Ernährung

Anpassung der neuen Aromenverordnung

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mähdrescher erntet ein Weizenfeld ab. (Foto: dpa)

Die Verwendung von Rauch zum Räuchern von Lebensmitteln soll grundsätzlich verboten werden. Für Lebensmittel, die traditionell geräuchert werden, ist eine Ausnahmeregelung vorgesehen. Baden-Württemberg setzt sich nun dafür ein, dass bisher fehlende Lebensmittel, wie der Fränkische Grünkern, ebenfalls als Ausnahme aufgenommen werden.

„Die Verwendung von Rauch zum Räuchern von Lebensmitteln soll in der kommenden nationalen Aromenverordnung grundsätzlich verboten werden. Ich unterstütze dies im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Allerdings ist die nach jetzigem Verordnungsentwurf vorgesehene Ausnahmeregelung für Lebensmittel, die traditionell geräuchert werden, nicht ausreichend. So soll das Räuchern von beispielsweise Fleisch und Fleischerzeugnissen sowie Fisch und Fischerzeugnissen erlaubt bleiben, während das Darren von Grünkern verboten sein würde. Dies wäre ein vollkommen unangemessener Eingriff, der gerade auch den Fränkischen Grünkern als kulinarisches Erbe Baden-Württembergs in seinem bisherigen Herstellungsverfahren und somit auch das damit verbundene spezifische Anbauverfahren vom Markt verschwinden ließe“, so der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. „Aus diesem Grund hat sich Baden-Württemberg beim Bund dafür eingesetzt, dass die fehlenden Lebensmittelgruppen, welche nach traditionellen Verfahren hergestellt werden, wie Grünkern oder Rauchbier, in die Liste der Ausnahmen aufgenommen werden“, betonte Hauk.

Fränkischer Grünkern darf nur in bestimmten Gebieten angebaut werden

Fränkischer Grünkern ist das unreif geerntete und getrocknete Korn ausschließlich der alten Dinkelsorte „Bauländer Spelz“. Durch anschließendes Trocknen (Darren) über einem Buchenfeuer wird Fränkischer Grünkern haltbar und erhält sein typisches Aroma. Die Europäische Kommission hat den Fränkischen Grünkern in die Liste der geschützten geografischen Angaben (g. g. A.) und Ursprungsbezeichnungen (g. U.) 2015 aufgenommen. Der „Fränkische Grünkern (g. U.)“ genießt somit auch den Schutz der EU, vergleichbar wie „Prosciutto di Parma (g. U.)“ oder „Feta (g. U.)“. Das Getreide für den „Fränkischen Grünkern (g. U.)“ darf nur mit einem definierten und kontrollierten traditionellen Verfahren ausschließlich im Hohenlohekreis, Main-Tauber-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg sowie in zwei benachbarten bayerischen Landkreisen hergestellt werden.

Derzeit passt die Bundesregierung die Bestimmungen der nationalen Aromenverordnung an fortentwickeltes Gemeinschaftsrecht an. Im derzeitigen Verordnungsentwurf ist der Wechsel von der bisherigen allgemeinen Zulassung des Räucherns mit bestimmten Ausnahmen hin zum sogenannten Verbotsprinzip geplant. Das bedeutet, die Verwendung von Rauch zum Räuchern von Lebensmitteln soll grundsätzlich verboten werden und für Lebensmittel, die traditionell geräuchert werden, ist eine Ausnahmeregelung von diesem Verbot vorgesehen. Betroffen ist auch der Grünkern, der bisher bei den Ausnahmen nicht berücksichtigt war.

Weitere Meldungen

Fidelius waldvogel auf der VonDaheim-Tour
Regionalmarke

„VON DAHEIM-Tour“ mit Fidelius Waldvogel startet

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Ländlicher Raum

Kabinettsausschuss Ländlicher Raum 2026-2031 eingesetzt

Asien-Pazifik Summit 2026 im IHK-Haus in Stuttgart
Außenwirtschaft

Erster Asien-Pazifik Summit in Stuttgart

Flur im Krankenhaus mit Personal und Betten
Gesundheit

Kliniken sichern, Versorgung stärken, Lasten fair verteilen

Abschiebung nach Afghanistan – Letzter Straftäter der Gruppenvergewaltigung in Illerkirchberg wird abgeführt
Migration

Zwölf Straftäter nach Afghanistan abgeschoben

Kühe auf der Weide
Landwirtschaft

Neuerungen bei Meldungen an Antibiotikadatenbank

Innenminister Manuel Hagel (links) und Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Baden-Württemberg (rechts)
Bundeswehr

Hagel trifft Kommandeur des Lan­deskommandos der Bundeswehr

Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg
Heimat

Treffen und Tagung der Russlanddeutschen

Bundesrat Berlin
Bundesrat

Hagel zum Vorsitzenden des Bundesrat-EU-Ausschusses gewählt

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Kühe stehen auf einer Weide.
Landwirtschaft

60 Jahre Landesverband für Leistungsprüfungen in der Tierzucht

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung