Schule

Qualitätskonzept für Schulen wird in den Landtag eingebracht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schüler am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Laichingen im Deutschunterricht der 5.Klasse. (Bild: Daniel Bockwoldt/dpa).

Mit einem Qualitätskonzept für das Bildungssystem stellt das Land die Weichen, um die Schul- und Unterrichtsqualität zu verbessern. Dazu werden das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie das Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg gegründet.

Mit der Gründung des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) schafft Baden-Württemberg die strukturellen Voraussetzungen, um die Qualitätsentwicklung an den Schulen effektiv begleiten und die schulische Qualität auf lange Sicht verbessern zu können. Das Kabinett hat gestern dem Gesetzentwurf zur Umsetzung des Qualitätskonzepts zugestimmt und das Staatsministerium beauftragt, diesen in den Landtag einzubringen. Das Artikelgesetz umfasst mehrere Gesetze, die geändert werden müssen, unter anderem die Errichtungsgesetze für das IBBW und das ZSL, das Landesbeamtengesetz, das Landesbesoldungsgesetz sowie das Schulgesetz. Die parlamentarische Beratung beginnt nach derzeitigem Stand in erster Lesung Ende Januar 2019. Die zweite und abschließende Beratung folgt voraussichtlich Mitte Februar, vorbehaltlich der Terminsetzung des Landtags.

„Mit unserem Qualitätskonzept stellen wir die Weichen, um die Schul- und Unterrichtsqualität zu verbessern. Damit beschreiten wir einen Weg, der sicherlich nicht von heute auf morgen zu besseren Ergebnissen im Unterricht führen wird. Mittel- und langfristig ist dieser Weg jedoch der richtige, das belegen die Erfahrungen anderer Länder mit ähnlichen Prozessen eindrücklich“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Anhörung: Verbände begrüßen Zielsetzung des Qualitätskonzepts

Vom 16. Oktober an bis zum 27. November 2018 haben sich zahlreiche Gewerkschaften, Verbände und Beratungsgremien am Anhörungsverfahren beteiligt und zum Entwurf des Artikelgesetzes Stellung genommen. Die Zielsetzung des Entwurfs, die Leistungsfähigkeit und Qualität des Bildungssystems zu verbessern, wurde dabei mehrheitlich begrüßt. In zahlreichen Stellungnahmen wurden allgemeine Fragen, Kommentare und Hinweise zum Qualitätskonzept gemeldet, die das Kultusministerium berücksichtigt hat. Konkretisiert wurde beispielsweise die Rolle der Schulbehörden bei der Schulaufsicht. Durch die Bündelung von Aufgaben und Zuständigkeiten bei Ausbildung, Fortbildung und Beratung in den neuen Institutionen werden die Staatlichen Schulämter und die Regierungspräsidien in der Wahrnehmung ihrer originären schulaufsichtlichen Aufgabe gestärkt.

Schärfung der Rolle der Schulaufsicht

„Für die Schulaufsicht ergibt sich somit eine größere Rollenklarheit durch die Trennung von Aufsicht auf der einen und Fortbildung mit Beratungs- und Unterstützungsleistungen auf der anderen Seite. Die Schulbehörden nehmen gegenüber den Schulen eine Führungsaufgabe wahr und sind die ersten Ansprechpartner für die Schulleitungen“, so Eisenmann. Im Dialog mit den Schulleitungen zeigt die Schulaufsicht, beispielsweise im Rahmen von Statusgesprächen, Problembereiche und Entwicklungsfelder der Schule auf und bespricht mit den Schulleitungen notwendige Maßnahmen und nächste Entwicklungsschritte der Schule.

Verlässliche Daten als Grundlage für die Qualitätsentwicklung

Wichtige Grundlage für diese Statusgespräche sind differenzierte Informationen und Daten, die künftig durch das IBBW zur Verfügung gestellt werden. „Daten haben eine wichtige Bedeutung bei der Qualitätsentwicklung. Deshalb bauen wir eine datengestützte Schulentwicklung auf, um einen systematischen Blick auf unsere Schulen zu erhalten“, so Eisenmann. Kernaufgabe des IBBW wird deshalb der Aufbau eines Bildungsmonitorings sein, das diese datengestützte Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen des Bildungssystems unterstützen soll. Dazu hat eine Projektgruppe aktuell die Grundlagen erarbeitet, die dem IBBW als Orientierung zur weiteren Ausarbeitung dienen sollen. Wichtige Impulse erhielt die Projektgruppe dabei durch den wissenschaftlichen Beirat unter Vorsitz von Professor Ulrich Trautwein. Beraten wird das Kultusministerium außerdem durch Norbert Maritzen, ehemals Leiter des Hamburger Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung.

Ministerin Susanne Eisenmann bedankt sich bei allen Mitarbeitern in der Schulverwaltung sowie den Lehrerinnen und Lehrern für ihren Einsatz und ihre tägliche Bereitschaft, an der Ausgestaltung der Bildungspolitik in Baden-Württemberg mit großer Sachkenntnis mitzuarbeiten: „Das bald zu Ende gehende Jahr hat uns alle vor große Aufgaben und Herausforderungen gestellt. Wir haben gemeinsam sehr viel erreicht. Zahlreiche wegweisende Entscheidungen sind gefallen, wichtige Maßnahmen für die Schulen in Baden-Württemberg haben wir zusammen angestoßen. Ich danke allen, die daran mitgearbeitet haben, die Qualität und Leistung in unserem differenzierten Schulsystem deutlich und dauerhaft zu stärken. Dies ist und bleibt unser gemeinsames Anliegen und Bestreben.“

Weiterer Zeitplan

Das parlamentarische Verfahren mit der ersten und zweiten Gesetzeslesung im Januar und Februar wird mit der Verkündung im Gesetzblatt abgeschlossen sein. Der erste Tag des auf die Verkündung im Gesetzblatt folgenden Monats ist dann der Zeitpunkt, zu dem Aufgaben und Personal auf die neuen Einrichtungen übergehen. Die gesamten strukturellen Änderungen werden somit voraussichtlich zum 1. März 2019 umgesetzt. Die Institutionen werden ihre Arbeit sukzessive aufnehmen, der Übergangsprozess wird sich in das Jahr 2019 hinein erstrecken.

Kultusministerium: Qualitätskonzept für das Bildungssystem Baden-Württembergs

Leiter für neue Bildungsinstitute stehen fest

Weitere Meldungen

Auf durchsichtigem Grund steht Rrealschulpreis NANU?!", dahinter ist verschwommen ein Gebäude zu sehen.
Schule

Landessieger des NANU?!-Wettbewerbs 2026 gekürt

Etwa ein Dutzend Besucher der Futorumundo vor Werbefahnen der Veranstaltung.
Futoromundo

Land treibt interdisziplinäre Innovationen voran

Logo des Wirtschaftsgipfels BW-EU
Wirtschaft

„Wirtschaftsgipfel BW-EU on Tour“ in Stuttgart

Eine Gruppe an Kindern steht auf einer Bühne, rechts daneben ein Mann mit weißem Hemd.
Werkrealschule

Werkrealschulpreis 2026 verliehen

Ein Mitarbeiter bei Zeiss in Oberkochen
Konjunkturprognose

Baden-Württemberg wieder auf Wachstumskurs

Die deutsche und französische Flagge. (Bild: picture alliance/Rainer Jensen/dpa)
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Land lädt Schulen und Kitas zur Fête de la Musique ein

EU-Schulprogramm
Ernährung

Landesweite Aktionstage zum EU-Schulprogramm

Ein Bild der teilnehmenden beruflichen Schulen am Projekt „Stadt – Land – Future“
Schule

Berufliche Gymnasien präsentieren innovative Projekte

Ein 13 Jahre alter Schüler arbeitet an einem iPad mit der Lernplattform Moodle.
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg ausgezeichnet

Symbolbild: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Demokratie

Bundesverfassungsrichterin besucht Schule in Leimen

Kultusminister Jung (Mitte) mit Grundschulkindern. Der Minister schüttelt einem Jungen die Hand.
Schule

Jung besucht Grundschule Stockach

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

von links nach rechts: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts Sintje Leßner, Lukas Wörner, Dr. Fabian Haller, Paul Schwarz, stellvertretende Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes Dr. Cornelia Iffland
Justiz

Examensfeier 2026 zum Zweiten juristischen Staatsexamen

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet