Gesundheit

Angespannte Versorgung in Kinder- und Jugendpsychiatrien im Land

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mädchen sitzt in einer Kinder- und Jugendpsychatrie bei einem Beratungsgespräch.

Die Wartelisten in den Kinder- und Jugendpsychiatrien werden immer länger. Das Land hat reagiert und 136 zusätzliche Plätze im Landeskrankenhausplan ausgewiesen. Wichtig ist aus Sicht von Gesundheitsminister Manne Lucha jetzt, dass die Krankenkassen die auf zwei Jahre befristete Finanzierung überdenken.

Angesichts länger werdender Wartelisten bei den Kinder- und Jugendpsychiatrien im Land fordert Gesundheitsminister Manne Lucha längerfristige Behandlungskapazitäten. „Was mir bei meinem Vor-Ort-Termin hier im Klinikum Esslingen geschildert wurde, ist zum Teil dramatisch. Die Krankheitsbilder, an denen die Kinder und Jugendlichen jetzt nach der Corona-Pandemie leiden, werden schwerer, die Zahl der depressiven Kinder und Jugendlichen mit lebensverneinenden Gedanken bis hin zu akuter Suizidalität nimmt zu“, sagte Minister Manne Lucha am 14. März 2023 bei seinem Besuch der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Esslingen.

Ohne zeitnahe Behandlung kommt es zu chronischen Verläufen

Der Esslinger Chefarzt und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Chefärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrien, Dr. Gunter Joas, betonte: „Wenn Kinder und Jugendliche keine zeitnahe Behandlung und Unterstützung erhalten, kommt es zu chronischen Verläufen. Und das müssen wir alle gemeinsam verhindern. Die Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie verfügen über keinerlei Puffer mehr. Unsere Teams geben ihr Bestes.“ Auch Dr. Reta Pelz, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Klinik an der Lindenhöhe in Offenburg und Co-Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft, betonte: „Wir möchten die Versorgung von seelisch kranken Kindern und Jugendlichen und deren Familien in Baden-Württemberg weiter verbessern.“

Das Land hat bereits reagiert und schon vor einem Jahr 136 zusätzliche Plätze in den Kinder- und Jugendpsychiatrien im Landeskrankenhausplan ausgewiesen. „Die Kliniken haben uns berichtet, dass es ihnen noch nicht gelungen ist, diese Behandlungsplätze vollumfänglich in Betrieb zu nehmen, auch weil die Krankenkassen die zusätzlichen Betten nur auf zwei Jahre befristet finanzieren wollen“, erklärte Minister Manne Lucha. „Ich bitte die Krankenkassen, ihre Haltung in Bezug auf die zeitliche Begrenzung dringend zu überdenken. Wir brauchen diese Betten und Plätze dauerhaft für die Versorgung.“ Personal lässt sich – angesichts des großen Fachkräftemangels – nur schwer für befristete Stellen gewinnen. Auch bauliche Erweiterungen lohnen sich für die Kliniken nur, wenn sie diese dauerhaft betreiben können.

Zwei Drittel der Betten und Plätze aktuell in Betrieb

Das Gesundheitsministerium begleitet die Kliniken eng bei der Inbetriebnahme der 136 zusätzlichen Betten und Plätze. Aktuell sind etwa zwei Drittel der Betten und Plätze in Betrieb genommen. Oftmals konnten diese nur durch Nachverdichtung in bestehenden Räumlichkeiten geschaffen werden.

Im Land steht das Ministerium dazu mit allen Beteiligten im Austausch und steuert nach, falls dies erforderlich ist. Gesundheitsminister Manne Lucha tauscht sich regelmäßig im Landeskrankenhausausschuss mit Vertreterinnen und Vertretern der Krankenhäuser, der Krankenkassen, der Landesärztekammer, der kommunalen Spitzenverbände und der Patientenvertretung über konkrete Ansatzpunkte und Maßnahmen aus – die nächste Sitzung findet in dieser Woche statt.

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt

von links nach rechts: Justizministerin Marion Gentges, Sabine Gwarys, Adam Michel (Vorstand AMSEL) und der Bürgermeister der Stadt Ettenheim, Bruno Metz
Justiz

Bundesverdienstkreuz für Sabine Gwarys

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
Ausbildung

Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Karrierechancen

Ein Krebsforscher arbeitet in einem Labor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg mit einer Pipette. (Bild: picture alliance/picture alliance / dpa)
Gesundheitsschutz

PFOA-Belastung bei Einwohnern im Landkreis Rastatt sinkt weiter

Marktplatz in Waiblingen
Städtebauförderung

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen