Klimaziele

Wärmegipfel startet Dialogprozess hin zu einer Wärmewende

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Von links nach rechts: Stig Aagaard, Seniorberater für Klima, Energie und Umwelt, Botschaft Dänemark, und Umweltministerin Thekla Walker beim Wärmegipfel
Von links nach rechts: Stig Aagaard, Seniorberater für Klima, Energie und Umwelt, Botschaft Dänemark, und Umweltministerin Thekla Walker beim Wärmegipfel

Um im Land bis 2040 klimaneutral zu wirtschaften, sind im Wärmesektor große Kraftanstrengungen notwendig. Das Umweltministerium hat daher alle Beteiligten zu einem Wärmegipfel eingeladen. Dieser ist der Startpunkt für einen Dialog, wie die Klimaziele konkret erreichbar sind.

Baden-Württemberg will bis 2040 klimaneutral wirtschaften. Dieses Ziel des Klimaschutzgesetzes 2022 verlangt im Wärmesektor große Kraftanstrengungen, insbesondere auf Ebene der Kommunen. Das Umweltministerium hat daher am 17. Juli 2023 alle Beteiligten zu einem Wärmegipfel eingeladen. Dieser ist der Startpunkt für einen Dialogprozess, wie die Ziele konkret erreichbar sind.

Baden-Württemberg will bis 2040 klimaneutral wirtschaften. Dieses Ziel des Klimaschutzgesetzes 2022 verlangt im Wärmesektor große Kraftanstrengungen, insbesondere auf Ebene der Kommunen. Das Umweltministerium hat daher am 17. Juli 2023 alle Beteiligten zu einem Wärmegipfel eingeladen. Dieser ist der Startpunkt für einen Dialogprozess, wie die Ziele konkret erreichbar sind.

„Wir wollen schnellstmöglich ins Handeln kommen“

Das Land verpflichtet die 104 Stadtkreise und Großen Kreisstädte des Landes zu einer kommunalen Wärmeplanung. Diese Wärmepläne müssen bis Ende des Jahres 2023 vorliegen. Sie zeigen auf, wie die Wärmeversorgung vor Ort bis 2040 klimaneutral wird und welche Zwischenschritte bis dahin notwendig sind – etwa der Bau, die Erweiterung oder Umstellung eines Nah- oder Fernwärmenetzes. Zudem arbeitet die Bundesregierung an grundlegenden Weichenstellungen bei der Gebäudeenergieeffizienz und weiteren Anforderungen an die kommunale Wärmeplanung. Diese künftige Gesetzgebung gilt es bei der Umstellung auf klimaneutrale Wärmeerzeugung mit zu berücksichtigen.

Ministerin Thekla Walker sagte: „Wir wollen schnellstmöglich ins Handeln kommen. Die Wärmeplanung der Kommunen zeigt uns im Detail, was die Akteure vor Ort brauchen – welche Rahmenbedingungen wir als Land verändern müssen, welche zusätzlichen Förderungen es braucht, damit die Menschen im Land baldmöglichst sicher, klimaneutral und bezahlbar heizen können.“

Stimmen der Kommunalen Landesverbände

Ralf Broß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, sieht mit der baden-württembergischen Gesetzgebung und den kommunalen Wärmeplanungen eine gute Grundlage dafür, dass nun die richtigen Investitionsentscheidungen getroffen werden können: „Die aktuellen Gesetzesvorhaben auf Bundesebene setzen den Rahmen für die weiteren Schritte in der Wärmewende. Jetzt müssen wir die Gelegenheit beim Schopfe packen und gemeinsam dafür Sorge tragen, dass wir unsere Vorreiterrolle im Land nicht verspielen. Allerdings sind in dem Verhältnis zwischen Landes- und Bundesrecht noch zahlreiche Fragen zu klären. Mit Blick auf die fortschreitenden Planungen vor Ort sowie auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes müssen die baden-württembergischen Planungen jetzt rasch mit jenen auf Bundesebene in Einklang gebracht werden“.

Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg sagt: „Eine gelingende Wärmewende ist eine zwingende Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele. Wärmenetze, die Wärme aus erneuerbarer Erzeugung oder Abwärme liefern, sind hierbei ein wichtiger Baustein. Durch eine kommunale Wärmeplanung können die jeweiligen, vor Ort zielführenden Maßnahmen ermittelt werden. Wichtig ist uns aber: die verfügbaren Ressourcen – sowohl in den Rathäusern als auch am Markt sind knapp. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen für die Wärmeplanung pragmatisch ausgestaltet und Bestandspläne anerkannt werden. In den Kommunen weiß man im Zweifel am besten, wo eine vertiefte Planung sinnvoll sein kann und wo man gegebenenfalls auch ganz darauf verzichtet. Alleine die Planung liefert jedoch noch keine Wärme. Wenn die Netze realisiert werden sollen, dann braucht es dafür eine kraftvolle staatliche Investitionsunterstützung, mit der auch den Anforderungen unterschiedlicher Gebietskulissen entsprochen werden kann. Eine kommunale Nahwärmeversorgung wird nur realisiert werden können, wenn sie sich auch wirtschaftlich trägt. Hierfür gilt es sämtliche Potenziale in der Erzeugung auszuschöpfen und zu fördern, insbesondere die Geothermie ist im Südwesten eine aussichtsreiche Technologie. Bei alledem muss uns aber auch klar sein, dass nicht überall wo Wärmeplanungen vorliegen, auch Wärmenetze entstehen. In welchem Maße sich die Wärmewende durch öffentliche Infrastruktur oder eigenverantwortliche, private Maßnahmen vollzieht, wird von den insgesamt gegebenen Rahmenbedingungen sowie den Strukturen vor Ort abhängen.“

Prof. Dr. Alexis v. Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags Baden-Württemberg, betont, dass auch die Landkreise das Ziel der Wärmewende aktiv vorantreiben: „Gerade den regionalen Energieagenturen auf Kreisebene kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Sie können insbesondere kleineren Gemeinden professionelle Unterstützung auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bieten. Um die regionalen Energieagenturen nachhaltig zu stärken, sollte sich das Land dazu durchringen, in eine institutionelle Basisfinanzierung einzusteigen. Wichtig ist den Landkreisen auch, dass wir bei der Wärmewende auf alle klimaneutralen Wärmequellen setzen und dabei insbesondere auch die (Tiefen-)Geothermie sowie die Solarthermie als Teil der Lösung sehen.“   

Kommunen sind mit die wichtigsten Partner der Energie- und Wärmewende

Ministerin Thekla Walker fasst zusammen: „Die Kommunen sind mit die wichtigsten Partner der Energie- und Wärmewende. Sie zu unterstützen ist daher ein Schwerpunkt des weiteren politischen Prozesses. Aktuell arbeiten wir etwa daran, die Finanzierung der regionalen Energieagenturen auf eine längerfristige Grundlage zu stellen.“ Der Wärmegipfel sei Startpunkt für einen intensiven kontinuierlichen Dialog. Land, Kommunen, Energiewirtschaft, Handwerk, Industrie- und Naturschutzschutzverbänden werden sich in den kommenden Monaten in Arbeitsgruppen weiter austauschen.

Diese werden sich insbesondere mit den Themen Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebestand arbeiten sowie sich mit klimaneutralen Wärmenetzen auseinandersetzen – also dem Um- und Ausbau von Wärmenetzen mit erneuerbaren Wärmequellen, einschließlich der Nutzung von Abwärme.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Kommunale Wärmeplanung

Weitere Meldungen

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Auf dem Weg zur digital vernetzten Justiz der Zukunft

Landkreis Ravensburg
Gemeinsamer Antrag 2026

Ergebnisse des Flächenüber­wachungssystems einsehbar

Salbei-Glatthafer-Wiese auf einer Böschung im Frühsommer (Foto: © Dr. Tillmann Stottele)
Arten- und Klimaschutz

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen stehen lächeld da und tragen Fahrradhelme.
Radverkehr

Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Abgestellte Lastwagen stehen auf einer Autobahnraststätte. (Foto: © dpa)
Verkehr

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Links: Prof. Dr. Andreas Gundelwein, rechts: Dr. Jens Bortloff
Kunst und Kultur

TECHNOSEUM erhält neue Doppelspitze

LKWs stehen auf einem Parkplatz. (Bild: © picture alliance/Patrick Seeger/dpa)
Verkehr

Land erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

von links nach rechts: Landespolizeidirektor Carsten Höfler, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Offenburg Andreas Bjedov und Staatssekretär Reiner Moser
Polizei

Neuer Polizeipräsident beim Polizeipräsidium Offenburg

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Verkehrssicherheit

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung

Neuer begrünter Mittelstreifen auf einem Teilstück der Straße „Waldsteige“ in Mosbach
Flächenmanagement

Mosbach erhält Prämie für Maßnahme „Waldsteige“

Weinauswahl
Sondereditionen

Neue Wein-Sondereditionen der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

Portrait Mathias Brecht Finanzamt Heidelberg
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Heidelberg

Müllmann bringt Müll weg. (Foto: dpa)
Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Positive Entwicklungen bei Abfallbilanz 2025

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Ashumi Shroff
Außenwirtschaft

Baden-Württemberg eröffnet neues Auslandsbüro in Mumbai