Verbraucherschutz

Bonde warnt vor Roaming-Falle bei Reisen außerhalb der EU

„Verbraucherinnen und Verbraucher kommen im Sommerurlaub in der EU erstmals in den Genuss der lange geforderten EU-Preisobergrenzen, die nun auch für das Surfen mit Mobiltelefonen im Internet gelten. Doch in vielen beliebten Urlaubsländern außerhalb der EU lauern nach wie vor Kostenfallen beim Telefonieren, SMS schreiben und mobilen Surfen“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien im Land in Stuttgart. Reisende sollten sich daher bei ihrem jeweiligen Mobilfunkanbieter über die im Urlaubsland geltenden Tarife informieren, riet Bonde. Dies sei vor allem bei Reisen außerhalb der Europäischen Union empfehlenswert.
 
Telefonieren günstiger – Vorsicht beim Surfen

Insgesamt ist Telefonieren und Surfen für die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU seit 1. Juli 2012 günstiger geworden. Maximal 35 Cent pro Minute inklusive Mehrwertsteuer dürfen Telefonate aus dem EU-Ausland kosten, für einen angenommenen Anruf dürfen Anbieter maximal zehn Cent inklusive Mehrwertsteuer berechnen, für eine SMS höchstens elf Cent inklusive Mehrwertsteuer. Seit dem 1. Juli müssen Nutzerinnen und Nutzer im EU-Ausland pro übertragenem Megabyte Daten nur noch maximal 83 Cent bezahlen. „Mit den Preisobergrenzen will die EU nationale und grenzüberschreitende Tarife angleichen. Daher müssen auch die Kosten für das Daten-Roaming in den nächsten Jahren noch deutlich gesenkt werden“, forderte der Verbraucherminister. Gerade bei intensiver mobiler Internetnutzung könne auch innerhalb der EU schnell ein größerer Gesamtbetrag zusammenkommen, den viele Verbraucher unterschätzten. Denn die in Deutschland abgeschlossene Flatrate greife in der Regel nicht im Ausland. „Viele Smartphone-Anwendungen verbinden sich laufend automatisch mit dem Internet, um beispielsweise E-Mails, Sportergebnisse oder den Wetterbericht abzurufen. So können unbemerkt große Datenmengen übertragen werden und für böse Überraschungen nach dem Urlaub sorgen. Wer auf Nummer sicher gehen will, schaltet die automatische Internetverbindung in den Einstellungen aus und aktiviert diese Roaming-Funktion nur dann, wenn sie wirklich benötigt wird“, sagte Bonde.
 
Reisen außerhalb der Europäischen Union

Eine große Kostenfalle bei der Handynutzung lauert vor allem in Reiseländern außerhalb der Europäischen Union. „Wer dort im Urlaub mit dem Smartphone surfen möchte, sollte vorab unbedingt bei seinem Anbieter nachfragen, wie viel ein übertragenes Megabyte Daten kostet und ob der Provider günstigere Datenpakete für dieses Land anbietet“, rät Bonde. Preise von mehreren Euro pro Megabyte seien keine Seltenheit. Auch Telefonate außerhalb der europäischen Union könnten sehr teuer sein. Damit die Rechnungssumme überschaubar bleibe, gebe es eine Kostenbremse für das Daten-Roaming. „Sobald der Rechnungsbetrag von knapp 60 Euro inklusive Mehrwertsteuer erreicht ist, wird die Verbindung gekappt. Eine anschließende Weiternutzung muss dann ausdrücklich bestätigt werden,“ erläuterte der Minister weiter. Diese Kostenschwelle könnten Verbraucherinnen und Verbrauer individuell anpassen.
 
Weitere Tipps
 

  • Am preiswertesten sind Urlaubsgrüße an Daheimgebliebene meist per SMS.
  • Viele Netzbetreiber und Provider halten spezielle Urlaubspakete bereit, etwa in Form von Tages-Flatrates. Bei längeren Auslandsaufenthalten kann sich eine ausländische Prepaid-Karte lohnen.
  • Reiseführer und City-Guides gibt es auch als Apps , die sich unterwegs mit einem Smartphone nutzen lassen. Das Herunterladen vor Reiseantritt spart Roaming-Gebühren, da die Reiseführer nach dem Download in der Regel ohne Internetverbindung, also offline, zur Verfügung stehen.
  • In Ländern außerhalb der EU empfiehlt es sich auf eine Rufweiterleitung ins Urlaubsland zu verzichten und die Mailbox zu deaktivieren. Denn sonst lauert die gefürchtete Kostenfalle der doppelten Umleitung: Man zahlt zum einen für die Weiterleitung des Gesprächs ins Urlaubsland und dann noch einmal für die Rückleitung auf die deutsche Mailbox.
  • In vielen Hotels, Bars und Restaurants stehen WLAN- Hotspots zur Verfügung, mit deren Hilfe günstig, oder sogar kostenfrei, am Urlaubsort im Internet gesurft werden kann. Die Nutzung dieser WLAN-Netze birgt aber auch Gefahren, da diese in der Regel nicht verschlüsselt sind. Daher sollten vertrauliche Informationen oder Passwörter nicht eingegeben werden.

 
Weitere Informationen zu aktuellen Verbraucherfragen, unter anderem zur Nutzung von Mobiltelefonen im Ausland, finden Sie unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de oder www.verbraucherportal-bw.de. Das Ministerium gibt auch auf www.facebook.com/verbraucherBW weitere praktische Tipps.
 
Verbraucherthemen aus der digitalen Welt, wie etwa Mobiles Internet – Apps & Co, Fluch und Segen des Web 2.0, Urheber- und Nutzerrechte sowie Tücken beim Online-Einkauf stehen im Mittelpunkt des Verbrauchertages Baden-Württemberg am 4. Dezember 2012 (Programm und Anmeldung unter www.verbrauchertag-bw.de)
 
Die neuen Preisobergrenzen im Überblick:
 
EU-Preisobergrenzen (inklusive Mehrwertsteuer, gerundet): seit dem 1. Juli 2012 / bis zum 1. Juli 2012

  • Abgehende Anrufe: 0,35 Euro / 0,42 Euro
  • Ankommende Anrufe: 0,10 Euro / 0,13 Euro
  • Abgehende SMS: 0,11 Euro / 0,13 Euro
  • Ankommende SMS: kostenfrei / kostenfrei
  • Daten-Roaming (pro Megabyte): 0,83 Euro / –

Quelle:

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

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