Privatschulen

Verhandlungen zur Privatschulfinanzierung auf der Zielgeraden

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Schülerin und ein Schüler lesen gemeinsam einen Text (Bild: © dpa).

Die Verhandlungen zwischen der Landesregierung und der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen gehen auf die Zielgerade. Das Kultusministerium kommt den Schulen in freier Trägerschaft weit über das Urteil des Verfassungsgerichtshofs hinaus entgegen.

Nach zwei Gesprächen im Februar 2017 zwischen Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) kommen die Verhandlungen der Landesregierung mit der AGFS auf die Zielgerade. „Mit unserem Finanzierungsmodell kommen wir den Schulen in freier Trägerschaft weit über das Urteil des Verfassungsgerichtshofs hinaus entgegen“, betont Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. „Mit unserem neuen Modell bekennen sich die Landesregierung und die beiden Regierungsfraktionen zu den Schulen in freier Trägerschaft und bringen ihre Wertschätzung gegenüber der dort geleisteten Arbeit zum Ausdruck“, so die Ministerin. Eisenmann ist überzeugt, dass in einem abschließenden Gespräch Mitte März eine Einigung erzielt werde.

Das Modell der Landesregierung führe bei Schulgeldverzicht beziehungsweise teilweisem Schulgeldverzicht zu einem Kostendeckungsgrad von bis zu 90 Prozent der Bruttokosten. Dieser Kostendeckungsgrad hebe die Privatschulförderung auf ein nie gekanntes Niveau. Die neue Ausgestaltung des Ausgleichsanspruchs löse weitere jährliche Mehrkosten von bis zu 50 Millionen Euro aus. Zusammen mit der – vom Verfassungsgerichtshof nicht geforderten – Erhöhung der Kopfsatzzuschüsse für alle privaten Schulen auf 80 Prozent der Bruttokosten belaufen sich die voraussichtlichen Mehrkosten für das Land auf insgesamt rund 65 Millionen Euro jährlich.

Die Landesregierung setzt damit nicht nur das Urteil des Verfassungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 6. Juli 2015 in rechtssicherer Weise um, sondern sie verbindet die Novelle des Privatschulgesetzes (PSchG) mit einem starken Zeichen der Wertschätzung aller Schulen in freier Trägerschaft. „Schulen in freier Trägerschaft haben sich stets als pädagogische Impulsgeber erwiesen. Mit der Vielfalt ihrer schulischen Angebote stärken sie die baden-württembergische Bildungslandschaft“, sagt die Kultusministerin.

Weitere Informationen

Urteil des Verfassungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 6. Juli 2015: Aufgrund der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs ist das Land verpflichtet, eine Neuregelung der Paragrafen 17, 18 Privatschulgesetz (PSchG) vorzunehmen. Diese Vorschriften wurden mit Blick auf den in Artikel 14 Abs. 2 Satz 3 Landesverfassung statuierten Ausgleichsanspruch für die Gewährung von Schulgeldfreiheit als mit der Verfassung unvereinbar erklärt. Der Gesetzgeber muss für die Zeit ab dem 1. August 2017 eine verfassungskonforme Neuregelung treffen.

Aktuelle Zuschüsse: Insgesamt sind im Haushaltsjahr 2017 rund 900 Millionen Euro für die laufende Bezuschussung der Privatschulen im Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums veranschlagt.

Weitere Meldungen

Businessfrau sitzt an einem PC
Wirtschaft

Ungenutztes Arbeitskräfte­potenzial von Frauen

Logo von Start up BW
Start-up BW

SquareNeo GmbH gewinnt den Regional Cup Karlsruhe

Kultusminister Jung (Mitte) mit Grundschulkindern. Der Minister schüttelt einem Jungen die Hand.
Schule

Jung besucht Grundschule Stockach

Ein fahrender Regionalzug
Schienenverkehr

Deutsch-französische Freifahrten für junge Menschen

Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg
Heimat

Treffen und Tagung der Russlanddeutschen

Bundesrat Berlin
Bundesrat

Hagel zum Vorsitzenden des Bundesrat-EU-Ausschusses gewählt

Amtschef Daniel Hager-Mann (links) ehrte am Freitag, 12. Juni 2026, im Kurhaus Hinterzarten Sportlerinnen und Sportler, die im Jahr 2025 das Deutsche Sportabzeichen zum 50. Mal abgelegt haben.
Breitensport

28 Senioren-Sportlerinnen und -Sportler ausgezeichnet

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

Gruppenbild: Team der Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg (LADS) mit Vertreterinnen und Vertretern aus 12 Städten und Landkreisen im Sozialministerium in den Räumen des Sozialministeriums.
Antidiskriminierungsstelle

LADS und Kommunen im Dialog zur Antidiskriminierungsarbeit

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

ILA 2026
Luft- und Raumfahrt

Land setzt Zeichen für Innovation und Technologie

Logo von Start up BW
Gründungsprogramm

Starthilfe für junge Unternehmen

Landgericht Ulm
Justiz

Richterin aus Baden-Württemberg zur Bundesrichterin gewählt

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert