Energie

Klimaschutz

Energiewende erfolgreich gestalten

  • Der Rotor einer Windkraftanlage wird montiert; Quelle: dpa

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Baden-Württemberg ist auf dem Weg zur führenden Energie- und Klimaschutzregion. Denn die Energiewende ist gut fürs Klima und für den Wirtschaftsstandort. Unser Ziel ist eine sichere, bezahlbare, umweltfreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung.

Als führendes Industrieland müssen wir unserer besonderen Verantwortung für das Klima gerecht werden. Denn rein rechnerisch ist jeder Einzelne im Land für sieben Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr verantwortlich – das ist fast doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. Das müssen wir ändern. Wir möchten beweisen, dass eine hochentwickelte Industrieregion wie Baden-Württemberg ambitionierten Klimaschutz betreiben und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Deshalb treiben wir die Energiewende konsequent voran. Daraus ergeben sich auch große Chancen für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und für neue Arbeitsplätze. Denn grüne Technologien sind wichtige Wachstumstreiber und begehrte Exportschlager.

Klimaschutz hat Gesetzesrang

In Baden-Württemberg hat der Klimaschutz seit Juli 2013 Gesetzesrang. Als zweites Bundesland haben wir ein Klimaschutzgesetz beschlossen. Das sieht vor, dass der Südwesten die Treibhausgasemissionen bis 2020 mindestens um ein Viertel im Vergleich zum Basisjahr 1990 verringert, bis 2050 sogar um 90 Prozent. Diese Ziele sind nicht leicht zu erreichen. In allen relevanten Feldern braucht es erhebliche Anstrengungen.

Wir belassen es deshalb nicht bei den Zielen. Unser Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) enthält über 100 konkrete Strategien und Maßnahmen, wie wir unsere ambitionierten Klimaschutzziele erreichen wollen. Dazu entwickeln wir das IEKK noch in dieser Legislaturperiode weiter.

Ausstieg aus der Atomkraft – Einstieg in die Energiewende

Im Juli 2011 wurde der endgültige Atomausstieg in Deutschland beschlossen. Bis dahin lag der Anteil an Atomstrom in Baden-Württemberg bei rund 50 Prozent. Daher treiben wir die Energiewende engagiert voran. Wir setzen dabei neben dem Ausstieg aus der Atomkraft auch auf einen verantwortungsbewussten Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle.

Schon heute haben die erneuerbaren Energieträger in Baden-Württemberg einen Anteil an der Stromerzeugung von rund einem Viertel. Langfristig sollen die erneuerbaren Energien einen Großteil der Stromversorgung in Baden-Württemberg decken.

»Ich bin überzeugt davon, dass wir es schaffen, im Jahr 2020 rund 38 Prozent unseres Stroms durch Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zu erzeugen.«

Franz Untersteller, Umweltminister

Die Windkraft hat dabei das größte Ausbaupotenzial. Deshalb hat die Landesregierung die Weichen für einen konsequenten Ausbau der Windkraft im Land gestellt. 

Dabei sind wir auf einem guten Weg: Zum 31. Dezember 2017 waren in Baden-Württemberg insgesamt 684 Windenergieanlagen in Betrieb. Seit 2011 sind insgesamt 326 neue Windenergieanlagen errichtet worden. Die installierte Leistung ist dabei von 478 Megawatt im Jahr 2011 um rund 200 Prozent auf aktuell 1.417 Megawatt gestiegen, wobei es hier seit 2014 einen besonders steilen Anstieg gibt. Dies zeigt, dass der Ausbau deutlich an Fahrt aufgenommen hat.

Neben der Windkraft will die Landesregierung auch die Potenziale der Solarenergie noch besser ausschöpfen. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2020 bereits elf Prozent des Stroms im Land aus Photovoltaikanlagen stammen. Die etwa 5,4 GW installierte Leistung Photovoltaik trägt bereits jetzt mit etwa 7,8 Prozent zum Stromerzeugungsmix in Baden-Württemberg bei.

Auch unsere Digitalisierungsstrategie digital@bw wird einen wichtigen Teil zur Energiewende zur Integration der erneuerbaren Energien beitragen. So setzt Baden-Württemberg auf Informations- und Kommunikationstechnologien wenn es darum geht, Strom, Wärme und Verkehr sinnvoll zu einem Ganzen zu verbinden.

Solaroffensive, denn die Sonne schickt keine Rechnung

Um die Potenziale der Solarenergie in Baden-Württemberg noch besser auszunutzen, haben wir eine Solaroffensive gestartet. Mit der Freiflächenöffnungsverordnung (FFÖ-VO) haben wir die vorgegebene Flächenkulisse für solare Freiflächenanlagen im Umfang von 100 Megawatt pro Jahr auf Acker- und Grünlandflächen in sogenannten benachteiligten Gebieten geöffnet. Damit haben wir bereits 2017 einen ersten Impuls zur Stärkung der Photovoltaik im Land gesetzt.

Jetzt gilt es, die flächenneutrale und verbrauchernahe Installation auf Dachflächen verstärkt in den Fokus zu nehmen. Das Land wird dabei als Vorbild vorangehen: Bis 2020 haben wir uns das Ziel gesetzt, dass 86.000 Quadratmeter Dachfläche der Landesliegenschaften mit Photovoltaik belegt ist. Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichersystemen ermöglichen einen höheren Anteil der Eigenversorgung mit selbst erzeugtem Photovoltaik-Strom. Deshalb werden wir mit einem Förderprogramm netzdienliche elektrische Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage fördern, um auch so einen Anreiz für den Bau von zusätzlichen Photovoltaik-Anlagen zu schaffen.

Photovoltaik-Mieterstrommodelle sollen die Nutzung von Photovoltaik auch für Mieter ermöglichen und so zu einem stärkeren Ausbau der Photovoltaik in den Städten führen. Wir haben uns bei der Bundesregierung dafür eingesetzt, dass die rechtlichen Rahmenbedingen für diese Modelle mit dem Mieterstromgesetz verbessert wurden. Außerdem unterstützt die Landesregierung die Solar-Akteure im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Förderwettbewerbes „Regionale Photovoltaik-Netzwerke“ mit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro. Damit gibt das Land auf regionaler Ebene einen wichtigen Impuls für die Errichtung von Photovoltaikanlagen.

Auch die Wasserkraft hat in Baden-Württemberg mit knapp acht Prozent Anteil an der Stromerzeugung bereits ein hohes Niveau erreicht. Dennoch wollen wir sie weiter ausbauen. 

Für den Anbau von Energiepflanzen für Biogas und für Biotreibstoffe wird in Baden-Württemberg derzeit nur rund 15 Prozent der Ackerflächen genutzt. Dies liegt im Rahmen dessen, was nachhaltig machbar erscheint. Seit 2014 werden keine Biogasanlagen mehr errichtet, die mit Energiepflanzen betrieben werden, sondern nur noch Anlagen für Rest- und Abfallstoffe wie Gülle, Festmist und Biomüll. Dies hat dazu geführt, dass sich der Anbau von Energiepflanzen in den letzten Jahren nicht mehr ausgedehnt hat.

Versorgungssicherheit geht vor

Die sichere Versorgung mit Strom ist insbesondere für ein Industrieland wie Baden-Württemberg unverzichtbar. Die Landesregierung achtet deshalb sehr genau darauf, dass auch zukünftig zu jedem Zeitpunkt eine zuverlässige und stabile Stromversorgung gewährleistet ist. Dazu müssen wir unser Energiesystem modernisieren. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien müssen wir auch unsere Stromnetze ausbauen und intelligenter machen, überschüssige Energie speichern und hocheffiziente, schnell reaktionsfähige Gaskraftwerke einsetzen. Es kommt jetzt darauf an, die richtigen Weichen zu stellen und zügig die dazugehörenden Investitionen in Angriff zu nehmen.

Energie sparen, Energieeffizienz steigern

Energie, die nicht verbraucht wird, muss erst gar nicht erzeugt werden. Eingesparte Energie ist deshalb die beste Energie. Deswegen wollen wir die Energieeffizienz im Neubau und Gebäudebestand weiter voranbringen und die Sanierungsquote im Land anheben.

Wir unterstützen unsere Unternehmen, ihre Energieeffizienzpotenziale zu heben. Ein wichtiges Projekt ist dabei das bis 2023 angelegte Projekt „Regionale Kompetenzstellen des Netzwerks Energieeffizienz (KEFF)“. Aufgabe der KEFF ist die Sensibilisierung, Information und Motivation von Unternehmen zum Thema Energieeffizienz. Daneben erleichtert sie die Vermittlung von Energieberatungsangeboten für insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Die KEFF unterstützt den Übergang von der Beratung zur Umsetzung von Maßnahmen und bindet die lokalen Akteure in regionale Netzwerke ein.

Hilfreich für die Steuerung und die Erfolgskontrolle der Effizienzbemühungen ist die Einführung eines Energiemanagementsystems. Wir unterstützen Unternehmen und Kommunen dabei. So behalten sie Ihre Energiekosten im Griff und haben gute Chancen, ihren Energieverbrauch systematisch und kontinuierlich zu reduzieren.

Die Abwärmenutzung soll zu einer relevanten Säule der Energiewende entwickelt werden und zukünftig einen wichtigen Baustein darstellen, um die im Klimaschutzgesetz formulierten Ziele zu erreichen.

Durch fünf Kompetenzzentren und die Kampagne Zukunft Altbau (ZAB) unterstützt das Land alle Zielgruppen mit Impulsberatungen, Vorträgen, Veranstaltungen, Wissenstransfer sowie beim Aufbau und der Pflege von Netzwerken.

Chance für die Wirtschaft

Die Energiewende ist nicht nur ökologisch richtig, sie ist auch ökonomisch sinnvoll. Schon heute beläuft sich der jährliche Umsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umwelt- und Klimaschutz in Baden-Württemberg auf rund zwölf Milliarden Euro – Tendenz steigend. Davon profitieren viele Branchen im Land: vom Anlagenbau bis zum Heizungsinstallateur, vom exportorientierten Weltkonzern bis zum kleinen Handwerksbetrieb vor Ort. Energieeffiziente und ressourcenschonende Maschinen und Produkte „Made in Baden-Württemberg“ bieten besonders für den Maschinenbau als Schlüsselbranche der hiesigen Industrie große Chancen.

Wir sind bei der Energiewende im Land auf einem guten Weg. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) vom November 2017 liegt Baden-Württemberg in einem Bundesländervergleich zum Ausbau der erneuerbaren Energien auf dem ersten Platz. Anhand von 59 Indikatoren hatten die Experten die politischen Anstrengungen und Erfolge sowie den damit verbundenen wirtschaftlich-technischen Wandel der einzelnen Länder ermittelt.. Das ist Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen.


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