Polizei

Erfolgreiche Ermittlungen nach Ausschreitungen in Stuttgart

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Einheiten der Polizei stehen vor einem zerstörten Geschäft in der Königstraße. (Bild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)

In der Nacht zum 21. Juni 2020 war es in der Stuttgarter Innenstadt nach einer Polizeikontrolle zu Ausschreitungen gekommen. Die vom Polizeipräsidium Stuttgart eingerichtete Ermittlungsgruppe Eckensee hat sieben Wochen nach den Ausschreitungen insgesamt 72 Tatverdächtige ermittelt.

„Nach den Ausschreitungen am 21. Juni 2020 in Stuttgart zeigen wir nun, dass unser Rechtsstaat über eine hohe Schlagkraft verfügt. 72 ermittelte Tatverdächtige sind ein großer Erfolg. Mit der wirkungsvollen Arbeit der Ermittlungsbehörden senden wir die klare Botschaft aus: Wir kriegen euch! Niemand, der an diesen Krawallen und Plünderungen beteiligt war, kann sich in Sicherheit wiegen“, sagte der stellvertretenden Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl. In der Nacht zum 21. Juni 2020 war es in der Stuttgarter Innenstadt nach einer Polizeikontrolle zu Ausschreitungen gekommen.

Die beim Polizeipräsidium Stuttgart eingerichtete Ermittlungsgruppe Eckensee arbeitet nach wie vor auf Hochtouren. Auch sieben Wochen nach den Ausschreitungen werden weitere Straftäter identifiziert. Dabei nutzen die Ermittler das umfangreiche Beweismaterial, um weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Zum Beispiel wird mit der Hilfe von speziell geschulten Experten ein Wiedererkennen von Straftätern ermöglicht.

72 Tatverdächtige ermittelt

„Bislang konnten 72 Tatverdächtige ermittelt werden, bei drei davon wurde der Tatverdacht ausgeräumt. Insgesamt erwirkten die Ermittler im Verfahren 37 Haftbefehle, davon sind 22 Tatverdächtige immer noch in Haft. 47 der Tatverdächtigen waren bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Ich danke den Beamtinnen und Beamten, die diese Ermittlungen mit einem unglaublichen persönlichen Engagement vorantreiben und all jenen, die nach den schändlichen Übergriffen auf Polizei und Rettungskräfte hochmotiviert für unsere Sicherheit in der Landeshauptstadt einstehen“, so Innenminister Thomas Strobl weiter.

Um die Sicherheit in der Stuttgarter Innenstadt dauerhaft zu gewährleisten, hat die Polizei umgehend Maßnahmen ergriffen. Zum Beispiel führt das Polizeipräsidium Stuttgart seither in den Abend- und Nachtstunden der Wochenenden umfangreiche Kontrollen durch und zeigt Präsenz. Diese Maßnahmen haben bereits erste Erfolge gezeigt. „Aus polizeilicher Sicht ist zum Beispiel eine deutlich weniger angespannte Grundstimmung gegenüber der Polizei zu beobachten. Diese positive Tendenz gilt es nun weiter zu verstetigen“, erklärte Minister Thomas Strobl.

Präsenz- und Kontrollmaßnahmen der Polizei

Bilanz der polizeilichen Präsenz- und Kontrollmaßnahmen im Zeitraum vom 26. Juni bis 16. August 2020:

  • rund 2.460 Personenkontrollen
  • 615 kurzfristige Platzverweise
  • 225 festgestellte Straftaten (vor allem Körperverletzungsdelikte und Beleidigungen)

Insgesamt war das vergangene Wochenende aus polizeilicher Sicht wieder ein – gemessen am Besucheraufkommen – unauffälliges Wochenende.

„Mit einer konsequenten Strafverfolgung und klugen Einsatz- und Präventionsmaßnahmen sorgen wir für eine sichere Stadt. Natürlich geht das nicht ohne die Landeshauptstadt Stuttgart als starken Partner. Daher freue ich mich sehr, dass unser Angebot einer Sicherheitspartnerschaft angenommen wurde und wir auch hier erste Erfolge verbuchen können“, betonte Minister Thomas Strobl.

Einrichtung einer Projektgruppe

Um die unterschiedlichen Aktionsfelder dieser Partnerschaft voranzutreiben, hat das Polizeipräsidium Stuttgart eine Projektgruppe eingerichtet, in der die Themen „Integrierte Jugendarbeit“, „Sicherheit im öffentlichen Raum“ und „Gesellschaftliche Integration“ bearbeitet werden. Ein Teilprojekt ist dabei die Einrichtung einer offenen Videoüberwachung und eines Beleuchtungskonzeptes. Als erster Meilenstein ist die Finanzierung sowohl durch das Land Baden-Württemberg als auch durch die Landeshauptstadt Stuttgart durch entsprechende Beschlüsse gesichert.

„Baden-Württemberg ist eines der sichersten Bundesländer. Das kommt nicht von ungefähr. Wir gehen Probleme gemeinsam an und kommen so zum Ziel. Und unser Ziel ist hier nicht nur die nachhaltige Sicherheit in unseren Städten – wir wollen auch denjenigen, die unsere Werte und Regeln mit Füßen treten, das klare und unmissverständliche Signal geben: Mit uns nicht!“, so Innenminister Thomas Strobl.

Konsequenzen aus den Ausschreitungen in Stuttgart

Dank an Einsatzkräfte nach Ausschreitungen von Stuttgart

Weitere Meldungen

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 in Stuttgart verliehen

Landgericht Ulm
Justiz

Richterin aus Baden-Württemberg zur Bundesrichterin gewählt

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Bevölkerungsschutztag 2026
Bevölkerungsschutz

Land richtet bundesweiten Bevölkerungsschutztag aus

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

von links nach rechts: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts Sintje Leßner, Lukas Wörner, Dr. Fabian Haller, Paul Schwarz, stellvertretende Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes Dr. Cornelia Iffland
Justiz

Examensfeier 2026 zum Zweiten juristischen Staatsexamen

Ein Neubaugebiet von Weissach
Grundsteuer

Baden-württembergisches Grundsteuermodell bestätigt

Von links nach rechts: Staatssekretär im Ministerium der Justiz und für Migration Siegfried Lorek, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt, Ministerialdirektorin Gerda Windey
Justiz

Gerda Windey ist neue Ministerialdirektorin

SEK Baden-Württemberg
Polizei

50 Jahre Spezialeinsatz­kommando Baden-Württemberg

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leiterin der JVA Mannheim Annette Hügle, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Leiter der Abteilung Justizvollzug Martin Finckh
Justiz

Neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Mannheim

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mosbach Holger Schmitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Mosbach

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Präsident des Landgerichts Stuttgart Till Jakob, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Vizepräsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Christoph Haiß
Justiz

Neuer Präsident des Landgerichts Stuttgart

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat