Kernenergie

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)

Während einer routinemäßigen Prüfung des stillgelegten Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg wurde festgestellt, dass eine Brandschutzklappe im Schaltanlagengebäude nicht ordnungsgemäß zufallen konnte. Eine Gefahr für Menschen hätte auch im Falle eines Brandes nicht bestanden. Das Ereignis hat keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung.

Bei einer routinemäßigen Prüfung im bereits stillgelegten Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP 2) hat der Betreiber am 24. November 2020 festgestellt, dass eine Brandschutzklappe im Schaltanlagengebäude nicht zufallen konnte, weil sie fehlerhaft in Offenstellung verriegelt worden war.

Einstufung durch den Genehmigungsinhaber: Meldekategorie N (Normalmeldung), INES 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung).

Maßnahmen

Der Betreiber löste die Verriegelung der Brandschutzklappe, so dass sie wieder ordnungsgemäß schließen konnte. Eine wiederholte Funktionsprüfung konnte ohne weitere Probleme erfolgen. Brandschutzklappen gleichen Typs im Schaltanlagengebäude überprüfte der Betreiber auf einen vergleichbaren Fehler. Dabei wurden keine weiteren Befunde festgestellt. Die Klärung, wie es zu der fehlerhaften Einstellung der Klappe kam, dauert an.

Die Brandschutzklappe steht im Normalbetrieb zu Lüftungszwecken offen und schließt im Brandfall, um die Brandausbreitung zwischen zwei Brandbekämpfungsabschnitten zu verhindern oder mindestens zu verzögern. Bei diesen Brandbekämpfungsabschnitten handelt es sich zum einen um einen Elektronikraum und zum anderen um einen Zuluftschacht mit angrenzender Umluftzentrale. Beide Abschnitte gehören zu derselben sicherheitstechnischen Redundanz des KKP 2.

Durch die fehlerhafte Verriegelung hätte die Klappe im Brandfall nicht wie geplant geschlossen, so dass die Trennung der Brandbekämpfungsabschnitte nicht ohne weiteres erfolgt wäre.

Da im Elektronikraum Melder zur Brandfrüherkennung installiert sind und die Brandlasten in der Umluftzentrale einschließlich Zuluftschacht gering sind, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen des Fehlers auf die Ausbreitung und Bekämpfung eines Brandes gering gewesen wären. Zudem wären Komponentenausfälle durch Brandeinwirkungen auf eine der sicherheitstechnischen Redundanzen beschränkt geblieben. Die sicherheitstechnischen Funktionen ausgefallener Komponenten hätte, soweit erforderlich, eine andere Redundanz übernehmen können. Insgesamt ist die sicherheitstechnische Bedeutung des Befundes sehr gering.

Meldestufen

Die für die kerntechnische Sicherheit bedeutsamen Ereignisse sind den atomrechtlichen Aufsichtsbehörden der Länder nach den bundeseinheitlichen Kriterien der Atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) zu melden. Ziel des Meldeverfahrens ist, den Sicherheitsstand der Kernkraftwerke zu überwachen, dem Auftreten ähnlicher Fehler in anderen Kernkraftwerken vorzubeugen und die gewonnenen Erkenntnisse in sicherheitstechnische Verbesserungen einfließen zu lassen.

Die meldepflichtigen Ereignisse sind unterschiedlichen Kategorien zugeordnet (Erläuterungen zu den Meldekriterien für meldepflichtige Ereignisse):

  • Kategorie S (Unverzügliche Meldung): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde unverzüglich gemeldet werden müssen, damit sie gegebenenfalls in kürzester Frist Prüfungen einleiten oder Maßnahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Vorkommnisse, die akute sicherheitstechnische Mängel aufzeigen.
  • Kategorie E (Meldung innerhalb von 24 Stunden): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde binnen 24 Stunden gemeldet werden müssen, damit sie gegebenenfalls in kurzer Frist Prüfungen einleiten oder Maßnahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Ereignisse, deren Ursache aus Sicherheitsgründen in kurzer Frist geklärt und gegebenenfalls in angemessener Zeit behoben werden muss. In der Regel handelt es sich dabei um sicherheitstechnisch potentiell – aber nicht unmittelbar – signifikante Ereignisse.
  • Kategorie N (Meldung bis zum fünften Werktag): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von 5 Werktagen gemeldet werden müssen, um eventuelle sicherheitstechnische Schwachstellen frühzeitig erkennen zu können. Dies sind in der Regel Ereignisse von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung, die über routinemäßige betriebstechnische Einzelereignisse bei vorschriftsmäßigem Anlagenzustand und -betrieb hinausgehen. Unverfügbarkeiten von Komponenten/Systemen, die durch im Betriebshandbuch spezifizierte Prozeduren temporär beabsichtigt herbeigeführt werden, sind nicht meldepflichtig, wenn dies auch in der Sicherheitsspezifikation des Betriebshandbuches entsprechend berücksichtigt ist.

Internationale Bewertungsskala INES

Internationale Bewertungsskala INES:Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Betreibern der Kernkraftwerke und dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden meldepflichtige Ereignisse in Kernkraftwerken auch nach der Bewertungsskala International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Nuklearenergie-Agentur (NEA) der OECD bewertet. Sie hat eine rasche und für die Öffentlichkeit verständliche Bewertung eines Ereignisses zum Ziel.

Die Skala umfasst sieben Stufen:

  1. Störung
  2. Störfall
  3. ernster Störfall
  4. Unfall mit örtlich begrenzten Auswirkungen
  5. Unfall mit weitergehenden Auswirkungen
  6. schwerer Unfall
  7. katastrophaler Unfall

Meldepflichtige Ereignisse, die nach dem INES-Handbuch nicht in die Skala (1 bis 7) einzuordnen sind, werden unabhängig von der sicherheitstechnischen Bedeutung nach nationaler Beurteilung der „Stufe 0” zugeordnet.

Ein Personenzug «Regio DB Südbahn» fährt in den Hauptbahnhof in Ulm, während auf dem Bahnsteig eine Reisende wartet. (Foto: © dpa)
  • Nahverkehr

Klimaschutzziele erfordern Verdopplung des ÖPNV bis 2030

Ein Mitarbeiter arbeitet in der Produktion an einer Zelle für eine Elektroauto-Batterie. (Bild: dpa)
  • BATTERIEPRODUKTION

Europäisches Projekt zur Batteriezellfertigung

Ein Mitarbeiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) sitzt vor mehreren Monitoren. (Bild: dpa)
  • Straßenbau

Forschungsarbeiten mit BIM-Award 2021 ausgezeichnet

Ein Facharbeiter steht im Bosch Werk in Reutlingen vor einer Charge von Radarsensoren für die Automobilindustrie (Bild: © dpa).
  • Ressourceneffizienz

Förderprogramm für Ressourceneffizienz löst Investitionen von 1,2 Milliarden Euro aus

Ein Mann sitzt mit einer FFP2-Maske in einer Bahn.
  • Coronavirus

Medizinische Masken ab 25. Januar in Bussen und Bahnen Pflicht

Großer Wasserstoff-Lastwagen steht auf einem Parkplatz.
  • Alternative Antriebe

Innovativer Technologievergleich im Murgtal

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Technologie

Kabinett beschließt Landesplattform Wasserstoff

Verkehrsminister Winfried Hermann steht vor einer Unterschriftentafel für den Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch
  • Mobilität

Positive Halbzeitbilanz bei Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch

Monteure arbeiten an einem Strommast (Bild: © dpa).
  • Energiewende

Untersteller kritisiert Bundeswirtschaftsministerium

Fotomontage aus vier Bildern mit Solarzellen, Getreidehalmen, Windrädern und Strommasten.
  • Mobilität

Land will erneuerbare Kraftstoffe voranbringen

Anlage zur industriellen Produktion von Methangas
  • Energiewende

Zehntes Energiepolitisches Gespräch

Bioökonomie Baden-Württemberg: Illustration Bio-Ab-Cycling
  • Nachhaltige Bioökonomie

Neues EFRE-Förderprogramm

 Windräder stehen auf den Anhöhen in der Nähe des Kandels bei Waldkirch. (Bild: dpa)
  • Windkraft

Genehmigung von Windkraftanlagen

Außenaufnahme des Zwischenlagers für Atommüll am Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe).
  • Kernenergie

Nachmeldung zum meldepflichtigen Ereignis im Standortzwischenlager Philippsburg

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ist Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. (Bild: © Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Technologie

Spitzengespräch zu synthetischen Kraftstoffen

  • Radverkehr

Land fördert RadKULTUR 2021 in 17 Kommunen

Streusalz fällt auf dem Gelände einer Autobahnmeisterei von der Schaufel eines Radladers (Bild: © dpa)
  • Verkehr

Umsichtiges Verhalten zum Wintereinbruch

Eine Frau unterwegs mit einem Elektrofahrrad (Foto: © dpa)
  • Mobilität

Großes Interesse an der Verbesserung des Mobilitätsmanagements

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)
  • Klimaschutz

Investitionsprogramm Klimaschutz verabschiedet

Mit dem einmaligen Pilotprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ wird in der Region Stuttgart in Zukunft ein ganzer Schienenknoten über alle Zuggattungen hinweg digital gesteuert. (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Bahnverkehr

Nächster Meilenstein für den „Digitalen Knoten Stuttgart“

Eine Frau unterwegs mit einem Elektrofahrrad (Foto: © dpa)
  • Radverkehr

Über 2.500 Beamte profitieren von JobBike BW

Eine Wildbiene sucht an Blüten des Mehlsalbeis nach Nektar. (Bild: © Uwe Anspach/dpa)
  • Artenschutz

Biologische Vielfalt stärken

Atommüll-Fässer (Foto: dpa)
  • Endlagersuche

Infoveranstaltungen zur Standortsuche für ein atomares Endlager

Ein Polizist geht an einem Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ vorbei. (Foto: © dpa)
  • Verkehr

Weniger Stau dank digitaler Unfallaufnahme

Kommunale Wärmeplanung in einem Stadtplan
  • Klimaschutz

Land unterstützt kommunale Wärmeplanung