Polizei

Jahresstatistik des Kompetenzzentrums Bootskriminalität 2023

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Das Polizeiboot „WS 6“ der Wasserschutzpolizei Mannheim

Das Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizeistation Konstanz hat die Jahresstatistik für 2023 vorgestellt. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 531 Fälle gestohlener Außenbordmotoren erfasst. Das ist ein historischer Tiefstand.

„Sportboote und Außenbordmotoren sind beliebtes Diebesgut. Dagegen gehen wir in Baden-Württemberg mit strukturierten Fahndungen, internationaler Zusammenarbeit, offensiven Ermittlungen und Präventionsmaßnahmen vehement vor. Und das mit Erfolg: Die Fallzahlen gestohlener Außenbordmotoren sind im letzten Jahr in Deutschland um zehn Prozent zurückgegangen. Das ist ein historischer Tiefstand. Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen des Kompetenzzentrums Bootskriminalität, die mit ihrem beherzten Einsatz und ihrer Fachexpertise Schaden in Millionenhöhe verhindert haben“, erklärte Innenstaatssekretär Thomas Blenke bei der Vorstellung der Jahresstatistik des Kompetenzzentrums Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg am 17. Mai 2024 in Konstanz.

Kriminalitätsentwicklung

Das Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizeistation Konstanz, das dem Polizeipräsidium Einsatz angehört, hat im vergangenen Jahr bundesweit 531 Fälle gestohlener Außenbordmotoren erfasst. Das ist ein historischer Tiefstand. In der Spitze wurden in Deutschland in der Vergangenheit knapp 1.500 Außenbordmotoren pro Jahr gestohlen.

Die Fälle gestohlener Sportboote sind im Vorjahresvergleich mit 160 entwendeten Fahrzeugen geringfügig angestiegen (2022: 140). Das ist der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Auswertung. Zurückliegend wurden in Deutschland knapp 500 Sportboote pro Jahr entwendet. Der Gesamtschaden im Zusammenhang mit gestohlenen Sportbooten und Außenbordmotoren betrug im Jahr 2023 deutschlandweit circa 5,05 Millionen Euro (2022: 5,1 Millionen Euro). In Baden-Württemberg fanden die meisten Taten nach wie vor am Bodensee statt: 2023 wurden dort ein Boot und sechs Außenborder entwendet. „Die seit 2017 bestehende Sicherheitskooperation mit der Schweiz und Österreich ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Nur so können wir dem Phänomen im Dreiländereck wirksam begegnen“, sagte Staatssekretär Thomas Blenke.

An Diebesgut wurden im letzten Jahr 28 Sportboote, 67 Außenbordmotoren, drei Jetskis (Wassermotorräder) und zwei Bootstrailer sichergestellt – das entspricht einem Sachwert in Höhe von knapp 4,6 Millionen Euro. Das ist die zweithöchste Summe, die bisher innerhalb eines Jahres sichergestellt wurde. „Diese positiven Entwicklungen sind maßgeblich auf die professionelle Arbeit der Polizisten des Kompetenzzentrums Bootskriminalität zurückzuführen, das vor mehr als 20 Jahren gegründet wurde. Mit der Expertise aus Baden-Württemberg werden Fälle in ganz Europa gelöst“, führte Staatssekretär Thomas Blenke aus.

Internationale Bootskriminalität

Mit der „EMPACT“-Sicherheitsinitiative (European Multidisciplinary Plat-form Against Criminal Threats) der Kommission der Europäischen Union (EU) koordiniert das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die Auslandseinsätze des Kompetenzzentrums Bootskriminalität. Die Konstanzer Beamten werden hierbei beispielsweise durch die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache FRONTEX zu Auslandseinsätzen angefordert, um bei der Zerschlagung organisierter krimineller Netzwerke zu unterstützen. „International agierende Gruppierungen können wir nur gemeinsam, Hand in Hand mit unseren internationalen Partnern bekämpfen. Und das tun wir mit großem Erfolg“, betonte Staatsekretär Thomas Blenke.

Im Oktober 2023 leiteten zwei Fahnder des Kompetenzzentrums Bootskriminalität eine erfolgreiche Aktion auf der Donau, am Schwarzen Meer und an der EU-Außengrenze zu Serbien, um dort gestohlene Außenbordmotoren aufzuspüren. Das multinationale Team mit Polizistinnen und Polizisten aus Deutschland, Belgien, Niederlanden und Rumänien stellte dabei unter anderem zwei sogenannte RIBs (Rigit Inflateable Boats, Schlauchboote mit Festrumpfkiel) mit Außenbordmotoren im Gesamtwert von knapp 130.000 Euro sicher. Der Einsatz war Teil einer großen Fahndungsaktion, die in 25 Ländern zeitgleich stattfand. Bei der Gesamtaktion wurden unter anderem 16 Sportboote, 32 Außenbordmotoren, 505 gestohlene Kraftfahrzeuge, 1.978 Autoteile und 248 gefälschte Dokumente sichergestellt. Dabei wurden Täter aus zehn verschiedenen Nationen ermittelt. Die Tatorte lagen in acht verschiedenen Ländern und die Aufgriffe erfolgten in zehn weiteren Ländern. Das zeigt die internationale Dimension des Kriminalitätsphänomens.

Das Kompetenzzentrum Bootskriminalität in Konstanz verfügt über ein internationales Netzwerk, so dass gezielte Fahndungsmaßnahmen und Kontrollen in Echtzeit umgesetzt werden können. So gelang es 2023 mit Hilfe der Konstanzer Polizisten auch im norwegischen Bergen eine 2,5 Millionen Euro teure Motoryacht sicherzustellen, die kurz zuvor in Dänemark gestohlen wurde. „Dies belegt eindrucksvoll: Kriminalitätsbekämpfung ‚made in Konstanz‘ ist europaweit gefragt“, sagte Staatssekretär Thomas Blenke abschließend.

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