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Wirtschaft 4.0
  • 10.07.2017

Digitalisierungsoffensive mit vielfältigen Angeboten für die Unternehmen im Land

  • Screenshot der neuen Webseite „Wirtschaft digital Baden-Württemberg“ (Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg)

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hat die Details der ersten beschlossenen Projekte der Digitalisierungsoffensive vorgestellt. Teil des Maßnahmenpakets sind die Schaffung von regionalen Digitalisierungszentren, die neue Digitalisierungsprämie, der neue Innovationsgutschein, ein Ideenwettbewerb zur Förderung des Technologie- und Wissenstransfers sowie ein neues Internetportal.

Im Mai hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau gemeinsam mit über 20 Partnern die branchenübergreifende Digitalisierungsoffensive „Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg“ gestartet. Am Montag, den 10. Juli, stellte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut dazu die Details der ersten beschlossenen Projekte offiziell vor.

„Wir wollen Baden-Württemberg national und international als Premium-Standort der digitalen Wirtschaft positionieren. Das wird uns nur gelingen, wenn wir unsere Unternehmen umfassend auf dem Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft unterstützen. Mit unseren Projekten schaffen wir für die Unternehmen im Land ein umfassendes Förderangebot zur Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben im Umfang von 5.000 bis zu fünf Millionen Euro“, hob Hofmeister-Kraut hervor. „Wir gehen damit neue Wege in der Digitalisierungsförderung der Wirtschaft.“

Teil des Maßnahmenpakets sind die Schaffung von regionalen Digitalisierungszentren („Digital Hubs“), die neue Digitalisierungsprämie, der neue Innovationsgutschein „Hightech Digital“, ein Ideenwettbewerb zur Förderung des Technologie- und Wissenstransfers sowie ein neues Internetportal.

„Baden-Württemberg soll führende Innovationsregion Europas bleiben. Die Digitalisierung gibt uns dafür entscheidende Mittel in die Hand. Ich ermuntere daher ausdrücklich Unternehmen, Kommunen, Kammern, Forschungseinrichtungen und alle angesprochenen Zielgruppen, von diesen Förderangeboten Gebrauch zu machen. Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren gemeinsam große Fortschritte bei der Digitalisierung der Wirtschaft erreichen können“, betonte Hoffmeister-Kraut.

Regionale Digitalisierungszentren

Die regionalen Digital Hubs sollen Drehscheiben für digitale Innovationen und die digitale Transformation in den Regionen Baden-Württembergs sein, hob die Ministerin hervor. Die Digitalisierung sei insbesondere auch eine Frage der zukünftigen Geschäftsmodelle der Unternehmen im Land. Zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle biete die Zusammenarbeit von bestehenden Unternehmen und Start-ups großes Potential. Die regionalen Digital Hubs seien daher als Ideen-, Experimentier- und Kollaborationsräume zu verstehen, in denen unterschiedlichste Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinandertreffen.

Durch Kooperation, Vernetzung und Austausch sollen digitale Innovationen in der gesamten Fläche des Landes vorangebracht werden. Darüber hinaus sollen die regionalen Digital Hubs kleine und mittelständische Unternehmen beim Einstieg in Digitalisierungsvorhaben unterstützen, indem sie regional als erste Anlaufstelle für Fragen und Anliegen zur Digitalisierung der Wirtschaft fungieren. Träger eines regionalen Digital Hubs solle ein Konsortium sein, an dem sich unter anderem Städte, Landkreise und Gemeinden, Kammern, Verbände, Hochschulen, Unternehmen und Start-ups beteiligen können. Im Rahmen eines zweistufigen Auswahlverfahrens sollen zunächst bis November 2017 Projektskizzen eingereicht werden, die von einer Jury bewertet werden. Die ausgewählten Konsortien sollen dann konkretisierte Anträge ausarbeiten. Der Fördersatz beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bei einer Projektlaufzeit von drei Jahren. Die maximale Fördersumme je Hub beträgt eine Million Euro für den Dreijahreszeitraum. Insgesamt stehen vier Millionen Euro zur Förderung der Hubs zur Verfügung.

Die regionalen Digital Hubs seien komplementär zu den Digital Hubs des Bundes unter der Dachmarke de:hub konzipiert. Hoffmeister-Kraut: „Wir brauchen Leuchttürme mit internationaler Strahlkraft, wie die vom Bund prämierten de:hubs, die sich bei uns in Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim befinden. Wir brauchen aber auch regionale Digital Hubs, die als regionale Leuchttürme den Mittelstand in den Regionen des Landes bei der Digitalisierung nachdrücklich unterstützen.“

Vom 17. bis 21. Juli 2017 finden in Reutlingen, Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart jeweils regionale Informationsveranstaltungen statt, in denen alle Interessierten über die Zielsetzung und möglichen Angebote von regionalen Digital Hubs sowie über die Förderbedingungen und das Förderverfahren informiert werden.

Digitalisierungsprämie zur Umsetzung konkreter Maßnahmen

Das Wirtschaftsministerium unterstütze den Digitalisierungsprozess in den Unternehmen bereits jetzt schon auf vielfältige Weise, von der Sensibilisierung über Information und Beratung bis hin zum Wissenstransfer. „Wir müssen den Unternehmen aber auch bei der Umsetzung konkreter Digitalisierungsmaßnahmen unter die Arme greifen. Diesem Zweck dient die Digitalisierungsprämie, die wir jetzt modellhaft erproben“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Viele Unternehmen im Land hätten die Bedeutung der Digitalisierung erkannt, täten sich jedoch schwer mit der konkreten Umsetzung im eigenen Betrieb. Hier setze die Digitalisierungsprämie an, mit deren Hilfe mittelständische Unternehmen mit maximal 100 Beschäftigten auf möglichst unbürokratische Weise bei konkreten Umsetzungsschritten der Digitalisierung im Unternehmen unterstützt würden. Konkret gefördert würden Anschaffungen von IKT-Hard- und Software zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Betriebsprozessen sowie zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Ganz wichtig sei, dass auch die zur Projektumsetzung notwendige Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefördert werde.

Die Erprobung der Digitalisierungsprämie unterstützt das Wirtschaftsministerium mit 2,2 Millionen Euro. Die Förderung beträgt 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 10.000 Euro. Vorhaben mit Ausgaben von weniger als 5.000 und von mehr als 100.000 Euro werden nicht gefördert.

Mit der Digitalisierungsprämie sowie der am 1. Juli gestarteten „Innovationsfinanzierung 4.0“ der L-Bank gebe es im Land nunmehr ein umfassendes Förderangebot zur Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben im Umfang von 5.000 bis zu fünf Millionen Euro.

Innovationsgutschein „Hightech digital“

Ergänzt werde diese Förderung durch den Innovationsgutschein Hightech Digital, mit dem anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Unternehmen im Zusammenhang mit digitalen Produkten und Dienstleistungen mit einem Zuschuss von bis zu 20.000 Euro unterstützt werden könnten.

Ideenwettbewerb zur Förderung des Technologie- und Wissenstransfers

Gestartet ist ab sofort zudem ein Ideenwettbewerb zum Technologie- und Wissenstransfer. Dieser soll dazu beitragen, das Wissen insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen über intelligente, digital vernetzte Systeme sowie digitale Arbeits- und Geschäftsprozesse oder Geschäftsmodelle zu stärken und sie auf diese Weise zu unterstützen, Digitalisierungsvorhaben in ihren Betrieben möglichst rasch umzusetzen. Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Die digitale Entwicklung erfasst Geschäfts- und Arbeitsprozesse in einem bislang nicht bekannten Ausmaß und Tempo. Time-to-Market ist daher gerade auch im digitalen Zeitalter der Schlüssel für Markterfolge.“ Gefördert würden innovative Transferprojekte im Themenfeld Digitalisierung der Wirtschaft – etwa die Entwicklung und Erprobung innovativer Veranstaltungsformate, die Entwicklung und Umsetzung internetbasierter Transferansätze oder Validierungsprojekte zur Erschließung neuer Anwendungsbereiche und zur Skizzierung neuer Geschäftsmodelle.

Antragsberechtigt sind unter anderem Forschungseinrichtungen, Technologietransfereinrichtungen, Kammern und Wirtschaftsverbände. Die Förderung beträgt 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, höchstens jedoch 400.000 Euro pro Vorhaben. Im Rahmen eines zweistufigen Auswahlverfahrens können zunächst bis zum Oktober 2017 Projektskizzen eingereicht werden. Nach Auswahl der förderwürdigen Projektskizzen durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sollen innerhalb von sechs Wochen konkretisierte Anträge ausgearbeitet werden.

Neues Internetportal „Wirtschaft digital Baden-Württemberg“

Mit Start der neuen Förderprogramme geht auch das neue Portal „Wirtschaft Digital Baden-Württemberg“ online. Das Internetportal soll als Service-Angebot für Unternehmen und Beschäftigte die Transparenz vorhandener Unterstützungsangebote für verschiedene Branchen und verschiedene Anliegen erhöhen. Es dient dazu, den Unternehmen zielgerichtet Informationen zur Verfügung zu stellen, beispielsweise zu Ansprechpartnern und aktuellen Veranstaltungen, und Best-Practice-Beispiele aufzuzeigen. Zielgruppe sind in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen aus allen Branchen. Erreicht werden sollen insbesondere diejenigen, die bisher wenig Berührung mit dem Thema Digitalisierung haben. Der Einstieg in das Portal soll über verschiedene Wege ermöglicht werden: über die Zielgruppe, anwendungsbezogen, lösungs- oder prozessorientiert. Das Portal ist anbieterneutral und wird kontinuierlich mit Unterstützung der Content-Partner ausgebaut.

„Wenn die Digitalisierung in der gesamten Fläche des Landes vorankommt und gerade auch der Mittelstand die Chancen der Digitalisierung für sich nutzt, werden wir auch in Zukunft eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen der Welt bleiben“, so Ministerin Hoffmeister-Kraut abschließend.

Wirtschaft digital Baden-Württemberg


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Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Neuen Schloss in Stuttgart (Quelle: Landesmedienzentrum)

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

Schlossplatz 4
70173 Stuttgart

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Porträt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

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Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau (Bild: © dpa)

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