Radverkehr

Auf dem Weg zum Pedelec-Land

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Das Land will den Radverkehr weiter stärken. Die Infrastruktur für Radfahrer soll weiter ausgebaut werden, jährlich sollen 5.000 neue Bike+Ride-Stellplätze entstehen. Beim RadKONGRESS in Kornwestheim hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel gefordert.

„Auf dem Weg zum Pedelec-Land“ – unter diesem Motto stand der RadKONGRESS Baden-Württemberg, auf dem in Kornwestheim Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft und der Wirtschaft mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel gefordert hat. Kretschmann sagte: „Für eine klima- und umweltfreundliche Mobilität spielt der Radverkehr eine entscheidende Rolle. Wenn wir bis 2030 die Verkehrswende bei uns in Baden-Württemberg schaffen wollen, müssen wir den Radverkehr voranbringen. Die ersten Meilensteine sind mit der RadSTRATEGIE, dem RadNETZ und der RadKULTUR gesetzt. Nun heißt es dran bleiben, weshalb die Landesregierung weiterhin kräftig in den Radverkehr investiert und allen voran seine Kommunen in ihrem Engagement, die Radinfrastruktur weiter auszubauen und zu stärken, unterstützt.“

Für den Gastgeber des Kongresses, Verkehrsminister Winfried Hermann, ist der Radverkehr bedeutend, um die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen, die Belastungen der Menschen durch schlechte Luft und Lärm zu reduzieren und um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Verkehrswende hin zu einer klimafreundlichen Mobilität

Hermann bekräftigte das Ziel der Landesregierung: „Wir wollen die Verkehrswende hin zu einer klimafreundlichen Mobilität schaffen. Bis 2030 soll jeder zweite Weg in Baden-Württemberg selbstaktiv mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Den Autoverkehr in Städten wollen wir um ein Drittel reduzieren. Ein enormes Potential für die Verkehrswende sehe ich in E-Bikes und Pedelecs, die sich rasant verbreiten. Was bisher mit dem Fahrrad nicht möglich schien, weil zu weit, zu steil oder zu anstrengend, wird mittlerweile von vielen Menschen als alltagstaugliche und angenehme Form der Mobilität entdeckt.“

Hermann unterstrich die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur weiter so umzubauen, dass sie den Zuwachs an Radverkehr aufnehmen kann und gleichzeitig verkehrssicher ist. „Wir haben schon vieles angestoßen, mit Erfolg! Wir arbeiten seit Jahren mit Hochdruck daran, die Lücken im Landesradnetz zu schließen und die Radwege zu ertüchtigen. Trotzdem bleibt noch eine Menge zu tun.“

Fahrräder sicher abstellen – Leitfaden des Landes veröffentlicht

Minister Hermann bekräftigte weiterhin das Ziel Baden-Württembergs, jährlich 5.000 neue Bike+Ride-Stellplätze zu bauen und verwies auf die Unterstützung durch das Land. Kommunen in Baden-Württemberg können finanzielle Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur nach dem Landesgemeindeverkehrs-finanzierungsgesetz (LGVFG) erhalten.

Bike+Ride-Anlagen sind sichere, witterungsgeschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Halte­stellen und Bahnhöfen. Da die Menschen zunehmend die für sie persönlich passenden Verkehrsmittel nach Bedarf miteinander kombinieren, müssen die Verknüpfungspunkte der Verkehrsmittel optimiert und ausgebaut werden. Die einfachste und wichtigste Form dieser Verknüpfung sind Bike+Ride-Anla­gen.

Ein vom Land vorgestellter Praxisleitfaden für Bike+Ride soll den Kommunen und Verkehrsverbünden bei der Planung und Umsetzung helfen. Hermann sagte: „Egal ob einfache Fahrradbügel an Bushaltestellen oder vollautomatische Fahrradparkhäuser und Radstationen an Bahnhöfen: Vor dem Hintergrund steigender Radverkehrsanteile und teurer werdender Fahrräder und Pedelecs sind sichere Abstellmöglichkeiten unverzichtbar. Mit dem Praxisleitfaden erhalten die Kommunen und Verkehrsverbünde eine konkrete Hilfestellung, um ihren Bedarf abzuschätzen und die qualitativen Anforderungen der unterschiedlichen Anlagentypen einzuschätzen.“

Minister Hermann verleiht Landespreis „Neue Wege schaffen“

Mit dem Landespreis „Neue Wege schaffen“ würdigte Verkehrsminister Hermann das Engagement des Landkreises Böblingen beim Radschnellweg Sindelfingen/Böblingen-Stuttgart, der Stadt Mannheim bei ihrem Projekt Bismarckstraße sowie der Stadt Neckartenzlingen für die neue Fahrradbrücke. Hermann sagte: „Wir möchten die Kommunen, die sich für den Ausbau der Radinfrastruktur engagieren und Projekte mit Vorbildcharakter verwirklicht haben, danken. Projekte, die mehr Radverkehr in Städten ermöglichen, die Radverkehrssicherheit in den Blick nehmen und den Menschen zu mehr Lebensqualität in den Städten verhelfen, verdienen landesweite Aufmerksamkeit.“

Alle kommunalen Projekte wurden vom Land nach dem LGVFG finanziell gefördert. Hermann betonte, dass mit der aktuellen Novellierung des LGVFG eine Förderung von Radverkehrsvorhaben für Kommunen noch leichter möglich wird. Der Verkehrsminister motivierte die Kommunen, möglichst viele Projekte bei den Regierungspräsidien zur Förderung anzumelden.

Stellvertretend für alle Regierungspräsidien im Land erhielt das Regierungspräsidium Stuttgart einen Sonderpreis. Damit ehrte Minister Hermann das Engagement der Behörden bei der Planung und dem Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen. Minister Hermann nannte stellvertretend für alle Projekte die Körschtalbrücke zwischen Esslingen und Fildern, die bereits im Dezember 2018 für den Radverkehr offiziell freigegeben wurde.

Radschnellwege, lückenloses Radwegenetz, Radverkehrssicherheit

Mit Andreas Rohl vom dänischen Architekturbüro Gehl architects aus Kopenhagen diskutierten die Beteiligten, welche Rolle Fahrrad und Pedelec heute schon spielen und welche positiven Effekte für Stadt und Land damit verbunden sind. Am Nachmittag des Kongresses wurden in Workshops Aspekte wie Radschnellverbindungen, lückenlose Radverkehrsnetze, Pedelecs in der City-Logistik, Radverkehrssicherheit, Kommunikation und Fahrradtourismus thematisiert.

Informationsportal zur Radverkehrsförderung: RadKONGRESS

Informationsportal zur Radverkehrsförderung: Landespreis Radinfrastruktur

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