Frühkindliche Bildung

Frühkindliche Bildung

Auf den Anfang kommt es an

  • Kleinkind auf Rutsche

Auf den Anfang kommt es an. Denn nie wieder lernen wir so viel und so schnell wie in den ersten Jahren unseres Lebens. Wir verbessern deshalb die frühkindliche Bildung und fördern den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen.

Gerade die frühen Lebensjahre haben einen großen Einfluss auf die persönliche und soziale Entwicklung eines Kindes. Jedes Kind muss darum die Möglichkeit bekommen, seine Potentiale zu entfalten und sich optimal zu entwickeln. Neben den Familien sind unsere Kindertageseinrichtungen die wichtigsten Orte, um die Entwicklung jedes Kindes zu begleiten und zu unterstützen.

In den vergangenen sieben Jahren hat die Landesregierung die Investitionen in die frühkindliche Bildung massiv erhöht. Damit hat sie die Städte und Gemeinden bei der Schaffung ausreichender und qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze unterstützt. Auch in den kommenden Jahren wollen wir die frühkindliche Bildung qualitativ weiterentwickeln und ausbauen.

Der Personalschlüssel ist ein wichtiger Faktor zur Sicherung der Qualität in der frühkindlichen Bildung. Baden-Württemberg hat nach dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2017 bundesweit den besten Personalschlüssel in Krippe und Kita.

Die Kinder in den Mittelpunkt stellen

Bei der frühkindlichen Bildung stehen das Wohl und die Entwicklung unserer Kinder im Mittelpunkt. Daran orientiert sich die Politik der Landesregierung auch in den kommenden Jahren. Wir wollen die verschiedenen Betreuungsangebote, gemessen am Bedarf, weiter ausbauen und die Qualität der frühkindlichen Bildung und Erziehung stetig verbessern.

Dabei hat die Einbeziehung der Eltern im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft eine besondere Bedeutung. Die Kitas fördern die persönliche und soziale Entwicklung der Kinder und vermitteln ihnen altersgerechtes Wissen. 

Sprachförderung ab dem ersten Kindergartenjahr

„Wir brauchen Sprache um uns zu verständigen, um Dinge zu benennen, um Gedanken zu klären und auszutauschen, um Erfahrungen und Gefühle mitzuteilen und um uns Wissen anzueignen und weiter zu geben“, so heißt es im Orientierungsplan für baden-württembergische Kindertageseinrichtungen. Denn Sprache ist der Schlüssel für Bildungsbeteiligung und gesellschaftliche Teilhabe. Kontinuierliche Sprachbildung, Begleitung des Spracherwerbs und konsequente Sprachförderung von Anfang an sind wichtige Aufgabenbereiche der Kindertageseinrichtungen.

Haben Kinder darüber hinaus weiteren Sprachförderbedarf, können sie über die gesamte Kindergartenzeit eine zusätzliche Sprachförderung erhalten. Dafür stellte das Land zusätzliche Mittel von rund 27 Millionen Euro im Kindergartenjahr 2016/2017 zur Verfügung. Die ermöglichen es den Kindertageseinrichtungen, Sprachförderkräfte als Ergänzung zum bestehenden Personal einzustellen. Damit die Sprachförderung so früh wie möglich beginnt, können seit dem Kindergartenjahr 2015/2016 auch Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und sieben Monaten bei Bedarf Sprachförderung erhalten.

Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Grundschule

Die gelingende Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen ist ein wichtiges pädagogisches Anliegen. Die Gestaltung des Übergangs wird dabei vor Ort gemeinsam entwickelt.

Im „Bildungshaus 3-10“ kooperieren Grundschulen besonders eng mit den zugehörigen Kindertageseinrichtungen. Lehrkräfte der Schule und pädagogische Fachkräfte des Kindergartens führen an landesweit 186 Standorten auf der Grundlage des Orientierungsplans der Kindergärten und des Bildungsplans der Grundschulen gemeinsam Spiel- und Lernangebote für institutions- und jahrgangsübergreifende Gruppen durch.

Kinder- und Familienzentren

Das Land fördert Kindertageseinrichtungen, die sich zu Kinder- und Familienzentren weiterentwickeln möchten. Es soll landesweit ein flächendeckendes Angebot an Kinder- und Familienzentren entstehen.

Basis der Kinder- und Familienzentren sind die Kindertageseinrichtungen. Sie sind wichtige und vertraute Orte, die den geeigneten Rahmen bilden, um Bildung, Erziehung und Betreuung mit niederschwelligen, familienorientierten Angeboten zusammenzuführen. Sie bilden den Mittelpunkt eines Unterstützungsnetzwerks aus Begegnung, Beratung, Bildung und Begleitung. Ziel ist die Stärkung der Familien, um die Chancen der Kinder auf eine gute Bildung zu erhöhen.

Sonderpädagogische Angebote für Kinder

Für Kinder mit Entwicklungsstörungen und Behinderung stehen die Angebote der sonderpädagogischen Frühförderung zu Verfügung. Es geht darum, Entwicklungsstörungen früh zu erkennen, dem Kind geeignete Förderangebote zu machen und ihre Eltern zu beraten. Wenn Eltern dies wünschen, können auch Kindertageseinrichtungen Kinder mit Behinderungen unterstützen. Das Ziel ist eine bestmögliche Entwicklung des Kindes.

Kinder mit besonders hohem Förder- und Unterstützungsbedarfs können auf Wunsch der Eltern einen Schulkindergarten besuchen. Schulkindergärten sind schulvorbereitende Einrichtungen.

Qualität bei der Ausbildung und im Beruf

Wir haben in Baden-Württemberg engagierte und qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher. Eine gute Kinderbetreuung steht und fällt mit gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen.

Für die Landesregierung ist eine gute Personalausstattung die Grundlage für die Qualität der frühkindlichen Bildung. Wir wollen die Rahmenbedingungen weiter so gestalten, dass die Erzieherinnen und Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte mehr Zeit für die Kinder zur Verfügung haben.

Dafür brauchen wir weitere Fachkräfte in unseren Kindertagesstätten. Neben der tradierten Form der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung hat sich das Modell der praxisintegrierten Ausbildung zur Steigerung der Absolventenzahlen bewährt.


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