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SCHIENE
  • 04.10.2018

Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn soll besser werden

  • Eine Signalanlage steht neben einem Gleis (Bild: © dpa).

    Bild: © dpa

Die Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn von Osterburken bis Würzburg soll verbessert werden. Hierfür setzen sich das Land, der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis ein. Bis zum Jahresende soll für die Finanzierung der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen eine Lösung gefunden werden.

Für die Verbesserung der Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn von Osterburken bis Würzburg setzen sich das Land Baden-Württemberg, der Main-Tauber-Kreis sowie der Neckar-Odenwald-Kreis ein und haben zur Frankenbahn-Konferenz am 4. Oktober 2018 in Lauda-Königshofen eingeladen.

„Das Land misst der Frankenbahn eine große Bedeutung zu. Wir sind bereit, unseren Anteil zu einer Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs zu leisten. In den vergangenen Jahren haben uns da leider viel zu oft die großen Qualitätsmängel der Deutschen Bahn im Regionalverkehr beschäftigt“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Er fügte hinzu: „Nun heißt es: Zukünftig besser machen!“ An der Frankenbahnkonferenz nahmen die Landräte Reinhard Frank (Main-Tauber), Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) und Detlef Piepenburg (Heilbronn) als Sprecher für die Region Heilbronn - Franken, Bürgermeister sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus der Region teil.

Forderungen aus der Region

Dem politischen Spitzengespräch waren Forderungen aus der Region, zuletzt ein gemeinsames Positionspapier sowie Resolutionen der Kreistage des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises vorausgegangen. Die Landkreise, Städte und Gemeinden forderten insbesondere ein Ende der Verspätungen und Zugausfälle auf der Frankenbahn, die Modernisierung der Stationen, eine regelmäßige Bedienung mit Regionalbahnen auch auf dem Streckenabschnitt zwischen Lauda und Osterburken sowie die Beseitigung des Engpasses durch Eingleisigkeit auf dem Streckenabschnitt zwischen Züttlingen und Möckmühl.

Nach übereinstimmender Meinung aller Konferenzteilnehmer sollten im Hinblick auf mehr betriebliche Flexibilität auf der Frankenbahn den bereits in den letzten Jahren realisierten oder noch in Umsetzung befindlichen Infrastrukturmaßnahmen weitere Ausbaumaßnahmen folgen.  

Bau des zweiten Gleises zwischen Möckmühl und Züttlingen sehr wichtig

Besonders im Fokus steht dabei nach Einschätzung des Landesverkehrsministeriums die Herstellung der Zweigleisigkeit zwischen Möckmühl und Züttlingen, damit die Strecke wieder durchgängig zweigleisig befahren werden kann. Weitere Infrastrukturergänzungen und der Ausbau der Bahnhöfe müssten zudem erfolgen. Verkehrsminister Hermann und Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn AG, sind sich einig: „Konkrete Überlegungen dazu sollten zeitnah in Angriff genommen werden, um die Qualität auf der Frankenbahn zu steigern.

Es könne nicht angehen, betonte Verkehrsminister Hermann, dass über 70 Jahre nach Kriegsende die Schäden noch immer nicht beseitigt sind: "Insofern ist auch schwer nachzuvollziehen, warum die Bundesregierung die Maßnahmen nicht im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt hat. Nur mit dem Ausbau der Infrastruktur können wir die Qualität im Schienenpersonennahverkehr dauerhaft stabilisieren.“ Bis zum Jahresende soll für die Finanzierung der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen eine Lösung gefunden werden. Beim Ausbau einzelner Stationen könnte auch das künftige Sonderprogramm „Bahnhof der Zukunft“, welches das Land und die Deutsche Bahn als Fortsetzung des laufenden Bahnhofsmodernisierungsprogramms Baden-Württemberg gemeinsam aufsetzen wollen, eine Perspektive bieten. Um gemeinsam das weitere Vorgehen zu beraten und ein Arbeitsprogramm für die Umsetzung zu erarbeiten, hat Minister Hermann eine „Zukunftskommission Frankenbahn“ angeregt.

Ausbau des Angebots

Das Land wird in den kommenden Jahren den Regional- und Nahverkehr auf der Frankenbahn erheblich ausbauen. Rückgrat wird der Expresszug Stuttgart - Heilbronn – Würzburg sein, der zukünftig stündlich statt bislang zweistündlich verkehren wird. Dies bedeutet eine Verdoppelung des Angebots. Ab Dezember 2019 wird der neue Betreiber „Go Ahead“ mit neuen Fahrzeugen antreten. Diese werden klimatisiert, mit W-LAN ausgestattet und barrierefrei sein. Es wird großzügige Mehrzweckabteile und Fahrradmitnahmemöglichkeiten geben. Auch die Regionalbahn zwischen Heilbronn und Osterburken wird von Dezember 2019 an konsequent vertaktet sein und mit modernen Zügen des Betreibers „Abellio“ durchgehend von Stuttgart aus betrieben.

Zusammen mit den bayerischen Nachbarn wird das Land auch die Regionalbahn Würzburg-Lauda verbessern. So wird es von Dezember 2019 an auf dieser Linie montags bis freitags einen durchgehenden Stundentakt mit Halt an allen Stationen - zuätzlich zum stündlichen Express - geben. „Die Züge werden mit beschleunigungsstärkeren Elektrotriebwagen gefahren. Dieselbetrieb unter Fahrdraht wird es nicht mehr geben. Die Züge werden probehalber nach Osterburken durchgebunden. Sofern die Fahrbarkeit bestätigt wird, wird es dann eine stündliche Regionalbahn mit allen Halten an den in Betrieb befindlichen Stationen von Osterburken nach Lauda geben, zusätzlich zum stündlichen Express. Wir haben uns bei dem dreijährigen Testbetrieb auf eine gemeinsame Finanzierung geeinigt und die Landkreise beteiligen sich mit 40 Prozent an den Kosten“, verdeutlichte Minister Hermann. Somit fahren zukünftig zwischen Osterburken und Lauda zwei Züge je Richtung. Es bleibe nun abzuwarten, ob sich die zusätzliche Regionalbahn bewähre und genügend Fahrgäste gewonnen werden können.

Im Abschnitt Bad Friedrichshall – Würzburg werden die gefahrenen Zugkilometer insgesamt um 57 Prozent zunehmen. Auch auf der Tauberbahn, die in Lauda nach Wertheim und Crailsheim abzweigt, wird das Angebot weiter ausgebaut. „Ich glaube, damit haben wir als Land zunächst unsere Hausaufgaben ganz gut gemacht“, so Hermann. Daneben fördert das Land den Ausbau des Zubringer-Busverkehrs der Landkreise.

BW-Tarif

Vom 9. Dezember 2018 an wird auch der neue Baden-Württemberg-Tarif eingeführt. Er gilt bei allen Bahn-Fahrten über die Verbundgrenzen hinweg und wird zuerst für die Einzelfahrscheine eingeführt. Zeitkarten folgen später. Die Anschlussverkehrsmittel in den Städten sind künftig im Preis inbegriffen und die Fahrpreise werden deutlich sinken, je nach Länge der Fahrt um 15 bis 35 Prozent. Daneben fördert das Land den Ausbau des Zubringer-Busverkehrs der Landkreise. Die ÖPNV-Mittel für die Landkreise werden von 2021 an von 200 Millionen auf 250 Millionen Euro aufgestockt.

Vorgeschichte:

Runder Tisch Frankenbahn 2010 beim Landkreis Heilbronn

2010 waren beim einem Runden Tisch in Heilbronn Angebotserweiterungen ab 2019 und daraus abgeleitete Infrastrukturmaßnahmen beschlossen worden. Das Land hat die entsprechenden Voraussetzungen mit der umfassenden Neuvergabe der Verkehrsleistungen geschaffen. Damals hatten sich die beteiligten Länder Baden-Württemberg und Bayern, die zuständigen Eisenbahninfrastrukturunternehmen DB Netz AG und DB Station&Service AG sowie die Region u.a. auf ein Finanzierungskonzept zur Umsetzung von Maßnahmen an der Strecke und in Stationen auf der Frankenbahn verständigt.

Dazu gehören die Bahnhöfe Züttlingen und Möckmühl. In Züttlingen wurde ein neuer Außenbahnsteig an Gleis 3 errichtet, den die Fahrgäste barrierefrei erreichen und von dem aus sie den Zug besteigen können. Außerdem gibt es eine Aufhöhung des Bahnsteigs an Gleis 1, eine Erneuerung der Beleuchtungs- und Beschallungsanlage sowie der Bahnsteigausstattung. Das Land beteiligte sich mit circa 1,3 Millionen Euro an den Gesamtbaukosten, die circa 2,5 Millionen Euro betragen. Den kommunalen Anteil finanzieren der Landkreis Heilbronn und die Stadt Möckmühl.

Am Bahnhof Möckmühl wird der Bahnsteig 1 neu gebaut und die Einstiegshöhe der Züge angepasst. Zudem wird ein neuer Mittelbahnsteig errichtet. Die Fahrgäste erreichen diesen neuen Bahnsteig über eine neue Personenüberführung barrierefrei durch Aufzüge. Außerdem erfolgt die Erneuerung der Beleuchtungsanlage, der Bahnsteigausstattung sowie der Gleise. Ferner werden die Oberleitungen und Sicherungstechniken angepasst.


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