Radverkehr

Grenzüberschreitender Radschnellweg geplant

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Drei Fahrradfahrer fahren auf einem Radschnellweg.

Für den grenzüberschreitenden Radschnellweg zwischen Offenburg, Kehl und Straßburg übernimmt das Land die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb und Unterhaltung.

Der grenzüberschreitende Radschnellweg zwischen Offenburg, Kehl und Straßburg wird in der Baulast des Landes realisiert. Damit ist für diesen Abschnitt das Land für Planung, Bau, Betrieb und Unterhaltung verantwortlich. Lediglich innerhalb der Ortsdurchfahrten von Kehl und Offenburg müssen die Städte die Kosten selbst tragen, können bei der Planung und dem Bau aber von Bund und Land mit fast 90 Prozent bezuschusst werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Mit dem Bau von Radschnellwegen möchten wir vor allem Pendlerinnen und Pendlern eine schnelle, komfortable, umwelt- und klimafreundliche Alternative zum Auto anbieten. Daher freue ich mich, dass die Baulast für diesen grenzüberschreitenden Radschnellweg geklärt ist und die Planung bald beginnen kann.“

Land sagt Baulast-Übernahme zu

Anlass für die neue Einstufung der Baulast war die fortgeschriebene Potenzial-Analyse der Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg Offenburg-Appenweier/Willstätt-Kehl-Straßburg, die der Regionalverband Südlicher Oberrhein dem Verkehrsministerium vorgelegt hatte. Mit der aktualisierten Potenzialanalyse konnten zusätzliche Potenziale quantifiziert werden, für die zum Zeitpunkt der Erstellung der Machbarkeitsstudie noch nicht alle Grundlagedaten zur Verfügung standen.

Der Verbandsdirektor des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein, Dr. Christian Dusch, sagte: „Die Ergebnisse zeigen, dass nun der gesamte Radschnellweg förderfähig ist. Die Zusage des Landes zur Baulastübernahme für den Abschnitt Straßburg-Kehl-Offenburg freut uns daher sehr. Das ist auch ein klares Bekenntnis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“

2.500 Fahrradfahrten pro Tag

Aufgrund der überregionalen Verbindungsfunktion, der grenzüberschreitenden Verkehrsbedeutung, den großen Bestrebungen der Stadt Straßburg zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, des bestehenden Konsenses in der Region und der Anknüpfung Offenburgs an diesen Ballungsraum kann ein Ausnahmefall angenommen werden, der die Einstufung des Abschnittes Straßburg-Kehl-Offenburg in die Baulast des Landes rechtfertigt, obwohl zwischen Kehl und Offenburg nicht durchgehend 2.500 Fahrradfahrten pro Tag erreicht werden. Der Abschnitt Offenburg-Appenweier befindet sich aufgrund der fehlenden überregionalen beziehungsweise regionalen Verbindungsfunktion in der Baulast des Kreises.

Der Ortenaukreis hat sich bereit erklärt, den Radschnellweg für das Land zu planen. Landrat Frank Scherer erklärte: „Durch die Übernahme der Planung durch den Ortenaukreis können wir die Umsetzung des Radschnellwegs schnell voranbringen.“

„Das Regierungspräsidium Freiburg wird als Nächstes die Planungsvereinbarung zwischen dem Land und dem Ortenaukreis erstellen. Im nun anstehenden Planungsprozess stehen wir dem Ortenaukreis selbstverständlich beratend und unterstützend zur Seite“, kündigte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer an.

Was ist ein Radschnellweg?

Radschnellwege zeichnen sich aus durch:

  • Mindestens fünf Kilometer Gesamtstrecke
  • Überwiegend vier Meter breit
  • Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung
  • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden
  • Bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr: Mindestens 2.000 Radfahrer in 24 Stunden auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke

Radschnellwege sind aufgrund direkter Führungen mit wenigen Stopps und großer Breite besonders attraktiv, vor allem auf längeren Distanzen. Sie haben insbesondere aufgrund der steigenden Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um die Hauptverkehrsachsen auf Straßen und Schienen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen erhöht, weil die Radfahrerinnen und Radfahrer weniger oft anhalten und warten müssen.

Ministerium für Verkehr: Radschnellverbindungen

Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
Steuern

Pilotprojekt „Schneller Gründen“ gestartet

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Ministerpräsident Cem Özdemir bei seiner Regierungserklärung im Landtag von Baden-Württemberg
Regierungserklärung

„Wir brauchen neuen Mut für eine neue Zeit“

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum

Landtagspräsident Thomas Strobl (links) und Cem Özdemir (rechts) bei dessen Vereidigung als Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Landesregierung

Cem Özdemir ist neuer Ministerpräsident

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Steuereinnahmen des Landes sinken nur leicht

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat