmbH) realisiert.

Förderung von Radschnellwegen

Zur Unterstützung der Länder und Gemeinden bei Planung und Bau von Radschnellwegen stellt der Bund seit 2017 pro Jahr Finanzhilfen in Höhe von 25 Millionen Euro bereit, die auch überjährig zur Verfügung stehen. Im Zuge des beschlossenen Klimapaketes wurde diese Förderung für den Zeitraum von 2021 bis 2023 auf 50 Millionen Euro verdoppelt.

  Förderfähige Radschnellwege zeichnen sich aus durch:

  • Mindestens zehn Kilometer Gesamtstrecke
  • Sind in der Regel 3 Meter (Einrichtungsverkehr) und 4 Metern (Zweirichtungsverkehr) breit; Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung
  • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden
  • Sind von anderen regelmäßig zu erwartenden Verkehrsteilnehmenden (insbesondere Fußgänger) baulich getrennt;
  • Bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr: Mindestens 2.000 Radfahrer in 24 Stunden auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke
  • Haben eine hohe Belagsqualität und eine geringe Steigung;
  • Werden dauerhaft und verkehrssicher betrieben und unterhalten – einschließlich Winterdienst.

Radschnellwege sind aufgrund direkter Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv, gerade auch auf längeren Distanzen. Sie haben insbesondere aufgrund der steigenden Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um die Hauptverkehrsachsen auf Straßen und Schienen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer weniger oft anhalten und warten müssen.

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