Frühkindliche Bildung

Auf den Anfang kommt es an

Kleinkind auf Rutsche

Auf den Anfang kommt es an. Denn nie wieder lernen wir so viel und so schnell wie in den ersten Lebensjahren. Wir verbessern deshalb die frühkindliche Bildung und fördern den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen.

Gerade die frühen Lebensjahre haben einen großen Einfluss auf die persönliche und soziale Entwicklung eines Kindes. Jedes Kind muss deshalb die Möglichkeit bekommen, seine Potentiale zu entfalten und sich optimal zu entwickeln. Neben den Familien sind unsere Kindertageseinrichtungen die wichtigsten Orte, um die Entwicklung jedes Kindes zu begleiten und zu unterstützen.

In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung die Investitionen in die frühkindliche Bildung massiv erhöht. Damit hat sie die Städte und Gemeinden bei der Schaffung ausreichender und qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze unterstützt. Auch in den kommenden Jahren entwickeln wir die frühkindliche Bildung qualitativ weiter und bauen sie aus. Im Pakt für gute Bildung und Betreuung haben wir mit den kommunalen Landesverbänden zahlreiche Maßnahmen vereinbart, um die frühkindliche Bildung weiter zu verbessern. Dazu zählen unter anderem eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte, die Stärkung der Inklusion, eine verlässliche sprachliche und elementare Förderung und die Intensivierung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Hierfür stellen wir bis zum Endausbau 2024 rund 80 Millionen Euro jährlich zusätzlich zur Verfügung.

Die Kinder in den Mittelpunkt stellen

Bei der frühkindlichen Bildung stehen das Wohl und die Entwicklung unserer Kinder im Mittelpunkt. Daran orientiert sich die Politik der Landesregierung. Wir bauen die verschiedenen Betreuungsangebote, gemessen am Bedarf, weiter aus und verbessern stetig die Qualität der frühkindlichen Bildung und Erziehung.

Dabei hat die Einbeziehung der Eltern im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft besondere Bedeutung. Die Kitas fördern die persönliche und soziale Entwicklung der Kinder und vermitteln ihnen altersgerechtes Wissen.

Sprachförderung ab dem ersten Kindergartenjahr

„Wir brauchen Sprache um uns zu verständigen, um Dinge zu benennen, um Gedanken zu klären und auszutauschen, um Erfahrungen und Gefühle mitzuteilen und um uns Wissen anzueignen und weiter zu geben“, so heißt es im Orientierungsplan für baden-württembergische Kindertageseinrichtungen. Denn Sprache ist der Schlüssel für Bildungsbeteiligung und gesellschaftliche Teilhabe. Kontinuierliche Sprachbildung, Begleitung des Spracherwerbs und konsequente Sprachförderung von Anfang an sind wichtige Aufgabenbereiche der Kindertageseinrichtungen.

Haben Kinder darüber hinaus weiteren Sprachförderbedarf, können sie über die gesamte Kindergartenzeit eine intensive Sprachförderung erhalten. Wir stellen die Mittel zu Verfügung, damit Kindertageseinrichtungen Sprachförderkräfte als Ergänzung zum bestehenden Personal einstellen können. Damit die Sprachförderung so früh wie möglich beginnt, können im Rahmen der Gesamtkonzeption „Kompetenzen verlässlich voranbringen“ (Kolibri) Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und sieben Monaten bei festgestelltem Bedarf Sprachförderung erhalten.

Sonderpädagogische Angebote für Kinder

Für Kinder mit Entwicklungsstörungen und Behinderung stellt das Land die Angebote der sonderpädagogischen Frühförderung zu Verfügung. Es geht darum, Entwicklungsstörungen früh zu erkennen, dem Kind geeignete Förderangebote zu machen und ihre Eltern zu beraten. Wenn Eltern dies wünschen, kann sonderpädagogische Frühförderung auch Kinder mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen unterstützen. Das Ziel ist eine bestmögliche Entwicklung und Teilhabe des Kindes.

Kinder mit einem durch die Schulverwaltung bestätigten besonders hohen sonderpädagogischen Förder- und Unterstützungsbedarf können auf Wunsch ihrer Eltern einen Schulkindergarten für Kinder mit Behinderung besuchen. Schulkindergärten sind schulvorbereitende Einrichtungen.

Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen  und Grundschulen

Die gelingende Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen ist ein wichtiges pädagogisches Anliegen. Die Gestaltung des Übergangs wird dabei vor Ort gemeinsam entwickelt.

Im „Bildungshaus 3-10“ kooperieren Grundschulen besonders eng mit den zugehörigen Kindertageseinrichtungen. Lehrkräfte der Schule und pädagogische Fachkräfte des Kindergartens führen an landesweit 186 Standorten auf der Grundlage des Orientierungsplans der Kindergärten und des Bildungsplans der Grundschulen gemeinsam Spiel- und Lernangebote für institutions- und jahrgangsübergreifende Gruppen durch.

Kinder- und Familienzentren

Das Land fördert Kindertageseinrichtungen, die sich zu Kinder- und Familienzentren weiterentwickeln möchten. Es soll landesweit ein flächendeckendes Angebot an Kinder- und Familienzentren entstehen.

Basis der Kinder- und Familienzentren sind die Kindertageseinrichtungen. Sie sind wichtige und vertraute Orte, die den geeigneten Rahmen bilden, um Bildung, Erziehung und Betreuung mit niederschwelligen, familienorientierten Angeboten zusammenzuführen. Sie bilden den Mittelpunkt eines Unterstützungsnetzwerks aus Begegnung, Beratung, Bildung und Begleitung. Ziel ist die Stärkung der Familien, um die Chancen der Kinder auf eine gute Bildung zu erhöhen.

Qualität bei der Ausbildung und im Beruf

Der Personalschlüssel ist ein wichtiger Faktor zur Sicherung der Qualität in der frühkindlichen Bildung. Baden-Württemberg hat nach dem Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2019 bundesweit den besten Personalschlüssel in Krippe und Kita.

Wir haben in Baden-Württemberg engagierte und qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher. Eine gute Kinderbetreuung steht und fällt mit gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen.

Für die Landesregierung ist eine gute Personalausstattung die Grundlage für die Qualität der frühkindlichen Bildung. Wir wollen die Rahmenbedingungen weiter so gestalten, dass die Erzieherinnen und Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte mehr Zeit für die Kinder zur Verfügung haben.

Dafür brauchen wir weitere Fachkräfte in unseren Kindertageseinrichtungen. Neben der tradierten Form der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung hat sich das Modell der vergüteten praxisintegrierten Ausbildung zur Steigerung der Absolventenzahlen bewährt.

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