Wärmeversorgung

Land fördert vier energieeffiziente Wärmenetze

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Arbeiter verlegen Rohre für ein Wärmenetz. (Foto: © dpa)

Das Land unterstützt vier Gemeinden beim Aus- und Neubau von energieeffizienten Wärmenetzen. Bad Boll, Leibertingen, Bergatreute und Maulburg erhalten Fördermittel von insgesamt 830.000 Euro. So soll der Klimaschutz und die Versorgungssicherheit vorangetrieben werden.

Mit seinem Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“ unterstützt das Umweltministerium den Aus- und Neubau von Wärmenetzen in Baden-Württemberg. Über eine Förderung ihrer Investitionen in Wärmenetze, die erneuerbare Energiequellen verwenden, industrielle Abwärme nutzen oder bei denen hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz kommt, können sich nun vier weitere Gemeinden in Baden-Württemberg freuen. Bad Boll, Leibertingen, Bergatreute und Maulburg erhalten insgesamt Fördermittel in Höhe von über 830.000 Euro.

Klimaschutz und sichere Energieversorgung

„Energie sparsam und bewusst einzusetzen, ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Sicherung unserer Energieversorgung“, sagte Umweltministerin Thekla Walker am 20. Oktober 2022 in Stuttgart. Besonders großes Potenzial gebe es im Wärmesektor, der einen großen Anteil am Energiebedarf ausmache: insgesamt 30 Prozent des Endenergieverbrauchs entfallen auf das Heizen und Warmwasser. „Hier müssen wir in Zukunft noch stärker und noch schneller ran. Das heißt, wir müssen Gebäude effizienter bauen oder sanieren und mehr Wärme auf Basis erneuerbarer Energien erzeugen“, erläuterte Thekla Walker. „Energieeffiziente Wärmenetze sind dabei wichtige Bausteine, mit denen wir gleichzeitig unseren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verringern und unabhängiger von fossilen Energieträgern werden können.“

Vier Wärmenetze erhalten Landeszuschuss

  • Für die Erweiterung eines Nahwärmenetzes um fast 1400 Meter Länge und 18 Übergabestationen zur Versorgung von Privathäusern erhält die Gemeinde Bad Boll (Landkreis Göppingen) einen Förderzuschuss von 200.000 Euro. Gedeckt wird der Wärmebedarf durch die Abwärme von drei Biogas-Blockheizkraftwerken (BHKW), die bislang vor allem der Strom- und Wärmeerzeugung eines landwirtschaftlichen Abnehmers dienten.
     
  • Mit einem Zuschuss von 200.000 Euro unterstützt das Umweltministerium das Bioenergiedorf Leibertingen (Landkreis Sigmaringen), um sein bestehendes Nahwärmenetz um rund 1100 Meter Trassenlänge zu erweitern und nachzuverdichten. Zur Versorgung von Wohnhäusern und Industriekunden sind 30 neue Hausanschlüsse geplant. Zudem soll die Wärmeerzeugung mittels Regelungs- und Optimierungsmaßnahmen angepasst werden. Versorgt wird das Wärmenetz durch mehrere Biogas-BHKWs, Holzkessel und – für die Spitzenlast – durch eine mobile, ölbetriebene Hot-Anlage.
     
  • In der Gemeinde Bergatreute (Landkreis Ravensburg) soll das Wärmenetze zur Versorgung des Baugebiets Lohbühl 1 bestehend aus 33 Ein- und Zweifamilienhäusern und einer neuen Kindertagesstätte mit Nahwärme erweitert werden. Diese Maßnahme fördert das Umweltministerium mit rund 183.000 Euro. Die neue Wärmeleitung besitzt eine Länge von 510 Metern; die Wärmeversorgung übernimmt eine nahegelegene Biogasanlage und eine neue Holzheizung.
     
  • Die Erweiterung eines Nahwärmenetzes in der Gemeinde Maulburg (Landkreis Lörrach) um rund zwei Kilometer Länge fördert das Umweltministerium mit 250.000 Euro. Mehrere Privathäuser und das Rathaus sollen so zukünftig über 15 neue Übergabestationen mit Wärme versorgt werden. Die Wärme stammt aus einem bestehenden Holzhackschnitzelkessel und ein Erdgasspitzenlastkessel. Im Sommer soll vor allem ein neues Erdgas-BHKW das Nähwärmenetz versorgen. Mehr Versorgungssicherheit und einen effizienten Betrieb soll ein großer Pufferspeicher ermöglichen. Zudem plant die Gemeinde, das Nahwärmenetz mit möglichst niedrigen Rücklauftemperaturen zu betreiben.

Das Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“

Den Ausbau von energieeffizienten Wärmenetzen unterstützt das Land mit einem eigenen Förderprogramm. Dabei fördert es Investitionen in Wärmenetze, die erneuerbare Energiequellen verwenden, industrielle Abwärme nutzen oder bei denen hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz kommt. In den ver­gangenen Jahren konnten weit über 60 Wärmenetze bezuschusst werden.

Das aktuelle Förderprogramm hat noch eine Laufzeit bis Ende Juni 2023. Dabei erfolgt Investitionsförderung in Form eines Zuschusses von bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal bis zu 200.000 Euro. Über zusätzliche Boni kann der Betrag auf bis zu maximal 400.000 Euro je Investitionsvorhaben erhöht werden. Die derzeitig Förderrunde läuft gerade. Nächster Stichtag für Anträge ist der 16. Dezember 2022.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Nachhaltige und klimaverträgliche Energien
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Energieeffiziente Wärmenetze

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