NATURSCHUTZ

Freigabe der Grünbrücke an der A 8 bei Merklingen

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Grünbrücke BAB A 7 in Nietheim (Bild: © Martin Stollberg)

Verkehrsminister Winfried Hermann hat eine Grünbrücke an der A 8 ihrer Bestimmung übergeben. Mit der Grünbrücke wird ein bisher unterbrochener überregionaler Wanderkorridor für Wildtiere wiederhergestellt.

Verkehrsminister Winfried Hermann hat eine Grünbrücke an der A 8 ihrer Bestimmung übergeben. Diese wurde im Rahmen des Ausbaus der Autobahn A 8 zwischen Hohenstadt und Ulm-West östlich von Merklingen errichtet und soll dazu dienen, einen bisher unterbrochenen überregionalen Wanderkorridor für Wildtiere wiederherzustellen.

„Um unsere wertvolle Natur mit ihren einzigartigen Tier- und Pflanzenarten zu schützen, bedarf es der Anstrengung auf vielen Feldern“, appellierte Minister Hermann. „Eines davon ist die Schaffung einer sogenannten ‘Grünen Infrastruktur‘ damit Tiere und Pflanzen ausreichend große Lebensräume zur Verfügung haben. Straßen und andere Infrastrukturmaßnahmen zerschneiden Lebensräume. Durch den Bau von Grünbrücken und weiteren Querungsbauwerken verbinden wir diese Lebensräume wieder miteinander und ermöglichen es den Tieren zu wandern“, erläuterte der Minister.

Um sicherzustellen, dass die erforderlichen Querungshilfen an den richtigen Stellen gebaut werden, hat das Verkehrsministerium ein umfassendes Wiedervernetzungskonzept erarbeitet, das den Bedarf beleuchtet. „Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Die biologische Vielfalt geht weiter verloren, was uns jüngst mit dem Insektensterben besonders deutlich geworden ist. Diesem negativen Trend müssen wir entgegenwirken, indem wir Artenschutz flächendeckend gestalten und als Aufgabe aller Ministerien verstehen. Dazu gehört auch die Schaffung eines landesweiten Systems aus Querungshilfen, das es Wildtieren erlaubt, ihre Lebensräume hindernisfrei zu wechseln“, erklärte Verkehrsminister Hermann. „Dies trägt nicht nur zur Sicherung der biologischen Vielfalt, sondern auch zur Verkehrssicherheit bei, da Wildunfälle so vermieden werden können.“

Minister Hermann machte auch deutlich, dass die Straßenbauverwaltung auf vielfältige Weise zur Erhaltung und Stärkung der biologischen Vielfalt beiträgt. So werden zum Beispiel durch die Anlage von Blühflächen und nährstoffarmen Bereichen an Straßen sowie durch eine ökologische Pflege und Unterhaltung der straßenbegleitenden Gras- und Gehölzflächen, immerhin 27.000 Hektar Lebensräume für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg geschaffen. Darüber hinaus legt das Verkehrsministerium großen Wert auf eine möglichst flächensparende und naturverträgliche Straßenplanung. Die trotzdem unvermeidbaren negativen Folgen des Straßenbaus werden durch ökologisch hochwertige und oftmals großflächige Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen.

Weitere Informationen

In der dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft Baden-Württembergs ist es für Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von stark befahrenen Straßen. Dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tierarten bei.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Verkehrsministerium das Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen erarbeitet. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg erstellt. Es setzt sich aus den drei Projektbausteinen „Konfliktstellen auf Grundlage der Fachpläne des Landes“, „Amphibienwanderstrecken an Straßen“ und „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ zusammen.

Für jeden Baustein wurden Prioritätenlisten der wichtigsten Konfliktstellen/Wiedervernetzungsabschnitte erarbeitet. Die priorisierten Konfliktstellen werden nun sukzessive durch den Bau von Querungshilfen, vor allem Grünbrücken und Amphibienschutzanlagen, entschärft.

Die Grünbrücke an der A 8 östlich Merklingen ist die erste Maßnahme, die auf Basis des Landeskonzeptes Wiedervernetzung fertiggestellt wurde. Ihre Kosten belaufen sich auf 3,4 Millionen Euro. Eine Vielzahl weiterer Querungshilfen – in der Regel in Form von Grünbrücken – werden derzeit von den Regierungspräsidien geplant. Beispielhaft seien hier Planungen für Grünbrücken an der A 8 bei Remchingen und bei Wurmberg, an der A 6 bei Dielheim, an der B 31 bei Titisee und an der B 14 bei Nufringen genannt.

Verkehrsministerium: Bundesprogramm Wiedervernetzung

Der Bau von Grünbrücken ist nur eine der Aktivitäten des Verkehrsministeriums zur Erhaltung und Stärkung der biologischen Vielfalt. Weitere Maßnahmenschwerpunkte sind der flächensparende und umweltbewusste Straßenbau sowie die die ökologische Aufwertung des Begleitgrüns an Straßen.

Verkehrsministerium: Mensch und Umwelt

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