Kernenergie

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)

Ein beschädigtes Tor zwischen Reaktorgebäude und Dekontaminationsgebäude im Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg wurde durch eine schwer entflammbarer Folie verschlossen. Das Ereignis hat keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung.

In dem im Abbau befindlichen Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg kam es am Mittwoch, 8. Juli 2020, zur Beschädigung der Lager eines Tors, mit dem der Transportweg zwischen dem Reaktorgebäude und dem angrenzenden Dekontaminationsgebäude geschlossen werden kann. Das Tor dient auch als Brandschutztür. Aufgrund des Schadens lässt sich das Tor nicht mehr schließen.

Einstufung durch den Betreiber: Meldekategorie N (Normalmeldung), INES 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung).

Maßnahmen

Der Betreiber hat das Tor gegen Umfallen gesichert und die Toröffnung mit einer schwer entflammbaren Folie verschlossen, so dass im Fall eines Brandes in einem der beiden Gebäude die Rauchausbreitung in das angrenzende Gebäude unterbunden wird. Zusätzlich hat er administrative Brandschutzmaßnahmen verschärft. Ein Reparaturkonzept wird erstellt.

Das Tor soll im Falle eines Brandes verhindern, dass sich Brand und Rauch in das benachbarte Gebäude ausbreiten. Diese Funktion kann es momentan nicht erfüllen. Durch die Maßnahmen des Betreibers wird zumindest die Verhinderung der Rauchausbreitung sichergestellt. Die weiteren Komponenten des Brandschutzkonzepts, wie die Maßnahmen zur Branderkennung (zum Beispiel Brandmelder) und zur Brandbekämpfung (zum Beispiel Löscheinrichtungen) sind nicht betroffen. Daher ist die sicherheitstechnische Bedeutung insgesamt gering. Das Ereignis hatte keine Auswirkungen auf Personen und die Umwelt.

Meldestufen

Die für die kerntechnische Sicherheit bedeutsamen Ereignisse sind den atomrechtlichen Aufsichtsbehörden der Länder nach den bundeseinheitlichen Kriterien der Atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) zu melden. Ziel des Meldeverfahrens ist, den Sicherheitsstand der Kernkraftwerke zu überwachen, dem Auftreten ähnlicher Fehler in anderen Kernkraftwerken vorzubeugen und die gewonnenen Erkenntnisse in sicherheitstechnische Verbesserungen einfließen zu lassen.

Die meldepflichtigen Ereignisse sind unterschiedlichen Kategorien zugeordnet (Erläuterungen zu den Meldekriterien für meldepflichtige Ereignisse):

  • Kategorie S (Unverzügliche Meldung): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde unverzüglich gemeldet werden müssen, damit sie gegebenenfalls in kürzester Frist Prüfungen einleiten oder Maßnahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Vorkommnisse, die akute sicherheitstechnische Mängel aufzeigen.
  • Kategorie E (Meldung innerhalb von 24 Stunden): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde binnen 24 Stunden gemeldet werden müssen, damit sie gegebenenfalls in kurzer Frist Prüfungen einleiten oder Maßnahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Ereignisse, deren Ursache aus Sicherheitsgründen in kurzer Frist geklärt und gegebenenfalls in angemessener Zeit behoben werden muss. In der Regel handelt es sich dabei um sicherheitstechnisch potentiell – aber nicht unmittelbar – signifikante Ereignisse.
  • Kategorie N (Meldung bis zum fünften Werktag): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von 5 Werktagen gemeldet werden müssen, um eventuelle sicherheitstechnische Schwachstellen frühzeitig erkennen zu können. Dies sind in der Regel Ereignisse von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung, die über routinemäßige betriebstechnische Einzelereignisse bei vorschriftsmäßigem Anlagenzustand und -betrieb hinausgehen. Unverfügbarkeiten von Komponenten/Systemen, die durch im Betriebshandbuch spezifizierte Prozeduren temporär beabsichtigt herbeigeführt werden, sind nicht meldepflichtig, wenn dies auch in der Sicherheitsspezifikation des Betriebshandbuches entsprechend berücksichtigt ist.

Internationale Bewertungsskala INES

Internationale Bewertungsskala INES:Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Betreibern der Kernkraftwerke und dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden meldepflichtige Ereignisse in Kernkraftwerken auch nach der Bewertungsskala International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Nuklearenergie-Agentur (NEA) der OECD bewertet. Sie hat eine rasche und für die Öffentlichkeit verständliche Bewertung eines Ereignisses zum Ziel.

Die Skala umfasst sieben Stufen:

  1. Störung
  2. Störfall
  3. ernster Störfall
  4. Unfall mit örtlich begrenzten Auswirkungen
  5. Unfall mit weitergehenden Auswirkungen
  6. schwerer Unfall
  7. katastrophaler Unfall

Meldepflichtige Ereignisse, die nach dem INES-Handbuch nicht in die Skala (1 bis 7) einzuordnen sind, werden unabhängig von der sicherheitstechnischen Bedeutung nach nationaler Beurteilung der „Stufe 0” zugeordnet.

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. (Foto: © dpa)
  • Wasserversorgung

Fast zwei Millionen Euro für den Neubau einer Ringleitung in Rottweil

Luftaufnahme der Bodenseeinsel Mainau (Bild: © dpa)
  • Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsdialog zum Thema klimaneutrale Kommunen

Ein Mähdrescher erntet ein Weizenfeld ab. (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Agrarministerkonferenz berät über leistungsfähige Landwirtschaft

Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
  • Abwasser

Land fördert Neubau eines Regenüberlaufbeckens in Bad Mergentheim

Eine Gruppe mehrerer Menschen steht am Bahnhof vor einem Zug zu einem Gruppenbild zusammen.
  • Bahn

Bahn frei für den Metropolexpress im Filstal

Teichkläranlage Wüstenau
  • Abwasserbeseitigung

Modernisierung der Abwasserbeseitigung in Kreßberg gefördert

Verbandsklärwerk Albbruck
  • Abwasserreinigung

Umbau des Verbandsklärwerks in Albbruck gefördert

Nadelbäume ragen bei Seebach am Ruhestein in den Himmel. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
  • Forst

„Waldwirtschaft 4.0“ für Digitalisierung im Forstbereich

Windräder (Foto: © dpa)
  • Energiewende

Walker will Ausbau der Windenergie beleben

Außenaufnahme des Zwischenlagers für Atommüll am Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe).
  • Atommüll

Verantwortung für Altlasten aus Atomkraftwerken

Logo des Beirats Nachhaltige Biooekonomie Baden-Württemberg (Symbolbild)
  • Bioökonomie

Bioökonomiebeirat Baden-Württemberg

Ein Demonstrant vor den Houses of Parliament, dem Westminster-Palast, schwenkt eine EU-Flagge und eine britische Flagge. (Bild: © dpa)
  • Europa

Kretschmann spricht mit britischem Handelsminister

Besucher- und Informationszentrum (BIZ) im Nationalpark Schwarzwald (Foto: Bloomimages/dpa)
  • Nationalpark

Nationalparkzentrum öffnet für Publikum

Ein Karton mit Blutproben.
  • Gesundheitsschutz

PFOA-Konzentration bei Einwohnern im Landkreis Rastatt gesunken

Ein mit Solarzellen ausgerüstetes Einfamilienhaus.
  • Steuern

Steuerbefreiung für Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen

Ein Radfahrer fährt über eine Fahrradspur in der Innenstadt von Karlsruhe. (Bild: dpa)
  • Verkehrswende

Pilotlehrgang Mobilitäts.Manager/in.BW gestartet

Ein Mitarbeiter der Prüforganisation Dekra bringt im Rahmen einer Hauptuntersuchung (HU) eine HU-Plakette an einem VW T5 Diesel mit Abgasnorm Euro 5 an.
  • Verkehr

Aberkennung der GTS als Überwachungsorganisation rechtskräftig

Karte mit der Landesgrenze von Baden-Württemberg, in der die vorgeschlagen Radonvorsorgegebiete farblich hervorgehoben sind
  • Strahlenschutz

Radonvorsorgegebiete ausgewiesen

Luftfiltersäulen stehen am Stuttgarter Neckartor am Straßenrand. (Bild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa)
  • LUFTREINHALTUNG

Land setzt konsequente Luftreinhaltepolitik fort

Schüler steigen in einen Bus (Bild: © picture alliance/Swen Pförtner/dpa)
  • Schülerverkehr

Corona-Sonderprogramm für mehr Busse im Schülerverkehr verlängert

Sammelkläranlage Gaxhardt der Gemeinde Stödtlen
  • Abwasser

Modernisierung der Abwasserbeseitigung in Stödtlen gefördert

Ein Paar radelt bei Schnetzenhausen (Baden-Württemberg) durch Obstplantagen und Löwenzahnwiesen. (Foto: dpa)
  • Weltfahrradtag

Radfahren ist klimafreundlich, praktisch und gesund

Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
  • Abwasserbeseitigung

Land fördert Erweiterung der Kläranlage in Freiberg am Neckar

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)
  • Forschung

Projekte und Strategien zur Reduzierung von CO2-Emissionen

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an. (Bild: © Patrick Pleul / dpa)
  • Bundesrat

Kritik an Bundesregierung für nachgebessertes Klimaschutzgesetz