Naturschutz

Artenrückgang in kleineren Gewässern

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Umweltminister Franz Untersteller hat darauf hingewiesen, dass Landwirte und Obstbauern eine besondere Verantwortung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen. Stichprobenartige Untersuchungen in der Bodenseeregion zeigen einen Artenrückgang in kleineren Gewässern. Ein Zusammenhang mit Pestiziden in Landwirtschaft und Obstanbau ist wahrscheinlich.

Umweltminister Franz Untersteller hat darauf hingewiesen, dass Landwirte und Obstbauern eine besondere Verantwortung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen. Es sei absolut unverzichtbar, dass Pestizide nur mit größter Umsicht und unter Beachtung aller Regeln und Vorschriften eingesetzt würden, sagte Untersteller. Dabei gehe es sowohl um gesetzliche Vorschriften, als auch um Gebrauchshinweise beim Einsatz bestimmter Mittel.

„Pestizide bedrohen Kleinst-Lebewesen, wir müssen davon ausgehen, dass sie sowohl für den dramatischen Rückgang der Insektenpopulationen als auch für den Rückgang der Artenvielfalt im Wasser verantwortlich sind.“ Der Umweltminister bezog sich dabei ausdrücklich auf Untersuchungen in kleinen Gewässern der Bodenseeregion, wonach es zumindest ortsweise alarmierende Einbrüche bei der Artenvielfalt gegeben hat. „Ein Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden im Obstanbau kann nicht nur nicht ausgeschlossen werden, sondern ist meiner Kenntnis nach wahrscheinlich“, so Untersteller.

Gewässer besser vor Pestizideinträgen schützen

Der Umweltminister erinnerte daran, dass er wegen des Pestizidrisikos und zum Schutz der Gewässer 2014 die Regelungen zum Gewässerrandstreifen im Wassergesetz ausgeweitet habe: „Im Gewässerrandstreifen ist der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten. Und je breiter die Pufferzone zwischen Gewässer und Anbaufläche desto kleiner ist die Gefahr, dass Pestizide ins Wasser gelangen. Die Messergebnisse in der Bodenseeregion zeigen, dass es richtig war, seinerzeit die Vorschriften zu verschärfen. Wir müssen allerdings auch sicherstellen, dass sie ohne Einschränkung eingehalten werden.“

In der Bodenseeregion, sagte der Umweltminister abschließend, werde jetzt eingehend geprüft, ob es Versäumnisse gegeben habe und wie die Gewässer künftig besser vor Pestizideinträgen geschützt werden könnten. Eine Überlegung sei, die Spritztechnik beim Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln so zu verbessern, dass die Gifte nicht vom Wind ins Gewässer transportiert werden könnten.

Untersteller kündigte auch an, auf den für die Landwirtschaft zuständigen Minister, Peter Hauk, zuzugehen, mit dem Ziel, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, um den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden in die Umwelt zu reduzieren.

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Ziel bereits vorab erreicht

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Wolfsmanagement

Auffälliger Wolf im Nordschwarzwald soll entnommen werden

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Bewerbungsstart für „Spitze auf dem Land!“

Mittelständischer Betrieb in Baden-Württemberg bei der Taschenherstellung aus alten PET-Flaschen (Symbolbild, © dpa)
Wirtschaft

Landtag beschließt neugefasste Mittelstandsförderung

Ein Krebsforscher arbeitet in einem Labor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg mit einer Pipette. (Bild: picture alliance/picture alliance / dpa)
Gesundheitsschutz

PFOA-Belastung bei Einwohnern im Landkreis Rastatt sinkt weiter

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Holzbau

Aktualisierte Holzbau-Richtlinie stärkt Klimaschutz und Wirtschaft

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. Februar 2026

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Naturschutz

5,9 Millionen Euro für Naturschutzprojekte

Ein Altbau ist aufgrund einer Sanierung eingerüstet
Klimaschutz

Land baut Förderung für Sanie­rung kommunaler Gebäude aus

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mobilität

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Nest der Asiatischen Hornisse
Landwirtschaft

Nestentfernung von Asiatischer Hornisse wird weiter gefördert

Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Wirtschaft

Einigung der EU mit Indien auf ein Freihandelsabkommen

Herr Peter S. Krause, Frau Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Frau Barbara Resch bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung
Wirtschaft

Agenda für eine starke Metall- und Elektroindustrie im Land

Spatenstich Elefantenwelt Wilhelma Visualisierung Innenbereich
Vermögen und Bau

Spatenstich für die neue Elefantenwelt in der Wilhelma