Tiergesundheit

Impfung gegen Blauzungenkrankheit auch 2021 erforderlich

Milchkühe stehen in einem Milchkuhstall (Foto: © dpa)

Die Blauzungenkrankheit ist eine Tierseuche bei Haus- und Wildwiederkäuern. Um die Krankheit in Baden-Württemberg erneut auszurotten, müssen auch 2021 Rinder, Schafe und Ziegen geimpft werden. Das Land Baden-Württemberg und die Tierseuchenkasse unterstützen die Impfung gegen BTV 8 und BTV 4 finanziell.

„Auch im Jahr 2021 sollten Rinder, Schafe und Ziegen möglichst flächendeckend gegen die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 4 (BTV 4) und Serotyp 8 (BTV 8) geimpft werden. Aus benachbarten Regionen besteht nach wie vor ein hoher Infektionsdruck für empfängliche Tiere. So gab es neue Ausbrüche in den zurückliegenden Monaten und Wochen in Italien, Frankreich, Luxemburg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Durch die sehr hohe Impfquote 2019 und 2020 konnte in diesem Jahr bisher ein Ausbruch in Baden-Württemberg verhindert werden. Das Ziel muss sein, dass Baden-Württemberg von der EU-Kommission den Status ‚seuchenfrei‘ bezüglich der Blauzungenkrankheit erlangt, um das ungehinderte Verbringen und den Handel von Tieren der empfänglichen Arten in seuchenfreie Zonen wieder zu ermöglichen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. Dies könne nur durch eine konsequente Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen im nächsten Jahr erreicht werden.

„Die Impfquote auf freiwilliger Basis ist in diesem Jahr in Baden-Württemberg wie schon im zurückliegenden Jahr sehr erfreulich. So wurden von Januar bis 27. Juni 2020 über 425.000 Rinder sowie annähernd 33.500 Schafe und Ziegen gegen BTV 8 geimpft. Die Impfquote gegen BTV 4 lag bei den Rindern bei über 368.000 Tieren und bei Schafen und Ziegen bei nahezu 30.700 Tieren“, erklärte Minister Hauk. Die Impfung ist nicht nur zum Schutz der empfänglichen Tiere notwendig, sondern auch Voraussetzung für die Verbringung von Rindern, Schafen und Ziegen aus dem Sperrgebiet in BTV 8-freie Regionen.

Impfung erfolgt durch die bestandsbetreuenden Tierärzte

Gegen BTV 8 und BTV 4 stehen Impfstoffe mehrerer Hersteller und zum Teil Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Bei der Impfung im kommenden Jahr ist wie in diesem Jahr vorzugehen. Sie erfolgt durch die bestandsbetreuenden Tierärztinnen und Tierärzte. Land und Tierseuchenkasse Baden-Württemberg werden die Impfung gegen BTV 8 und BTV 4 im kommenden Jahr erneut finanziell unterstützen. Bei Rindern werden für jede Impfstoffverabreichung jeweils 0,50 Euro, das heißt insgesamt ein Euro sowie bei Schafen durch das Land 0,40 Euro und durch die Tierseuchenkasse 0,25 Euro pro Impfvorgang, das heißt insgesamt 0,65 Euro übernommen. Zudem gewährt das Land bei Ziegen einen Impfzuschuss in Höhe von 0,40 Euro pro Impfvorgang.

Wie im vorherigen Jahr hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Voraussetzungen geschaffen, damit die freiwillige Impfung der empfänglichen Tiere auch 2021 möglich ist.

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit (BT) ist eine anzeige- und bekämpfungspflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildwiederkäuern. Das Virus wird durch bestimmte Stechmücken (Gnitzen) übertragenen. Die Blauzungenkrankheit äußert sich insbesondere in Fieber, Entzündungen und Blutungen in den Schleimhäuten, vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Vor allem bei Schafen schwillt die Zunge an, wird blau und kann aus dem Maul hängen. Vorzugsweise kann es bei Schafen zu schwerwiegenden Erkrankungen mit Todesfolge oder Totgeburten kommen. Betroffen sind neben Rindern, Schafen und Ziegen auch Kameliden und das Rotwild. Wegen der Übertragung durch Stechmücken ist eine wirksame Bekämpfung bzw. eine Verhinderung der weiteren Ausbreitung nur durch eine vorbeugende Impfung möglich.

In Deutschland ist am 12. Dezember 2018 erstmals wieder der Ausbruch der Blauzungenkrankheit (BTV-8) nachgewiesen worden, nachdem Deutschland seit 2012 BTV-frei war. Die daraufhin eingerichtete Restriktionszone umfasst Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland komplett und erstreckt sich auf weite Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Bisher nicht geimpfte Tiere müssen grundimmunisiert werden, das heißt zweimal gegen den entsprechenden Serotyp geimpft werden. Die in den letzten Jahren bereits wirksam geimpften Rinder und kleinen Wiederkäuer benötigen im nächsten Jahr nur die einmalige jährliche Wiederholungsimpfung, damit die Aufrechterhaltung des Impfschutzes gewährleistet ist.

Ab 21. April 2021 handelt es sich bei der Blauzungenkrankheit nach EU-Recht um eine Seuche der Kategorie C, das heißt eine gelistete Seuche gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2016/429, die für einige Mitgliedstaaten relevant ist und für die Maßnahmen getroffen werden müssen, damit sie sich nicht in anderen Teilen der Union ausbreitet, die amtlich seuchenfrei sind oder in denen es Tilgungsprogramme für die jeweilige gelistete Seuche gibt. Davon wird es künftig abhängen, unter welchen Bedingungen Tiere der empfänglichen Arten in diese Staaten bzw. deren Zonen verbracht werden können. Innerhalb von Deutschland sollen die bisherigen Regelungen weitgehend übernommen werden.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Blauzungenkrankheit

Tierseuchenkasse Baden-Württemberg

Ein Obstbauer kontrolliert Knospen von seinen Apfelbäumen auf Frostschäden.
  • Landwirtschaft

Fördergelder für Ertragsversicherung Obst- und Weinbau ausgezahlt

Ein Schwan fliegt in einem Feuchtgebiet
  • Naturschutz

Welttag der Feuchtgebiete und 50 Jahre Ramsar-Konvention

Ein Forstwirt des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald fällt bei St. Märgen eine Fichte. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
  • Wald

Waldstrategie vorgestellt

Das Steinheimer Becken am Albuch (Kries Heidenheim). (Bild: Stefan Puchner / dpa)
  • Naturschutz

Bericht zur Lage der Natur 2020

Limpurger Rinder stehen auf einer Weide. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Förderung von regionalen Schlachthöfen nach Tierwohlkriterien

Ein Wolf (Foto: © dpa)
  • Artenschutz

Ziege in der Gemeinde Forbach vom Wolf gerissen

Wolf
  • Artenschutz

Weiterer Wolfsnachweis in der Gemeindeebene von Mudau

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Ländlicher Raum

100 Millionen Euro für Projekte im Ländlichen Raum

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Ländlicher Raum

1,8 Millionen Euro für Flurneuordnung Berglen - Rettersburg/Öschelbronn

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Ländlicher Raum

1,75 Millionen Euro für Flurneuordnung Staig-Steinberg

Feldweg
  • Landentwicklung

1,6 Millionen Euro für Flurneuordnung Mainhardt-Geißelhardt

Internationle Grüne Woche 2021 - Digital
  • Landwirtschaft

Land nimmt an Internationaler Grüner Woche Digital 2021 teil

 Windräder stehen auf den Anhöhen in der Nähe des Kandels bei Waldkirch. (Bild: dpa)
  • Windkraft

Genehmigung von Windkraftanlagen

Bei Öhringen
  • Ländlicher Raum

Modellprojekt „Junges Wohnen“ startet mit sechs Kommunen

Auf dem Feld
  • Corona-Hilfen

Weitere Corona-Hilfen für Weiterbildungsträger

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
  • Biodiversität

Land fördert Biodiversitätspfade

Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Künstlerin betrachtet in der «Container-City» des Kunstvereins Wagenhalle e.V. einen Plan. (Bild: Marijan Murat/dpa)
  • Ländlicher Raum

Kunst- und Kulturprojekte im Ländlichen Raum fördern

Hofwirtschaft und Hotel „Ellgass“ in Eglofs
  • Ländlicher Raum

Zukunftsinvestitionen für das Hotellerie- und Gastgewerbe

Eine Wildbiene sucht an Blüten des Mehlsalbeis nach Nektar. (Bild: © Uwe Anspach/dpa)
  • Artenschutz

Biologische Vielfalt stärken

Eine Mitarbeiterin des Grundbuchzentralarchivs scannt eine Flurkarte ein (Bild: © dpa).
  • Landentwicklung

470.000 Euro für Flurneuordnung Adelsheim

Eine junge Frau bei einer Übung der freiwilligen Feuerwehr.
  • Zusammenhalt

Gewinner des Wettbewerbs „Stärkung des Ehrenamts“ stehen fest

Möwen fliegen über den Bodensee in Konstanz.
  • Vogelgrippe

Geflügelpest in Konstanz amtlich festgestellt

Mehrere Ziegen liegen während des Regens in einem Unterschlupf in Kreuzthal. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Artenschutz

Getötete Ziege in Forbach aufgefunden

Von Daheim
  • Regionalkampagne

Regionaltypische Spezialitäten aus Baden-Württemberg

Salbei-Glatthafer-Wiese auf einer Böschung im Frühsommer (Foto: © Dr. Tillmann Stottele)
  • Biologische Vielfalt

Straßenränder als Lebensraum für Pflanzen und Tiere