Tierschutz

Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport überarbeitet

Ein Landwirt lässt auf seinem Bauernhof Pferde auf die Weiden laufen (Bild: © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die überarbeiteten „Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport“ veröffentlicht. Die Tierschutzverbände zeigen sich erfreut über zahlreiche Verbesserungen zum Tierwohl. Kritik gibt es an der Ausnahme für den Galopp- und Trabrennsport.

Der Deutsche Tierschutzbund, PROVIEH, der Bund gegen Missbrauch der Tiere, der Bundesverband Tierschutz, die Landestierschutzbeauftragten aus Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz sowie die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland begrüßen die überarbeiteten „Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport“, an der sie die letzten drei Jahre mitgewirkt haben.

In den jetzt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Leitlinien konnten elementare Anforderungen für einen besseren Schutz der Tiere konkretisiert und ergänzt werden. So konnte eine grundsätzliche Festlegung des Alters für den Beginn der disziplinbezogenen Ausbildung und den frühesten Turnierstart und eine tierschutzkonforme Haltung während der Ausbildung aufgenommen werden, genauso wie eine klare Ablehnung der Rollkur, eine durch Gewalteinwirkung erzwungene Kopfhaltung beim Pferd. Nicht alle Belange konnten abschließend geregelt werden, sollen aber zeitnah wissenschaftlich untersucht werden. Kritik üben die Verbände insbesondere aber daran, dass anders als in den Leitlinien vorgesehen, ausgerechnet für Trabrenn- und Galopprennpferde weiterhin kein Mindestalter der Pferde bei Trainings- und Einsatzbeginn vorgeschrieben sein soll.

Kritik an Einsatzbeginn von Galopp- und Trabrennpferden

„Die Mindeststandards der BMEL-Pferdesportleitlinie bieten eine wichtige Orientierungs- und Beurteilungshilfe, welche Anforderungen für Umgang, Haltung, Training und jegliche Nutzung von Pferden unter den Aspekten des Tierschutzes zu stellen sind. Diese gilt es nun weitreichend bekannt zu machen und in die Umsetzung zu bringen“, so die Verbände. Allerdings als tierschutzfachlich völlig inakzeptabel einzustufen ist die Ausnahme für Galopp- und Trabrennpferde hinsichtlich des frühestmöglichen Ausbildungs- und Einsatzbeginns, der laut Leitlinie für alle sonstigen Pferde bei 30 Monaten beziehungsweise 36 Monaten liegen soll. Diese Ausnahme hat rein wirtschaftliche Gründe: Um auf den Rennbahnen international wettbewerbsfähig zu bleiben, wird das stark leistungsorientierte Training der Tiere aus Gründen des Profits seit Jahren über das Wohl der Tiere gestellt. Bekannt ist, dass im Rennsport-Bereich mit einem erhöhten Risiko für Früh- und Spätschäden - etwa einer Veränderung der Knochenstabilität oder Knorpelschädigungen - bei den Pferden zu rechnen ist. Den Leitlinien konnten folglich keine objektiven wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Grunde gelegt werden, die eine Ausnahme für die Trab- und Galopprennpferde rechtfertigen würden. Somit hat sich wieder bestätigt, dass Tierschutz im Rennsport keine prioritäre Rolle spielt.

Die Tierschutzverbände kritisieren, dass das BMEL nach einem langen und konstruktiven Prozess unter wissenschaftlicher Beteiligung seine neutrale Moderatorenrolle in der Schlussphase der Leitlinienerstellung verlassen und letztlich dem Willen der Rennsportverbände nachgegeben hat. Darauf haben die Verbände mit einem Differenzprotokoll zur Leitlinie reagiert.

Wissenschaftliche und praktische Untersuchungen

Ein großer Erfolg ist, dass sich das BMEL in der Leitlinie dazu verpflichtet hat, zeitnah umfassende wissenschaftliche und praktische Untersuchungen zu initiieren und zu unterstützen, bei denen vor allem die Trainingsbedingungen, die Auswirkungen eines frühen Nutzungsbeginns, die Haltungsumwelt sowie die Durchführung der tierärztlichen Beurteilung der physischen und psychischen Belastbarkeit der betroffenen Pferde im Vordergrund stehen. Nach Abschluss der betreffenden Untersuchungen sollen die Leitlinien auf der Basis der erzielten Forschungsergebnisse nochmals überprüft werden. Damit ist die neue Leitlinie ein „lebendes Dokument“, welches einer kontinuierlichen Überprüfung auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse unterliegt.

„Es bleibt zu hoffen, dass das BMEL diese schnell umsetzt, da solche Gutachten voraussetzen, dass die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse vollständig und zugleich mit größtmöglicher Objektivität und Interessendistanz wiedergegeben werden,“ so Dr. Julia Stubenbord, die Landestierschutzbeauftragte.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Leitlinien Pferdesport (PDF)

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Landesbeauftragte für Tierschutz

Blumenwiese mit Logos Sonderprogramm zur Stärkung der Biologischen Vielfalt der VHS Baden-Württemberg
  • Artenschutz

Volkshochulen informieren zur Biologischen Vielfalt

Kellner im Festzelt des Cannstatter Wasen trägt Speisen
  • Verbraucherschutz

Hohe Hygienestandards auf dem Wasen

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Wolf

Durchziehender Wolf auf A5 bei Hartheim überfahren

Symbolbild: Kisten mit Gemüse und Obst. (Bild: Christoph Soeder / dpa)
  • Erntedank

Angebot an Lebensmitteln nicht selbstverständlich

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Öko-Aktionstag zeigt Vielfalt regionaler Landwirtschaft

BW blüht
  • Biodiversität

Gewinner des Wettbewerbs „Baden-Württemberg blüht” ausgezeichnet

Besucher laufen über das Landwirtschaftliche Hauptfest auf dem Cannstatter Wasen.
  • Landwirtschaft

Ehrungsabend auf dem 101. Landwirtschaftlichen Hauptfest

Ein Auerhuhn steht im Wald.
  • Erneuerbare Energien

Ministerin Walker und Minister Hauk treffen Bürgermeister in Stuttgart

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Streuobst

Verleihung der Eduard Lucas-Medaille 2022 an Alfred Binder

Lebensmittelreste
  • Ernährung

Lob für Engagement zur Lebensmittelrettung

Ein Pony liegt und genießt die Sonne neben einem Heuschober, aus dem ein zweites Pony frisst.
  • Naturschutz

Verletztes Pony im Landkreis Konstanz aufgefunden

Logo der Kampagne Lebensmittelretter. (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
  • Ernährung

Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Schule

Innovative Beiträge zum Thema „Stärkung des Ländlichen Raums“

Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
  • Agrarkongress

Weiterentwicklung der Landwirtschaft im Sinne des Green Deals

  • Bioökonomie

Vierter Bioökonomie-Kongress in Stuttgart

  • Landwirtschaft

Auftakt des Strategiedialogs Landwirtschaft

Landwirtschaftliches Hauptfest
  • Landwirtschaft

101. Landwirtschaftliches Hauptfest

Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.
  • Tierschutz

Gemeinsame Tierschutz-Fortbildung für Amtstierärzte und Juristen

Traktor auf dem Feld
  • Landwirtschaft

Ausnahmen für Fruchtwechsel und Stilllegung in 2023

Tabletten liegen auf einem Tisch.
  • Medizin

Pharmazeutische und Veterinär­medizinische Arbeitstagung

Logo des Förderwettbewerbs „Natur nah dran“. (Bild: NABU Baden-Württemberg)
  • Artenschutz

Platz für Wildbienen und Schmetterlinge schaffen

Schafherde bei Maulbronn
  • Naturschutz

Totes Schaf in der Gemeinde Wieden aufgefunden

Schulgarten
  • Grüne Daumen

Schulgarteninitiative geht in nächste Runde

Nadelbäume ragen bei Seebach am Ruhestein in den Himmel. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
  • Forst

Baden-Württembergische Waldtage

Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL. (Bild: KD Busch)
  • Landwirtschaft

Herbst-Agrarministerkonferenz 2022 in Quedlinburg