Verbraucherschutz

Projekt zum Verbraucherschutz in einfacher Sprache

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Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Das bundesweite Leuchtturmprojekt „einfach.für.alle – Verbraucherschutz in einfacher Sprache“ zu inklusivem Verbraucherschutz ist abgeschlossen. Als Ergebnis des Projekts wird Informationsmaterial zur Alltagskompetenz in einfacher Sprache veröffentlicht.

„Wir wollen allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes unabhängig von ihrer Bildungsgeschichte ermöglichen, Bildungsangebote zu ihren Verbraucherrechten wahrzunehmen. Wir alle kennen die Herausforderungen mit Verträgen, Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) oder Informationen, die so kompliziert geschrieben sind, dass es schwierig ist, sie zu verstehen. Gerade im Verbraucherschutz ist es von zentraler Bedeutung, dass alle – unabhängig ihres Bildungsniveaus oder ihrer Sprachkenntnisse – Zugang zu diesen wichtigen Informationen bekommen. Eine niederschwellige Möglichkeit hierfür ist die Übersetzung komplexer Texte in Einfache Sprache. So ermöglichen wir es allen Menschen, selbstständig und vor allem selbstbewusster Entscheidungen zu treffen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 29. August 2024 anlässlich des Abschlusses des ersten Projektjahres des bundesweit Beachtung findenden Projekts „einfach.für.alle – Verbraucherschutz in einfacher Sprache“ in Kooperation mit der Technischen Akademie Schwäbisch Gmünd.

In dem einjährigen Projekt wurden über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Grundbildungskursen befragt, welche verbraucherrechtlichen Themen für sie besonders relevant sind. Online-Shopping und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten, Rechte und Gefahren wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als besonders relevant identifiziert. Die Technische Akademie hat daraufhin mit dem Team Verbraucherbildung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Informationsmaterialien und Schulungsmodule rund um das Thema Online-Shopping in Einfache Sprache übersetzt. Geprüft wurden die Inhalte von der Verbraucherzentrale sowie den Menschen in den Grundbildungskursen. So wurde sichergestellt, dass die Informationen nicht nur rechtssicher, sondern auch für die Zielgruppe verständlich sind.

Die Technische Akademie Schwäbisch Gmünd ist seit 2012 im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung Erwachsener aktiv. Durch das gemeinsame Projekt konnte nun auch das Thema Verbraucherschutz in die Grundbildungsarbeit im Land integriert werden: „Verbraucherschutz geht uns alle etwas an. Uns war es deshalb wichtig zu helfen und gemeinsam mit dem Ministerium und der Verbraucherzentrale dieses beispielhafte Projekt umzusetzen. Diese neue Kooperation zeigt auch, dass Grundbildung und Einfache Sprache längst nicht mehr nur ein gesellschaftliches und politisches Randthema sein darf, sondern viele Menschen davon profitieren können“, so Michael Nanz, Geschäftsführer der Technischen Akademie Schwäbisch Gmünd.

17 Millionen Menschen können profitieren

Allein in Deutschland gibt es 6,2 Millionen Menschen, die nicht ausreichend literalisiert sind. Das heißt, sie haben Schwierigkeiten damit, längere Texte zu schreiben oder zu verstehen. In Baden-Württemberg sind es etwa 750.000 Menschen. Darüber hinaus gibt es in Deutschland etwa 17 Millionen Menschen, die von Einfacher Sprache profitieren. Darunter auch Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Grundbildungsbedarf oder auch diejenigen, die Deutsch nicht als Erstsprache sprechen.

Die im Projekt entwickelten Materialien werden ab September auf der digitalen Grundbildungsplattform des Landes Baden-Württemberg DIGIalpha sowie in den Außenstellen der Verbraucherzentralen kostenlos zur Verfügung stehen. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat das Projekt mit einer Laufzeit von einem Jahr (September 2023 bis August 2024) mit 75.155 Euro gefördert.

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