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Jugendstudie 2022 vorgestellt

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Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone

Die meisten Jugendlichen in Baden-Württemberg fühlen sich in ihrer Schule wohl – das ist eines der Ergebnisse der Jugendstudie Baden-Württemberg 2022. Bereits zum sechsten Mal wurden Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen im Land zu den Themen befragt, die sie bewegen.

Wie geht es den Jugendlichen in Baden-Württemberg? Welche Themen bewegen sie? Welche Sorgen haben sie? Was denken sie über die Schule? Fühlen sie sich dort wohl? Wie ist ihre Haltung zur Demokratie? Diese und weitere Fragen haben im Auftrag des Kultusministeriums Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Stuttgart Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen in Baden-Württemberg gestellt. Das Projekt wurde geleitet von Prof. Dr. André Bächtiger, Prof. Dr. Christine Sälzer, Prof. Dr. Susanne Vogl und Juniorprofessorin Dr. Maria Wirzberger. Ihre Ergebnisse liegen nun als „Jugendstudie Baden-Württemberg 2022“ (PDF) vor, die bereits zum sechsten Mal durchgeführt wurde, zum ersten Mal aber in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart. Insgesamt wurden die Rückmeldungen von 2.160 Schülerinnen und Schülern aus 107 Schulen in die Auswertung einbezogen; mithilfe statistischer Verfahren können die Ergebnisse als repräsentativ angesehen werden. Ein wichtiges Ergebnis der Auswertung: 79 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrer Schule wohl.

„Die Schule ist ein wichtiger Bestandteil im Leben der Jugendlichen. Sie ist nicht nur Lernort, sondern sie ist auch ein Lebensraum für Kinder und Jugendliche. Desto wichtiger ist es, dass sie sich dort wohl fühlen. Umso schlimmer war es, als in der Corona-Pandemie dieser wichtige Teil ihres Lebensraums weggebrochen ist. Dass Schulen in der Pandemie so lange geschlossen waren, das war in der Rückschau ein Fehler.“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper. Sie ergänzt: „Wir wollen im Anschluss an die Studie mit den Jugendlichen in einen Dialog kommen. Wir wollen ihre Themen, Fragen und Meinungen im Kontakt mit der Politik besprechen.“ Im zweiten Quartal des Jahres 2023 sollen daher sechs regionale Jugendkonferenzen stattfinden, um die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit den Jugendlichen zu besprechen. Anschließend sollen die Erkenntnisse aus den Konferenzen in einer großen Fachkonferenz im Sommer 2023 zusammengetragen werden.

Sorgen wegen Krieg und Terror

Im Sorgen-Ranking der Jugendlichen rangiert der Themenkomplex „Krieg/Terror“ an erster Stelle: 67 Prozent aller Befragten machen sich hierzu große oder sogar sehr große Sorgen. Ebenfalls sorgenvolle Mienen bereiten Schülerinnen und Schüler die Themen „Soziale Ungleichheit/Armut“ und der Klimawandel. Die Studie ergibt, dass 57 Prozent die Aussage bejahen, dass wir auf eine Umweltkatastrophe zusteuern, wenn wir so weitermachen wie bisher. Aussagen wie „Die Menschen haben das Recht, die Natur nach ihren Bedürfnissen umzugestalten“ oder „Pflanzen und Tiere existieren hauptsächlich, um von den Menschen genutzt zu werden“ erhalten wenig Zustimmung. Zu diesem Umweltbewusstsein trägt die Leitperspektive Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bildungsplan und das große Engagement vieler Schulen in diesem Bereich wesentlich bei.

Sympathien für Demokratie

Mit der Demokratie sind 47 Prozent äußerst oder eher zufrieden. Ein demokratisches System wird entsprechend auch immer noch gegenüber den anderen Typen von politischen Systemen (und noch deutlicher gegenüber nichtdemokratischen Regierungsformen) bevorzugt. So bewerten 88 Prozent ein demokratisches System als gut oder sehr gut. Das politische Interesse der jungen Generation ist durchaus vorhanden. Allerdings interessieren sich 39 Prozent wenig oder überhaupt nicht für Politik. Dementsprechend haben 86 Prozent noch kein Angebot zur politischen Bildung außerhalb der Schule wahrgenommen.

„Den Jugendlichen im Land regelmäßig die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen und Einschätzungen abzugeben, ist ein zentrales Instrument für eine gelingende Zukunftsplanung“, sagt Prof. Dr. Bächtiger vom Institut für Sozialwissenschaften (Abteilung politische Theorie und Empirische Demokratieforschung) der Universität Stuttgart. Seine ebenfalls an der Studie beteiligten Kolleginnen, Prof. Dr. Vogl vom Institut für Sozialwissenschaften (Abteilung Soziologie und empirische Sozialforschung) und Prof. Dr. Sälzer vom Institut für Erziehungswissenschaft (Abteilung Pädagogik), ergänzen: „Mit einer Studie wie der Jugendstudie 2022 können wir wichtige Einblicke gewinnen, was Jugendliche bewegt, wie ihr Alltag aussieht, aber auch wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Wir sehen auch wichtige Unterschiede zwischen den befragten Gruppen, und zwar bei sehr vielen Themen.“

Mehr Unterstützung bei der Berufswahl gewünscht

Wenn es um ihre berufliche Zukunft geht, stehen bei den Schülerinnen und Schülern das Abitur, aber auch der Realschulabschluss hoch im Kurs. Nach den Berufszielen der Jugendlichen gefragt, gibt es nach wie vor eine typische Berufswahl. Während die befragten Mädchen eher zu Berufen in den Bereichen Gesundheit oder Soziales und Pädagogik tendieren, steht bei den Jungen der Bereich Technik oder IT im Fokus. Mehr Unterstützung bei der Berufswahl wünschen sich 52 Prozent der Jugendlichen, 48 Prozent fühlen sich bereits ausreichend unterstützt.

Wird mehr Berufsberatung gewünscht, dann vor allem von der Schule (fast 80 Prozent): „Die Schule wird als kompetenter Partner bei der beruflichen Orientierung wahrgenommen, das freut mich, denn es spricht für die Arbeit der Lehrkräfte. Die Studie hat gezeigt, dass besonders an den Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren und den Gymnasien mehr Unterstützung bei der Berufswahl gewünscht wird. Von daher gibt uns die Jugendstudie auch noch einmal Hausaufgaben mit“, erklärt Kultusministerin Theresa Schopper. Man habe zwar bereits Initiativen zur Stärkung der beruflichen Orientierung gestartet. „Die Rückmeldungen der Jugendlichen zeigen uns aber, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern die berufliche Orientierung noch stärker fokussieren müssen. Dass Jugendliche von der Demokratie als Staatsform überzeugt sind, nehme ich sehr positiv wahr. Es spricht auch für die Schule, dass dort der Kontakt zur politischen Bildung intensiv ist. Dennoch sollte auch das politische Engagement außerhalb der Schule gestärkt werden“, resümiert die Kultusministerin.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Jugendstudie Baden-Württemberg (PDF)

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Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
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